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Toyota-Rückruf

Ein Problem für die ganze Branche?

Toyota Prius Messe Foto: Toyota 60 Bilder

Der Rückruf von mehr als acht Millionen Autos ist nicht nur ein schwerer Schlag für den erfolgsverwöhnten japanischen Toyota-Konzern. Auch die Konkurrenz, die heute noch von abwandernden Toyota-Fahrern profitiert, könnte letztlich leiden.

12.02.2010

"Wenn Kunden Zweifel an der Qualität und Sicherheit hegen, dann würde das ein Problem für die ganze Branche", brachte jüngst Honda-Finanzchef Yoichi Hojo die Sorgen auf den Punkt.    

Und in der Tat: Jeder neue Rückruf, und sei er noch so klein, wird von der Öffentlichkeit plötzlich mit Argusaugen betrachtet. So berichtete Volkswagen vor wenigen Tagen über fehlerhafte Radlager an brasilianischen Autos - und obwohl die Modelle hierzulande überhaupt nicht verkauft werden, fand die Meldung Beachtung.    

Die Käufer sind verunsichert

Dabei hatten sie gerade erst wieder Vertrauen gefasst, dass die Wirtschaft sich erholt, und begannen nach monatelanger Abstinenz, sich wieder für Autos zu interessieren. Vor allem die US-Amerikaner, Chinesen und Westeuropäer zückten zu Jahresbeginn das Portemonnaie und gönnten sich einen Neuwagen. Gerade diese Märkte werden jetzt aber von der Toyota-Pannenserie durchgerüttelt.    

Das Thema beschäftigt mittlerweile sogar die Mächtigen dieser Welt. Am Donnerstag schaltete sich US-Präsident Barack Obama in die Diskussion ein: "Jeder Autohersteller hat die Pflicht, wenn die öffentliche Sicherheit betroffen ist, schnell und entschlossen zu handeln, sollten Probleme erkannt werden." Die Autobauer müssten sich bewusst sein, dass die Marke in Gefahr sei, wenn Unfälle passierten, sagte er in einem Interview.    

Toyotas Verkäufe auf dem wichtigen US-Markt waren im Januar bereits drastisch zurückgegangen. Mit 99.000 Autos verkauften die Japaner so wenige Wagen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Konkurrenz profitierte, allen voran die großen US-Autobauer Ford und General Motors. Sie hatten mit hohen Rabatten Toyota-Käufer geködert.   

Dabei treffen die klemmenden Gaspedale und fehlerhaften Hybridauto-Bremsen von Toyota die Konkurrenz ganz direkt: GM baut seit Jahren gemeinsam mit Toyota Autos und musste ebenfalls ein Modell zurückrufen. In Fords Hybridwagen steckt japanische Technik. Und in Europa bestellten Peugeot und Citroen ihre Kleinwagen 107 und C1 in die Werkstätten - sie sind Geschwister des Toyota Aygo.    

"Autos sind komplexe Dinge", nimmt Experte Christoph Stürmer vom Wirtschaftsforschungsinstitut IHS Global Insight die Branche in Schutz. "Rückrufe hat es immer gegeben und wird es immer geben." Der Fall Toyota, das räumt er ein, sei aber schon etwas besonders. "Die Kunden warten ab, was weiter passiert."    

Stürmer erwartet aber nicht, dass die Branche dauerhaft Schaden nimmt. "Wer unbedingt ein Auto braucht, kauft sich halt eines woanders." Momentan sei das größte Problem vieler Käufer eher, dass ihnen das Geld fehle. Die US-Autoverkäufe im Februar sieht er noch aus einem anderen Grund schwach ausfallen: "Wenn sich die Leute in einer der kaufkraftstärksten Regionen der Vereinigten Staaten zwei Wochen lang wegen des Schneefalls nicht aus dem Haus trauen, dann merken sie das an den Verkaufszahlen."

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