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Toyota und Lexus

Hoffen auf 2009

Foto: Toyota 20 Bilder

Toyota-Europa-Chef Tadashi Arashima spricht im Interview mit auto motor und sport-Redakteur Harald Hamprecht über die Finanzkrise, ambitionierte Absatzziele, eine unbeirrte Hybrid-Strategie und das Feuerwerk an neuen Produkten im kommenden Jahr.

15.11.2008 Harald Hamprecht

Wie schätzen Sie den weiteren Verlauf der Finanzkrise ein?
Arashima: Ich befürchte, dass wir in einigen Ländern noch nicht den Boden gesehen haben, etwa in Deutschland, UK, Frankreich. Hoffentlich wird es hier nicht so schlimm wie in anderen Ländern, wie Spanien. Toyota hat in vergangenen 19 Monaten keine neuen Modelle eingeführt, deswegen trifft uns die Krise momentan härter als andere Hersteller. Dafür haben wir kommendes Jahr 18 Neueinführungen, wenn man Motoren mitzählt.

Wo werden Sie beim Absatz denn 2008 in Europa landen?
Arashima: Wir erwarten einen leichten Rückgang: Unser Absatz in Europa wird dieses Jahr knapp bei 1,20 Million Einheiten liegen - nach 1,24 Millionen im vergangenen Jahr. Es ist momentan schwierig die Märkte einzuschätzen. Der russische Markt wird dieses Jahr voraussichtlich um mehr als 20 Prozent wachsen, in Westeuropa erwarten wir einen Rückgang um einige Prozentpunkte.

Wie wird Toyota denn in Russland abschneiden?
Arashima: Wir erwarten erstmals einen Absatz von etwas mehr als 200.000 Verkäufen von Toyota und Lexus. 2007 waren es noch mehr als 150.000 Einheiten.

Und in Deutschland?
Arashima: Deutschland ist ein harter Markt. Wir werden wohl rund 100.000 Neuzulassungen erreichen, nach 130.000 im Vorjahr. Denn wir wollen einfach sauber ins neue Jahr starten, ohne unseren Händlern dieses Jahr noch die Höfe mit Autos vollzustellen, die dann nur mit großen Rabatten verkauft werden können.

Wie sehr treffen all diese Entwicklungen den Gewinn von Toyota Europa?
Arashima: Der Gewinn wird niedriger sein als im vorigen Geschäftsjahr, und zwar spürbar. Details kann ich Ihnen nicht nennen. Wir spüren einfach, dass wir auch die Produktion in unseren vier europäischen Werken dieses Jahr um mehr als zehn Prozent drosseln müssen.

Welche Erwartungen haben Sie an 2009?
Arashima: Die ersten Märkte werden sich Anfang 2009 stabilisieren, nicht zuletzt dank der Banken-Rettungspakete, welche die einzelnen Staaten herausgeben. Und wir bringen ein Feuerwerk an Neuheiten auf den Markt - angefangen mit dem IQ über den Avensis bis hin zum Urban Cruiser. Alle neuen Modelle werden noch bessere Verbrauchs- und damit CO2-Werte haben. Deswegen sind wir guter Hoffnung, unseren Marktanteil Monat für Monat steigern zu können.

Weltweit will der Toyota-Konzern 2009 rund 9,7 Millionen Fahrzeuge verkaufen, statt der ursprünglich geplanten zehn Millionen. Wie viele davon werden in Europa landen?
Arashima: Ich denke, wir werden auf dem 2007er Level von 1,2 Millionen abschließen.

Wie viele davon entfallen auf die Marke Lexus?
Arashima: 2007 waren es 53.000 Lexus, 2008 werden es 48.000 und 2009 dann etwas mehr. Wir hatten einfach auch bei unserer Premiummarke keine neuen Modelle.

Werden Sie das ändern?
Arashima: Ja. Auf dem Pariser Automobilsalon haben wir das Lexus IS250 Cabrio gezeigt und im Sommer 2009 bringen wir es auf den Markt. Außerdem werden wir den komplett neuen RX einführen, der eine hohe Bedeutung für das Volumen der Marke Lexus hat.

Was ist mit einem Lexus-Einstiegsmodell als Wettbewerber zum BMW 1er?
Arashima: Wir arbeiten daran. Aber ich kann Ihnen noch keine Details zum Marktstart geben.

Wie stehen die Chancen für eine Lexus-Produktion in Europa?
Arashima: Dazu brauchen wir mehr Volumen. Wir benötigen vor allem ein Modell beziehungsweise eine Plattform für mehrere Modelle, von der wir mindestens 100.000 Einheiten im Jahr produzieren können. Deswegen gibt es dafür noch keine Pläne.

Wie viele Ihrer Fahrzeuge werden Sie mit Hybrid-Antrieb verkaufen?
Arashima: Bis 2020 soll jedes Toyota- und Lexus-Modell mindestens einen Hybrid-Motor im Angebot haben. An diesem Langfristziel halten wir fest. Dieses Jahr wollen wir
fast 60.000 Hybrid-Fahrzeuge in Europa verkaufen, davon 43.000 Prius.

Und kommendes Jahr?
Arashima: 2009 rechnen wir mit 85.000 Einheiten und 2010 werden es dann erstmals mehr als 110.000 von Toyota und Lexus, davon allein 90.000 Prius.

Abschlussfrage: Welche Hoffnung setzen Sie auf den neuen IQ?
Arashima: Von unserem neuen Einstiegsmodell wollen wir 70.000 Einheiten in Europa verkaufen, davon 10.000 in Deutschland, allerdings wird das noch nicht im ersten Jahr passieren. Große Metropolen, wie Berlin, werden sicher die größten lokalen Märkte sein.

Der IQ wird mit einem Einstiegspreis von knapp unter 13.000 Euro teurer sein als der Aygo, dabei hat der Neue nur drei Sitze. Verlangen Sie da nicht zuviel Geld?
Arashima: Wir haben den Aygo als preisliches Einstiegsmodell. Der IQ wird mehr ein Lifestyle-Modell mit einer Fülle an Technologien, Innovationen und Sicherheitsausstattungen, wie etwa neun Airbags. Der Preis orientiert sich an diesem technischen Vorsprung.

      


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