Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Umweltbundesamt

Flasbarth neuer Chef im Umweltbundesamt

Jochen Flasbarth Chef Umweltbundesamt Foto: dpa 65 Bilder

Der Naturschützer Jochen Flasbarth wird neuer Chef des Umweltbundesamts (UBA). Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch (5.8.) auf Vorschlag von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) beschlossen.

06.08.2009

Der 47-jährige Leiter der Naturschutz-Abteilung des Ministeriums folgt auf Andreas Troge. Der 59-Jährige war vor kurzem nach 14 Jahren an der Spitze der obersten Umweltbehörde auf eigenen Wunsch krankheitsbedingt ausgeschieden.

Angela Merkel gab ihre Zustimmung

Flasbarth leitet die Naturschutz-Abteilung seit 2003. Davor war er von 1994 an Präsident des Naturschutzbunds Deutschland (NABU). Die Besetzung war letztlich ohne Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht möglich. Zunächst war eine Entscheidung erst nach der Bundestagswahl erwartet worden. Die FDP gratulierte Flasbarth zwar. FDP-Umweltsprecher Michael Kauch erklärte aber, die Fraktion hätte "es für angezeigt gehalten, mit einer so wichtigen Ernennung bis nach der Bundestagswahl zu warten. Wir hoffen, dass die schwarz-rote Koalition nicht noch weitere Last-Minute-Personalentscheidungen vor der Wahl trifft."

Gabriel sprach von einer "guten Entscheidung". Er schätze Flasbarths "Arbeit, Leistung und Fähigkeit - vor allen Dingen aber auch seine große internationale Erfahrung". Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin, der als damaliger Umweltminister Flasbarth 2003 zum Abteilungsleiter gemacht hatte, sagte: "Die große Koalition hat im Abgang wenigstens einmal eine richtige Entscheidung getroffen." Troge habe dem Umweltbundesamt ein Gesicht gegeben. "Es wird die Aufgabe eines neuen Präsidenten sein, die öffentliche Rolle fortzuführen, die das UBA heute hat, und vor allem die wichtige wissenschafltiche Zuarbeit für das Regierungshandeln zu leisten."

Flasbarth war Gründungsvorstand des Verkehrsclubs Deutschland

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weinzierl, hält es "für ein wichtiges Zeichen einer demokratischen Gesellschaft, wenn namhafte Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft besondere staatliche Ämter übernehmen". Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, fügte hinzu: "Es gibt sie also noch: die guten Personalentscheidungen im politischen Berlin." Seit Mitte der 80er Jahre war Flasbarth in verschiedenen Umweltorganisationen ehrenamtlich tätig gewesen - unter anderem als DNR-Präsidiumsmitglied, als Gründungsvorstand des Verkehrsclubs Deutschland und als Mitorganisator der Deutschen Umwelttage in Würzburg und Frankfurt.

Als Aufsichtsratsmitglied des Wuppertal Instituts begleitete Flasbarth eng die Forschungsarbeiten zum Klima- und Ressourcenschutz. Laut Ministerium gehörte er dem von Merkel - damals Bundesumweltministerin - berufenen Nationalen Komitee für Nachhaltige Entwicklung ebenso an wie dem vom früheren Kanzler Gerhard Schröder (SPD) gegründeten Nationalen Nachhaltigkeitsrat. In Nordrhein-Westfalen beriet Flasbarth SPD-Landesregierungen. Durch die Organisation der UN-Naturschutzkonferenz 2008 erlangte Flasbarth auch international großes Renommee und leitet seitdem das Präsidium der UN-Konvention über die Biologische Vielfalt (CBD). 

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige