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Überführungskosten der Hersteller: Lieferung kostet extra, und oft nicht zu knapp

Beim Neuwagen stehen sie am Ende der Preisliste und sorgen oft für eine unschöne Überraschung: Bei Überführungskosten wird kräftig abkassiert.

Was beim Anzug selbstverständlich ist, kostet beim Auto extra: Für den Transport vom Hersteller zum Händler werden Kunden zur Kasse gebeten. Wir wollten wissen, wie viel die Kunden bei Modellen der Kompaktklasse draufzahlen müssen, und hat zusammen mit der Online-Plattform meinauto.de genauer hingesehen.

Überführungskosten bis zu 1.000 Euro

Das Ergebnis: Mit knapp 500 Euro kommt man noch günstig weg, mitunter steigt die Forderung auf 1.000 Euro. Das bedeutet immerhin Mehrkosten von zwei bis fünf Prozent des Neupreises, denn umsonst transportiert kein Hersteller das Auto zur Verkaufsstelle. Doch was versteckt sich hinter den Kosten? Am Beispiel Ford Focus, bei dem Händler mindestens 520 Euro vom Kunden verlangen, ist das schnell erklärt. So stellt das Werk dem Händler für Transport und Fahrzeugbrief 298 Euro in Rechnung. Auf dem Hof des Autohauses angekommen, steht die Übergabeinspektion sowie die Aufbereitung an, für die rund 72 und 35 Euro anfallen. Alle drei Posten zusammen machen – inklusive Mehrwertsteuer – rund 480 Euro aus. Nach dieser Rechnung erwirtschaftet das Autohaus also rund 40 Euro in die eigene Kasse. Das Beispiel bezieht sich auf Daten des Online-Portals meinauto.de. Dort finden sich allerdings auch Händler, die für einen Focus bis zu 750 Euro einstreichen.


Werksabholung nur bei Mercedes kostenlos

Klarer Fall: Der Weg vom Werk zum Händler variiert ja auch. Die Überraschung: Ob das Auto in Köln, Dresden oder Flensburg erworben wird, hat auf die Höhe der Rechnung praktisch keine Auswirkung.

Vielmehr wollen viele Händler an den Überführungskosten zusätzlich verdienen. Schließlich wird der Betrag ja erst am Ende der Verkaufsverhandlungen aufgeschlagen. Da wird so mancher Rabatt durch die Hintertür wieder einkassiert. Ein Trick, den nur clevere Neuwagenkäufer durchschauen.

Kasse gemacht wird übrigens auch, wenn man das Auto direkt im Werk abholt. Einzige Ausnahme ist Mercedes, wo man im Werk Sindelfingen schon seit 1953 den Wagen abholen kann. Heute geht das auch in Raststatt und Bremen, Werksbesichtigung inklusive. Alles zum Nulltarif.

Andere deutsche Hersteller kassieren hingegen ab. Audi berechnet Selbstabholern 500, BMW 395 und VW 350 Euro. Wer mehr erleben möchte, als nur das Auto in Empfang zu nehmen, bekommt es gegen Mehrpreis.

In eigenen Erlebniswelten versuchen die Hersteller, das erste Rendezvous mit dem neuen Fahrzeug zu einem Event zu machen. Möglich sind Zusatzangebote wie Werksbesichtigung, Hotelarrangements und Kinderprogramm. 

Datum

16. Juli 2013
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