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Mercedes SL 65

AMG Black Series mit 670 PS

Foto: Achim Hartmann 22 Bilder

Als Black Series hebt der Mercedes SL 65 AMG zu neuer Hochform ab. 670 PS machen ihn zum stärksten SL aller Zeiten.

12.02.2009 Christian Gebhardt

Er hat das gewisse Etwas. Diese Nuance mehr, die seine zivilen Brüder etwas blass aussehen lässt und ihn zum Rockstar der Familie macht. Ein Muskelpaket mit hautengem Body, der für prickelnde Begierde bei seinen Fans sorgt und zugleich polarisiert. Kann man einen SL 65 AMG mit 612 PS überhaupt noch toppen? Ja, und dieser stärkste SL aller Zeiten hat einen Namen: Black Series. Mercedes SL 65 AMG Black Series. Eine Leistungsspritze treibt die SL-Gewalt auf die Spitze: 670 PS aus zwölf Halbliter-Pötten, 1.000 Newtonmeter maximales Drehmoment und 320 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Höchstens 350 Exemplare

Ein dezentes Sternchen umgarnt die beiden Werte auf dem Datenblatt – "es steht für elektronisch begrenzt". So bleibt dem Piloten auch im Über-SL ein letztes Stückchen "Was wäre, wenn". Hier die Antwort: Ohne die Elektronikzügel wären 1.200 Newtonmeter und Geschwindigkeiten jenseits 340 km/h möglich. Trotz des bremsenden Korsetts wechselt der einstige Boulevard- Roadster die Kaste. Der Black Series ist kein motorisierter Flaneur mehr, der durch die Alleen der Metropolen streift und sich in enge Parklücken vor Edelboutiquen quält, um am Tagesende seinen Heckdeckel aufzureißen und ein Meer an Einkaufstüten in die Hände von tatkräftigen Hotelpagen zu übergeben. Der aktuellste Spross mit dem Black-Series-Signet wendet sich wie seine extrovertierten Verwandten aus der seit 2006 existierenden AMG-Sonderserie an rennsportbegeisterte Liebhaber. Bis Ende 2009 rollen ein Jahr lang höchstens 350 Exemplare aus der AMG-Manufaktur in Affalterbach.

35-jähriges Diätmenü

Der Kraftsportler konkurriert dabei nicht nur auf dem Papier mit den Besten der Besten. Innerhalb von 3,8 Sekunden schnellt er auf Tempo 100 und katapultiert sich damit in die Superliga von Porsche Carrera GT, Ferrari Enzo und Co. Auch optisch spricht der AMG-Novize den rauen Slang der radikalen Exoten. Ausgestellte Radhäuser, durch die der SL um 14 Zentimeter in die Breite wächst, zaubern DTM-Atmosphäre mit TÜV-Segen auf öffentliche Straßen. Den martialischen Auftritt untermalt neben dem riesigen Belüftungsschlund in der Frontschürze und Entlüftungsschlitzen in der Motorhaube auch ein monumentaler Heckflügel, der sich auf Knopfdruck oder ab Tempo 120 automatisch in den Fahrtwind reckt.

Keine Design-Accessoires, sondern Zeichen kompromissloser Funktionalität. Die Idee einer extremen SL-Variante ist kein Novum in der Modellhistorie. So tüftelte die Daimler-Versuchsabteilung vor genau 35 Jahren an einem leichtfüßigen Coupé auf Basis des SLC und drehte damit schnelle Testläufe auf der Nordschleife. Wie beim Versuchsträger von 1973 mixten die AMG-Entwickler auch für den heutigen SL ein besonderes Diätmenü aus exklusiven Zutaten. Neben Kotflügeln, Motorhaube, Flügel und Heckdeckel aus kohlefaserverstärktem Kunststoff stand ein leichtes CFK-Festdach auf dem Fitness-Speiseplan. Ohne Blechdach-Mützchen und Versenkmimik verwandelt sich der Gentlemen-Roadster in ein reinrassiges Coupé. Mit 1.870 Kilogramm ist er zwar weit entfernt vom Idealgewicht seines geistigen Vorläufers (1.279 Kilogramm), aber immerhin purzelten beinahe 250 Kilogramm gegenüber dem Serien-65er.

Zwölfton-Sinfonie

Wegen des getrimmten Body-Mass-Index muss auf lauschige Cabriofahrten verzichtet werden. Doch der ambitionierte Kundenkreis wird die Zwölfton-Sinfonie auch ohne Frischlufterlebnis mit fächelndem Airscarf genießen. Statt leisem Säuseln trompetet die modifizierte Abgasanlage im Editionsmodell nun mit rauchigem V12-Organ. Bissig fauchend stimmen dabei die neu entwickelten Turbolader mit zwölf Prozent größerem Spiralquerschnitt in die virtuose Komposition ein. Nicht nur dank orchestralem Sound ist der Black Series im Feierabendverkehr so fehl am Platz wie ein aufgeregter Alligator in einer Badewanne. Auch die schlichte Innenarchitektur des Kraftsportlers verrät seine Jagdgründe. Statt Design-Ausstattungen mit gediegenem Walnusswurzelholz, Esche oder Kastanie regiert im Black-Series-Interieur nüchternes Rennsport-Ambiente. Funktionelle CFK-Schalensitze mit gutem Seitenhalt, leichte Türverkleidungen aus Kohlefaser, ein unten abgeflachtes Sportlenkrad sowie eine Schaltanzeige mit vier aufblitzenden Leuchtdioden im zweifarbigen Kombiinstrument laden zum Kurven-Rodeo ein.

Mit justierbarem Gewindefahrwerk wird der Super-SL zum Tempo- Gourmet: verwinkelte Landstraßen als Amuse-Gueule, Hochgeschwindigkeits-Runden in Nardo zum Hauptgang und Bestzeiten auf der Nordschleife als finales Dessert. Während 30.000 Testkilometern auf Highspeed-Ovalen, anspruchsvollen Rundkursen und im Windkanal reifte der Black Series zum Straßensportler mit Renngenen. Ein außergewöhnlicher Jahrgangs-SL, nicht nur wegen seines exklusiven Preises von rund 310.000 Euro.

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