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Tuningkuriositäten GTI-Treffen Wörthersee 2014

Reifnitz antwortet nicht

Tuning-Kuriositäten GTI-Treffen 2014 Foto: Markus Stier 44 Bilder

Das GTI-Treffen ist zwischen Hersteller-Auftritten, Flatrate-Party und Spaßbremsen in Uniform gefangen. Ausgerechnet zur 33. Ausgabe sind deutlich weniger Fans angereist. Schön bunt ist es trotzdem.

30.05.2014 Markus Stier

Der Einpeitscher hatte schon leichtere Tage. Es ist Mittag an Christi Himmelfahrt, die Sonne scheint, eigentlich müsste die Stimmung jetzt am Siedepunkt sein. Der Mann am Mikro glaubt, er hätte die Menge jetzt weichgekocht und schreit: "Wollt Ihr Gummi?" Keine Reaktion. Vielleicht haben die Leute ihn nicht verstanden, dieses Jahr sind viele aus dem Ausland eingereist. Also brüllt er noch mal lauter: "Wollt Ihr Gummi, Gummi, Gummi?" Aber Reifnitz antwortet nicht.
 
Es ist ruhiger geworden im Epizentrum der GTI-Welt. Ausgerechnet zum Schnapszahljubiläum von 33, sind womöglich 33 Prozent weniger Leute gekommen. Die Seeuferstraße ist normalerweise am Freitagmittag komplett dicht mit tiefen und breiten Gölfen und Sciroccos. Doch heute gibt es nur einmal richtig Stau, weil ein violetter Golf I gerade seine lila Pause einlegt und nicht anspringen will. Der Abschleppwagen verstopft kurz die Straße.

Echte GTI-Fans bleiben aus

Luftlinie 300 Meter weiter kämpft auch VWs Stimmungskanone Patrick Simon. Er hat mit Ronny C’Rock Wechselberger eine echte Attraktion anzukündigen. Der  Einparkweltmeister schmeißt Gölfe um 180 Grad zwischen zwei enggesteckte Schaumstoffbarrieren, ohne sie auch nur anzutippen. Doch auch hier zündet der Funke nicht. Der Applaus bleibt lau.
 
Das GTI-Treffen kämpft mit einer Identitätskrise. Seit Jahren kommt in immer größeren Scharen Partyvolk, dass eigentlich nur die Sau raus lassen will und mit GTIs eigentlich nichts am Hut hat. Als Folge sind viele echte GTI-Fanatiker zum Faaker See abgewandert und treffen sich lieber zwei Wochen früher, um den Kampftrinkern aus dem Weg zu gehen. Das geht mittlerweile nicht mehr über ein Wochenende, sondern über dreieinhalb Wochen. Die Hoteliers freut’s.
 
Die Anwohner mit Häuschen am See spielen vielleicht gern Golf, doch die Golf-Meute ist ihnen traditionell ein Dorn im Auge. Lokalpolitiker können sich leichter profilieren, wenn sie den Rummel einbremsen als ihn ausufern zu lassen. Das Lokalradio verkündet, dass die Polizei mit 300 zusätzlichen Beamten an den Wörthersee gereist ist. Burnouts an der Tankstelle in Velden sind schon im Vorjahr rigoros unterbunden worden, 2014 ist die Polizei-Präsenz noch eine Stufe schärfer.

Dollar-Zeichen überall

Schon an der Grenze fing die Staatsgewalt deutsche GTI-Fahrer ab, nötigte sie auf die mobile Waage und bei Überladung zum Herausrücken der Biervorräte. Fahrer von tief gelegten Gölfen mit Zulassung wurden zum Überfahren von Kanthölzern und Bakensockeln gezwungen, um angeblich illegal niedrige Bodenfreiheit zu ahnden. Die Wegelagerer an den Seen kassierten für ein Auto mit zwei Personen und Zelt satte 180 Euro für das Wochenende. Duschen und Pinkeln kostet extra. Immerhin sind Bäder und WCs laut Augenzeugen sauber.
 
Ein Seeanreiner hat indes kein Problem mit den Gästen: Ferdinand Piëch wohnt seit Jahrzehnten am See. Die Theorie des VW-Aufsichtsrats-Chefs lautet: "Wer GTI fährt, steigt später auch auf teurere Sportwagen um." Tatsächlich findet sich neben den immer noch stark präsenten Gölfen dieses Jahr deutlich größeres Wild. Amaroks rollen durch Reifnitz, am Wegesrand steht ein tief gelegter A7. Abt Tuning hat einen offiziellen Stand aufgebaut und präsentiert ein A5-Coupé.
 
Aber es geht nicht nur um Größe, es geht vor allem darum, anders zu sein, ein Hingucker. Volker ist einer der Hartgesottenen. Der Österreicher weiß nicht, wieviel Geld er in seinen weißen TT mit Flügeltüren gesteckt hat, aber sein Thema ist Geld. Goldene Dollarzeichen prangen auf der Motorabdeckung. Der Überrollkäfig glänzt ebenfalls gülden. Rückbank und Kofferraum mussten einem Casino mit Roulettetisch weichen. Selbst auf den Außenspiegeln lächelt aufwändig auflackiert George Washington von seiner Eindollar-Note. "Ich weiß nicht mehr, warum ich dieses Thema ausgesucht habe." Was soll’s er wird ein Neues finden. Drei verrückte Themenautos hat er schon. Verkaufen will er keines davon. Und selbstverständlich kommt er 2015 wieder.

Lager-Stimmung am Seeufer

Auf der Seenstraße hat die "Lake Society" ihr Lager aufgeschlagen. Das klingt nach Upperclass-Club, ist aber ein brauner Golf Kombi, an den das Heck eines Golf III als Einachs-Anhänger montiert ist. Der wiederum trägt als Ausleger einen Grill auf einem Einbein-Ständer. Im Kofferraum des Kombi lungert die fette Musikanlage, im Hänger sind Grillgut, Geschirr und Esswerkzeug untergebracht. Hübsch geworden ist auch der rote Baywatch-Golf samt Surfbrett und Rettungsboje am Seil. Da fehlt nur noch Pamela Andersson. Wenn die jetzt danebenstünde, würde bestimmt wieder mehr Volk zum Wörthersee strömen. Aber hat die sich nicht unlängst die Hupen wieder verkleinern lassen? Da müsste sie natürlich vorher noch mal zum Tuner.

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