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Umstrittenes Kältemittel R1234yf

Klimaanlagenmittel verbrennt zu Kampfgas

Bis 2017 müssen Hersteller ein neues Kühlmittel für Autoklimaanlagen einsetzen.

Das umstrittene Kältemittel R1234yf sorgt weiterhin für Negativ-Schlagzeilen. Beim Verbrennen des Stoffes soll ein besonders gefährliches Gas entstehen. Das haben Münchner Forscher entdeckt.

10.04.2014 auto motor und sport

Carbonylfluorid ist ein Abkömmling des Giftgases Phosgen, das im Ersten Weltkrieg als Kampfstoff eingesetzt wurde. Und Carbonylfluorid wird auch beim Verbrennen von R1234yf freigesetzt. Das berichtet eine Forschergruppe der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) um Prof. Andreas Kornrath in der "Zeitschrift für Naturforschung". Beim Einatmen des Stoffes könnten im schlimmsten Fall die Lungenbläschen verätzen, in den Blutkreislauf gelangen und sogar zum Tod führen, heißt es in einer Erklärung der LMU.

Bis 2017 muss ein neues Kältemittel her

Das Kältemittel R1234yf sollte eigentlich das bisher in Autoklimaanlagen verwendete R134a ablösen. Der Grund: R134a trägt zur globalen Klimaerwärmung bei. Allerdings hatten frühere Tests bereits gezeigt, dass sich R1234yf bei Unfällen entzünden kann und dabei die stark ätzend wirkende Flusssäure freisetzt.

Bis 2017 müssen die Autohersteller R134a aus ihren Klimaanlagen verbannt haben. So schreibt es die Europäische Union vor. Bei neuen Typgenehmigungen darf es bereits seit 2011 nicht mehr eingesetzt werden. Ob R1234yf tatsächlich als Alternativmittel taugt, ist nach den bisherigen Meldungen aber fraglich.

Daimler hatte entgegen der EU-Regelung auch bei neuen Typgenehmigungen noch das alte Mittel eingesetzt und sehe sich nun in seinem Vorgehen bestätigt, schreibt die "Automobilwoche". Laut der Branchenzeitschrift argumentiert die Firma Honeywell, Hersteller von R1234yf, dass die Ergebnisse der LMU nicht neu seien. Und: Carbonylfluorid bilde sich beim Verbrennen nur für den Bruchteil einer Sekunde und sei damit ungefährlich für Menschen.

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