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Turbulenzen bei Ferrari

Ein Einblick

Foto: Daniel Reinhard

Bei Ferrari läuft es nicht mehr rund. Auf der Rennstrecke fahren die roten Autos McLaren-Mercedes hinterher. In der WM-Tabelle sieht es dramatisch aus. Dazu kommt die Klage gegen den in Ungnade gefallenen Chef der Rennabteilung Nigel Stepney.

25.06.2007 Powered by

Der frühere Chefmechaniker soll versucht haben, die Autos vor dem GP Monaco zu mainpulieren. "Die Tatsache, dass die Polizei Ermittlungen eingeleitet hat, zeigt, dass wir zwingende Beweise in der Hand haben, die diesen Verdacht erhärten", sagt ein Ferrari-Sprecher.

Zum Innendienst verdonnert

Auch intern wurde gegen Stepney ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Stepney selbst bestreitet die Vorwürfe. Der 48-jährige Engländer war in diessem Jahg zum Innendienst verdonnert worden, weil er Jean Todts Personalpolitik kritisiert hatte. Stepney hatte sich im neuen Führungszirkel Hoffnung auf den Posten von Luca Baldisseri gemacht. Der Italiener war vom Chefstrategen unter Ross Brawn zum Chef des Rennteams befördert worden. Rennleiter Todt wollte eine Konfrontation zwischen Stepney und Baldisseri an der Strecke vermeiden. Deshalb versetzte er Stepney zurück in die Fabrik, wo er die Abläufe bei der Vorbereitung der Autos optimieren sollte.

Aus Frust: Kontakte zu Honda

Aus Frust über die Herabsetzung soll Stepney Kontakte zu Honda geknüpft haben, wo händeringend nach Fachpersonal gesucht wird. Außerdem soll er Kollegen bei Ferrari zu einem Wechsel geraten haben oder deren Kontaktnummern an Honda weitergegeben haben. Diese Unterstellungen werden jedoch von Ferrari nicht bestätigt. Eingeräumt wird jedoch, dass kürzlich im Windkanal ein Defekt am Rollband aufgetreten war. Die Reperatur dauerte knapp eine Woche.

Keiner der Vorfälle habe jedoch irgendeinen Einfluss auf die enttäuschenden Leistungen auf der Rennstrecke gehabt. So sind sämtliche Aerodynamikprojekte zeitgerecht fertig geworden. Das Aero-Paket für die mittelschnellen Strecken Montreal und Indianapolis wurde in vollem Umfang und ausreichend getestet nach Nordamerika geflogen. Das gleiche gilt für die jüngsten Aerodynamik-Entwicklungen, die am kommenden Wochenende in Magny-Cours zum Einsatz kommen. Sie umfassen die Flügel vorne und hinten, den Unterboden und Winglets auf den Seitenkästen. Das Problem, das die Ferrari bei den letzten drei Rennen bremste, ist nicht aerodynamnischer Natur.

Nach eingehender Analyse glaubt Ferrari jetzt zu wissen, warum die Reifen so lange gebraucht haben, auf Temperatur zu kommen. Die Techniker hatten sich beim Versuch, das Problem abzustellen, immer mehr mit der Abstimmung verrannt. Teilweise wurden derart extreme Fahrwerkseinstellungen eingesetzt, dass die Fahrzeuge auf Randsteinen aus der Balance kamen. "Der Test in Silverstone hat uns wieder auf den richtigen Weg gebracht", hofft Pressesprecher Luca Colajanni. Ein Fragezeichen konnte aber auch der Silverstone-Test nicht lösen. Warum konnte Ferrari den Vorteil der weichen Reifenmischung nicht so nutzen wie andere Teams? Der Unterschied zum harten Reifen beträgt normalerweise vier bis fünf Zehntel. Ferrari gewann mit den weichen Sohlen aber lediglich 0,1 Sekunden.

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