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Tuff Truck Challenge

Der Ritt mit dem Teufel

Tuff Truck Challenge 9 Bilder

Vergessen Sie die großen Marathonrallyes, die Bajas und Ergs dieser Welt – die sind etwas für Weicheier. Denn was jedes Jahr im australischen Städtchen Milbrodale, etwa 150 Kilometer nördlich von Sydney, abgeht, lässt die sandigsten Ausdauerrennen wie langweilige Kurse für Fahranfänger aussehen – zumindest was die Kletterpassagen angeht.

27.11.2008 Powered by

Um der härteste Offroader Australiens zu werden, muss man gegen die Besten der Welt antreten. Für den Titel würden die Teilnehmer ihre Seele verkaufen. Die Australian Tough Dog Tuff Truck Challenge ist einer der härtesten Kraxelwettbewerbe der Welt. Mit riesigen Rädern, irrsinnig starken Motoren und gewaltig verschränkenden Fahrwerken treten hier hochgezüchtete Allradmonster auf artgerechtem Terrain gegeneinander an. Fast alle in mühevoller Handarbeit aufgerüstet, buhlen die imposanten 4Wheeler um die Krone des standhaftesten Offroaders im Land. Dass unter den farbenfroh lackierten Hüllen Seriengeländewagen stecken sollen, ist kaum noch zu erkennen. Doch anhand der Beschreibungen in der Starterliste kann man sie identifizieren: Nissan Patrol, Suzuki Sierra, Toyota Hilux, Land Rover Serie I, Mitsubishi Pajero oder Jeep Wrangler – durchweg höher, breiter, leichter und vor allem lauter als die Originale.

Wie ernst es die Teilnehmer meinen, zeigen schon die klangvollen Teamnamen. Ob „Anabolic“, „Bruised Banana“ (zerquetschte Banane), „Red Bitch“ oder „Black Betty“ – sie alle wollen sich mit dem begehrten Titel schmücken. Doch bevor jemand den Pokal mitnehmen darf, stehen drei lange Tage und insgesamt neun zermürbende Prüfungen auf dem Programm. Zunächst geht es durch einen metertiefen Schlammgraben. Schon einige Autolängen nach dem Start bleiben hier die ersten Fahrzeuge stecken. Die Strecke muss mit schwerer Technik neu präpariert werden. Nach dem Neustart krachen die Wettstreiter nur so durch die Kuhle: Sie donnern mit viel Speed hinein, wühlen sich durch den dicken Matsch und erreichen auf dem letzten Drücker das Ende der zähen Qualen, bevor ihnen Puste und Schwung ausgehen.

Gleich im Anschluss folgt die Etappe „Jaw Breaker“ (Kieferbrecher), bei der den mehr als 7000 Zuschauern der Atem stockt. Denn meterhoch sich aufbäumende Autos, krachende Sprünge und scheppernde Überschläge sieht man nur selten in dieser Häufigkeit. Die Teilnehmer, die die extrem Material mordende Fels- und Baumstammprüfung durchstehen, dürfen sich auf weitere, noch härtere Kämpfe gefasst machen. Die folgenden Schlachtfelder tragen so vielversprechende Namen wie „Frame Twister“ (Rahmenverdreher), „Rocky Garden“ und „Devils Marbles“ – die Murmeln des Teufels bestehen aus riesigen Felsbrocken, die wild auf dem Gelände verteilt liegen. Der Parcours muss in teils schweißtreibender Schräglage bezwungen werden. Nur wer die mannshohen Hindernisse ohne Rolle seit- oder rückwärts übersteht, kann am Ende der König der 4Wheeler in Australien werden.

Letztlich gewinnt ein allradgelenkter Nissan Patrol. Blieb das martialische Gefährt von Phill Noble und Phil King (Team Evolution 4x4) im Schlammauftakt noch stecken, so kann es sich nach der neunten Prüfung knapp gegen den gelben Rover Bushranger von Malcolm van Ysseldyk und Mick Finch behaupten. Dritter wird der 85er Suzuki Sierra von Wayne Murphy und Shane Eslick.

Ein Jahr lang dürfen sich diese drei Teams mit dem hart erkämpften Erfolg brüsten. Wenn dann im nächsten Sommer neue Gladiatoren das Outback nahe dem Städtchen Milbrodale betreten, gilt es, den Titel zu verteidigen – koste es, was es wolle.

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Die Challenge
40 Teams, neun Prüfungen, drei Tage Wettkampf – die australische Tough Dog Tuff Truck Challenge gilt als einer der härtesten Offroad-Wettbewerbe der Welt. Hierbei geht es nicht um lange und schnelle Navigationsetappen, sondern um reine Trialsektionen. Daher sind die Fahrzeuge auf extreme Kletterfähigkeiten getrimmt. Wer die Etappen in einer bestimmten Zeit bezwingt, bekommt die vollen 100 Punkte pro Abschnitt. Dabei werden weder exzessive Burnouts noch vergleichbare Leistungsprotzereien geduldet und mit Strafpunkten geahndet. Ebenso die Missachtung des strengen Reglements an den einzelnen Prüfungen.

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