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Tropenstürme wirbeln Ölpreise durcheinander

Foto: dpa

An den Ölmärkten wird in diesen Tagen kaum etwas mit mehr Spannung verfolgt als die Wetterberichte aus den Ölfördergebieten vor der Südküste der USA.

04.09.2008

Immer wieder stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: Wir stark ist der aktuelle tropische Wirbelsturm und welchen Kurs hat er eingeschlagen? Zuletzt hatte Hurrikan "Gustav" die Preise an den Ölmärkten durcheinandergewirbelt. Erst löste die Furcht der Anleger vor verheerenden Schäden an den Ölförderanlagen einen Preissprung aus. Als sich der Hurrikan dann aber im entscheidenden Moment deutlich abschwächte, setzte umgehend eine rasante Talfahrt bei den Ölpreisen ein.

In der ersten Wochenhälfte rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Öl zeitweise mehr als zwölf Dollar nach unten. Auch am Donnerstag (4.9.) notierte der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate zur Auslieferung im Oktober weiter unter der Marke von 110 Dollar. Damit ist der Preis für US-Öl seit dem Rekordhoch im Juli um fast 40 Dollar oder etwa 25 Prozent nach unten gerauscht. Aber auch an der Börse in London verbilligte sich der Preis für die Nordsee-Sorte Brent in den vergangenen Tagen deutlich. Hier kostete ein Fass zuletzt 108,45 Dollar.

September gilt als besonders kritisch

Der September gilt an den Ölmärkten als besonders kritisch. "Statistisch gesehen ist der September der Monat mit der höchsten Sturmaktivität", sagte Rohstoff-Experte Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. Jedes Jahr entstehen in dieser Zeit im Atlantik zahlreiche tropische Wirbelstürme, die Kurs auf die Karibik nehmen und dann die Ölförderanlagen im Golf von Mexiko und vor der Südküste der USA bedrohen. Spätestens seit dem Jahrhundertsturm "Katrina" vor drei Jahren wissen die Investoren an den Ölmärkten nur zu genau, welche Verwüstungen ein Hurrikan auf Ölplattformen im Meer und bei den Raffinerien an der Küste anrichten kann.

Ein weiteres Absinken in Richtung der Marke von 100 Dollar kann nach Ansicht von Rohstoff-Experte Eugen Weinberg von der Commerzbank derzeit nicht mehr ausgeschlossen werden. Allerdings ist es nach übereinstimmender Einschätzung von Experten noch zu früh, bereits jetzt den Rückfall deutlich unter die Grenze von 100 Dollar zu erwarten.

Schon in der kommenden Woche könnte die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) vor dem Hintergrund der sinkenden Ölpreise die Fördermengen kürzen und das Rohöl damit wieder verteuern. Allerdings förderte die OPEC im August laut Commerzbank knapp 800.000 Barrel Rohöl pro Tag mehr als laut Quote vorgesehen. "Damit stellt sich die Frage, wie glaubwürdig eine Kürzung der Fördermenge tatsächlich ist", sagte Weinberg.

Außerdem wird die Phase mit extrem starken Wirbelstürmen in der Karibik nach Einschätzung von Experten noch bis mindestens Ende September andauern. Damit sind auch die Ölförderanlagen im Golf von Mexiko nach wie vor gefährdet. Mit "Ike" und "Josephine" sind zwei weitere Wirbelstürme im Anmarsch. Nach jüngsten Meldungen hat "Ike" an Kraft gewonnen und wird mittlerweile als sehr gefährlich eingestuft. Und das Risiko, dass es in den kommenden Tagen und Wochen noch den ganz gefährlichen Hurrikan mit einem neuen Hochschnellen der Ölpreise geben könnte, ist noch nicht gebannt.

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