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Übereifrige Stadtverwaltung

Seltener Bristol 411 abgeschleppt und verschrottet

Foto: mkl

Vor zweieinhalb Jahren ließ die Londoner Stadtverwaltung widerrechtlich einen Bristol 411 abschleppen und verschrotten - der Besitzer wartet seither vergeblich auf Schadenersatz.

16.04.2007 Powered by

Mendoza Stewart hatte das Auto im Dezember 2004 auf einem kommunal betriebenen Parkplatz in der Nähe der Wohnung seines Sohnes abgestellt. Als der Musikproduzent einige Zeit später wieder in den 411er steigen wollte, erlebte er "den Schreck meines Lebens."

Im Auftrag der Stadtverwaltung verschrottet

Zunächst glaubte der 52-Jährige an einen Diebstahl, die umgehend eingeleiteten polizeilichen Ermittlungen ergaben dann jedoch einen ganz anderen Tatbestand: Der Bristol war im Auftrag der Verwaltung des Bezirkes Lambeth abgeschleppt und verschrottet worden.

Ein Zeuge erzählte Stewart später, die Abschlepper seien äußerst unsanft mit dem teuren Modell umgegangen: "Sie hoben ihn mit einer Kralle am Dach an, statt ihn auf den Transporter zu ziehen. Das Auto wurde dabei natürlich zerstört." Stewart sah sein Fahrzeug nie wieder - und wartet seit zwei Jahren vergeblich auf Schadenersatz.


Plakette "Classic Car" klebte gut sichtbar hinter der Scheibe

Niemand kann mir erklären, warum man ein offensichtlich sehr seltenes, kostbares Auto einfach so abgeschleppt hat", sagte er jetzt verbittert in einem Interview. Der Bristol sei schließlich durch einen Aufkleber an der Windschutzscheibe deutlich als steuerbefreites "Classic Car" ausgewiesen, was auch die zuständigen Behörden mittlerweile bestätigten.

Auch das Abschleppunternehmen räumte inzwischen seinen Fehler ein und entschuldigte sich formell. Eine Entschädigung für den Bristol, immerhin knapp 45.000 Euro, wert, gab es allerdings bisher nicht, ein Sprecher von Lambeth erklärte lediglich: "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Sache zufriendenstellend zu klären, können aber derzeit keinerlei Details nennen."


Er war einer von nur 287

Eine angemessene Entschädigung für den Verlust des umgerechnet 45.000 Euro teuren 411 wäre auch schwierig. Hersteller Bristol Cars, ursprünglich ein im Flugzeugbau tätige Unternehmen, hatte sich ab 1945 auf die Manufaktur hochwertiger Fahrzeuge spezialisiert und gilt heute als der letzte rein britische Luxus-Wagen-Hersteller.

Mendoza Stewart kann sich entsprechend wenig Hoffnung machen, noch einmal einen Bristol 411 besitzen zu können: Sein Auto war eines von insgesamt 287 Fahrzeugen dieser Modellreihe, die zwischen 1968 und 1976 gefertigt wurden.

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