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Tudor Sportuhren

Unter Brüdern

Tudor Chrono Time 2009 Foto: Hersteller 4 Bilder

Es muss nicht immer Rolex sein. Uhren aus der Manufaktur Tudor werden in Genf zwar mit demselben Qualitätsanspruch unter demselben Dach gebaut, sind aber deutlich mutiger designt.

26.03.2009 Martin Häußermann

Image ist nicht alles. So stand und steht der 190 SL in der öffentlichen Betrachtung immer hinter dem 300 SL Roadster. Gut verkauft wurden letztlich beide, sie sind heute von Kennern verehrte Klassiker. Ähnlich verhält es sich bei den Uhren der Marken Tudor und Rolex. Obwohl sie unter demselben Dach gebaut und in der Regel auch bei den gleichen Juwelieren verkauft werden, begleitet die beiden Marken eine vollkommen unterschiedliches Image. Rolex gilt als der hochwertige Klassiker, eine Uhr, bei der man nichts falsch machen kann. Die Tudor wird von bösen Zungen als "Rolex für Arme" verspottet.

Mit der Rolex durch den Ärmelkanal

Obwohl sie unter demselben Dach gebaut werden und in der Regel auch bei den gleichen Juwelieren verkauft, begleitet die beiden Marken eine vollkommen unterschiedliches Image. Rolex gilt als der hochwertige Klassiker, eine Uhr, bei der man nichts falsch machen kann. Die Tudor wird von bösen Zungen als "Rolex für Arme" verspottet.

Diese Aussage zeugt heute von Ignoranz und geringer Fachkenntnis, liegt aber auch in der Vergangenheit des Hauses begründet. Tudor wurde 1926, also nur sieben Jahre nach Gründung der Firma "Montres Rolex SA", ins Leben gerufen. Die jüngere Schwester der Genfer Nobelmarke bekam viele Charakterzüge mit in die Wiege gelegt, die auch maßgeblich für den Erfolg von Rolex verantwortlich waren: allen voran das automatisch aufziehende Uhrwerk und das wasserdichte Gehäuse.

Letzteres heißt im Sprachgebrauch der Genfer schlicht Oyster (Auster) und machte bereits 1927 Furore, als die Sportlerin Mercedes Gleitze mit einer Rolex Oyster den Ärmelkanal durchschwamm. Seither ist Oyster unter Uhrenfans ein Synonym für wasserdichte Uhren. Vollkommen unabhängig davon, ob nun Rolex oder Tudor davor steht.

So diente in den 1950er-Jahren die Oyster-Technologie als Konzept für die Tudor Oyster Prince und Princess Modelle, die nach Angaben des Herstellers "besonders auf dem chinesischen Markt aufgrund ihrer Beständigkeit und Zuverlässigkeit sehr begehrt waren". Aber nicht nur da. Auch in Deutschland erfreuten sich die Prince- Modelle, speziell der Chrono Time unter Kennern großer Beliebtheit. Entspricht doch dessen Gehäuse dem der Rolex Cosmograph Daytona, die schon damals gut das Dreifache kostete.

Das Uhrwerk macht den Unterschied

In Rolex-Uhren werden ausschließlich hauseigene Manufakturkaliber verbaut, der Tudor-Kunde bekommt Laufwerke des zur Swatch Group gehörenden Herstellers ETA, die aber - und darauf legt man bei Tudor großen Wert - nach eigenen Vorgaben gefertigt und verfeinert wurden. Einen technischen Nachteil hat der Kunde dadurch keineswegs, denn das bei Tudor-Chronographen eingesetzte Uhrwerk ETA 7750, von Uhrenfreunden auch als "Valjoux-Kaliber" bezeichnet, ist für seine Zuverlässigkeit und hohe Ganggenauigkeit bekannt. Es lässt sich von einem guten Uhrmacher problemlos chronometergenau einregulieren.

Soviel zur Technik, die über die Jahrzehnte gepflegt, aber nicht maßgeblich verändert wurde. Ganz anders die Modellpolitik. Hier hat sich Tudor besonders in den vergangenen zehn Jahren, nach Art des Hauses sanft aber bestimmt, verändert. Eine eigene Identität, die sich klar von Rolex unterscheidet, das war das erklärte Ziel. Ausgefallen, urban und elegant - so sieht sich die Uhrenmarke Tudor heute.

Mutiges Design für junge Kunden

Augenfällig wird das beim Modell "Iconaut", das seit vergangenem Jahr die Kollektion "Sport" ergänzt. Dessen mutiges Design bricht nun endgültig mit der eher konservativen Linie des Mutterhauses und spricht damit eine junge Kundschaft an, die zwar die Qualität des Hauses Rolex schätzt, aber vielleicht nicht dessen elitäres Image.

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