Wie weit so ein Cockpit-Umbau gehen kann, zeigen insbesondere die US-Showcars auf der SEMA, der weltgrößten Tuning-Messe, die jedes Jahr im Herbst in Las Vegas stattfindet. So etwa die Umbaumaßnahmen im Innenraum des Scion XB Widebody, der von zahlreichen US-Top-DJs inspiriert war. Wo sonst Passagiere ihren Platz finden, thronen hier riesige Lautsprechertürme, vier Subwoofer und sechs leistungsstarke Verstärker. Gesteuert wird die Soundanlage von einer Mischpult-Plattform aus, die als komplette "Schublade" mit der Heckklappe aus dem Scion-Heck ausgefahren werden kann. Diese Plattform wiederum ist mit zwei Plattenspielern, zwei Mischpulten und zwei DVD-Playern bestückt.
Ganz so übertrieben wie in derartigen Showcars geht es beim Otto-Normal-Tuner seltener zu. Doch auch hierzulande sind hochwertige Musikanlagen im Auto in. Auch die Deutschen gehen bei der Verkabelung des Interieurs ins Extrem - Hauptsache der Sound stimmt. Hersteller wie Audi planen für die Zukunft immer mehr dynamische, dem Geschmack der Kundschaft angepasste Soundsysteme. Große Limousinen wie die Mercedes S-Klasse sollen bald weitere Digital-Surround-Formate wie AC3 oder DTS abspielen können. I-Pod-Schnittstellen gehören mittlerweile ebenfalls zum "guten Ton", nicht nur in getunten Fahrzeugen. Neue Bluetooth-Car-Kits und Autoradios ermöglichen schon seit einigen Jahren die Anbindung von MP3-Playern oder DVD-Videospielern im Auto. In Zukunft wird auch die kabellose Übertragung durch Bluetooth immer weiter ausgebaut. Der Entertainment-Faktor im Innenraum gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Buntes Interieur
Ebenfalls hoch im Kurs: Sportlenkräder, Carbondesign-Applikationen, farbig auf die Karosserie abgestimmten Instrumente, Aluminiumapplikationen, Ambientebeleuchtung sowie beleuchtete Einstiegsleisten, Teppiche, Fußmatten und eine sportlichere Pedalerie. Bei der Verwendung von Pedalauflagen aus Aluminium ist jedoch bei der Montage darauf zu achten, dass diese nach den Vorgaben aus dem Teilegutachten und nicht falsch angebracht werden. Ein gleichzeitiges Betätigen von zwei Pedalen muss ausgeschlossen werden. Auch der Wechsel auf ein Sonderlenkrad mit integriertem Airbag ist möglich, darf jedoch nur vom Fachmann absolviert werden - die sichere Funktion des Lebensretters muss gewährleistet bleiben.


