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Tracktest VLN-Mini von Schirra Motoring

Kein Renn-Mini ist schneller als Oma

VLN-Mini Schirra motoring, Frontansicht Foto: BR-Foto 10 Bilder

"Lasst mir bloß die Oma heil“, begrüßt Harald Grohs lächelnd. Mit dem ehemaligen DTM-Rennhaudegen durfte ich beim VLN-6h-Rennen auf dem Nürburgring das Cockpit der Oma teilen. Die Oma? Hinter dem Spitznamen versteckt sich einer der dienstältesten Mini des Rennteams Schirra Motoring aus Darmstadt.

26.10.2012 Christian Gebhardt Powered by

„Die Basis der Oma war ein Cooper S-Totalschaden von 2007“, denkt Teamchef Joachim Schirra zurück. Heute erinnert nichts mehr an das Basisauto. Die Eckdaten des 989 Kilo schweren Renn-Mini: Breitbau mit Kohlerfaser-Karosserieteilen, Drexler-Sperre, rundum uniballgelagertes und vierfach verstellbares Sachs-Fahrwerk sowie ein 300 PS starker 1,6-Liter-Turbo.

Renn-Mini wird ständig weiterentwickelt

Ohne Werksunterstützung wurde das von Friedrich von Bohlen und Joachim Schirra 2008 initiierte Rennprojekt bis heute weit vorangetrieben. Mit Akribie entwickelte Schirra den Mini weiter. „AVL hat das Seriensteuergerät umprogrammiert. Der Motor ist nun standfest“, erklärt der Teamchef. Damit der auf dem Serientriebwerk basierende Motor Torturen von bis zu 338 PS (mit 1,8 bar Ladedruck!) überlebt, wurden Serienkolben und Kurbelwelle speziell bearbeitet. Zudem nutzt Schirra andere Einspritzdüsen und Pankl-Pleuel.
 
Im Vergleich zum Schirra-Mini im Vergleichstest 2010, der damals eine beeindruckende Hockenheim-Zeit von 1.07,1 Minuten hinlegte, hat die aktuelle Ausbaustufe auf der Nordschleife an Fahrstabilität gewonnen. Früher etwas zu nervös, heute mit der richtigen Portion Agilität, die ständig ein Grinsen ins Gesicht treibt. „Das liegt vor allem am Unterboden und dem nach hinten gelegten Heckflügel“, sagt Stammfahrer Friedrich von Bohlen, der sich das Cockpit mit den Ex-DTM-Piloten Harald Grohs und Markus Oestreich teilt.

Wohl der schnellste Renn-Mini der Welt

Unter Mithilfe von Hans-Dieter Schopper, der als Aerodynamiker bei Daimler lange auch für die Windkanalmessungen der sport auto-Supertests zuständig war, wurde der Mini im Daimler-Windkanal aerodynamisch optimiert. Ergebnis ist der mit einer Zeit von 8.58 Minuten auf der Nordschleife plus GP-Kurs-Kurzanbindung wohl schnellste Renn-Mini der Welt.
 
Auch wenn die Oma nach technischem Defekt beim 6h-Rennen ausscheiden musste, knallten trotzdem die Sektkorken. Der zweite Mini im Schirra-Bunde fuhr auf Gesamtrang 17 - vor der vermeintlich schnelleren Konkurrenz von Aston Martin, eines Audi R8 und zahlreichen Porsche 911 GT3.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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