Und tiefer - da sind sich die Fachleute einig - ist nicht automatisch besser. Nicht die Optik bestimmt die Qualität eines Fahrwerks, sondern die optimale Abstimmung zwischen Fahrwerksfeder, Dämpfer und Achsgeometrie. Entsprechend kritisch ist die billige Alternative zum kompletten Fahrwerksumbau zu betrachten, wenn Serienfedern lediglich durch kürzere und dafür härtere ersetzt, die Dämpfer aber beibehalten werden.
Eine solcher Eingriff an Fahrwerksteilen ist eine äußerst heikle Angelegenheit und kann zudem schnell zu Schäden führen und bei unsachgemäßer Manipulation von Federn oder Dämpfer zum Erlöschen der Betriebserlaubnis für das Fahrzeug führen. Allerdings gibt es von Seiten des Gesetzgebers keine detaillierten Vorgaben und Grenzen für die Bodenfreiheit von Fahrzeugen. Die Prüfingenieure achten im Rahmen einer Änderungsabnahme aber darauf, dass eine Schwelle mit elf Zentimeter Höhe und 80 Zentimeter Breite berührungslos mittig überfahren werden kann.
Elektronische Tieferlegung
Die elektronische Tieferlegung ist nur bei einem luftgefederten Fahrwerk oder einem speziell dafür hergestellten Fahrwerk möglich. Sie erfolgt in der Regel über einen Schalter, durch den das Fahrwerk um einen gewünschten Wert abgesenkt wird. Anders als bei einem herkömmlichen Gewindefahrwerk ist der persönliche Eingriff über das Gewinde am Federbein nicht mehr nötig.
Im Grunde lassen sich so nur Fahrzeuge tiefer legen, die wahlweise über eine adaptive Luftfederung an allen vier Rädern (Luftfederbeine) verfügen, wie etwa der Audi A6, A8, Allroad, Q7, VW Touareg, VW Phaeton, Bentley Continental GT, Bentley Continental Flying Spur oder der Porsche Cayenne. Analog zu einer Tieferlegung können Fahrzeuge auch angehoben werden - besonders wichtig bei SUV und Geländewagen, die bei schwierigen Offroad-Passagen meist eine erhöhte Bodenfreiheit benötigen.


