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Toyota-Vorstand

Mehr Schlagkraft mit schlankem Management

Aiko Toyoda Toyota-Pr�sident Foto: Toyota

Der weltgrößte Autobauer Toyota bläst zur Erneuerung: Mit einer drastischen Verkleinerung des Vorstands und einer Neuausrichtung auf Wachstumsmärkte wie China und Indien will der geschwächte Branchenführer wieder durchstarten. Millionenfache Rückrufe und die globale Rezession hatten Toyota zuletzt ausgebremst.

09.03.2011

Die Zahl der Vorstandsmitglieder werde von 27 auf 11 reduziert, gab Toyota-Präsident Akio Toyoda am Mittwoch bei der Vorstellung seines auf zehn Jahre angelegten Strategieplans "Global Vision" bekannt. Von diesem Paukenschlag verspricht er sich schnellere und effizientere Entscheidungen. Toyota wolle "so bald wie möglich" einen Betriebsgewinn von einer Billion Yen (8,7 Milliarden Euro) erreichen - fast doppelt so viel, wie der Konzern in dem noch bis 31. März laufenden Geschäftsjahr erwartet.

Toyota-Fokus künftig stärker auf China und Indien

Konzernchef Toyoda will den Fokus von entwickelten Märkten wie den USA, wo der Autobauer im vergangenen Jahrzehnt mehr als die Hälfte seines Gewinns erwirtschaftet hat, künftig stärker auf rasant wachsende Schwellenländer wie China und Indien ausrichten. Diese aufstrebenden Märkte bildeten zusammen mit umweltfreundlichen Autos die künftigen Pfeiler des Unternehmens, sagte Toyoda. Bis 2015 soll auf diese Märkte 50 Prozent des Gesamtumsatzes entfallen. Im vergangenen Jahr waren es noch 40 Prozent gewesen.

Bis 2015 will Toyota zudem zehn neue Hybrid-Modelle herausbringen. In China hinkt Toyota seinen Rivalen hinterher, allen voran General Motors (GM). Allerdings konnte sich Toyota trotzdem im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge als weltgrößter Automobilhersteller behaupten.

Ratingagentur kürzte Bonität auf AA-

Toyota war im vergangenen Jahr insbesondere in den USA wegen angeblich klemmender Gaspedale unter heftigen Beschuss geraten. Als Reaktion darauf rief Toyota weltweit mehr als zehn Millionen Autos in die Werkstätten zurück. Viele der Vorwürfe wurden jedoch am Ende entkräftet. Dennoch beschädigten sie Toyotas Ruf als Qualitätsführer und verursachten dem Konzern vermutlich Milliardenkosten.

Die Ratingagentur Standard & Poor's senkte kürzlich die Bonität von Toyota von AA auf AA-. Die Profitabilität verbessere sich zwar, sei aber noch immer schwach. Konzernchef Toyoda hatte auf dem Höhepunkt der Krise um millionenfache Rückrufe erklärt, dass die jahrelange rasante Expansion des Konzerns möglicherweise zu schnell verlaufen sei.

Experten kritisieren Modellpalette

Experten bemängeln zudem, dass es Toyota derzeit an attraktiven neuen Modelle mangele. Toyoda schwört seine Belegschaft nun auf die Ursprungstugenden ein, die den Konzern groß gemacht haben: Dazu gehört "kaizen", die Philosophie der "ewigen Veränderung" und nie enden wollenden Verbesserung sämtlicher Prozesse im Unternehmen.

Um weltweit schneller auf Kundenmeinungen reagieren zu können, sollen die für die einzelnen Weltregionen zuständigen Manager künftig vor Ort mehr Entscheidungshoheit erhalten. Zudem werden regionale Beraterkommitees in Amerika, Europa und in Asien eingerichtet. Auf diese Weise soll die operative Gewinnmarge sobald wie möglich auf fünf Prozent steigen, nach geschätzt 2,9 Prozent im laufenden Jahr.

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