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Umweltfreundliche Dienstwagen

Firmen senken Flottenverbräuche

Smart Fortwo Electric Drive, Deutsche Bank Foto: Panthermedia 6 Bilder

Wie hält es die deutsche Wirtschaft mit dem Spritsparen? auto motor und sport hat 15 Großunternehmen zu der Praxis in ihren Fuhrparks befragt. Ergebnis: Die haben verstanden.

09.08.2012 Brigitte Haschek

Die Deutsche Bank lässt sich ihren Mitarbeitern gegenüber nicht lumpen. Das Firmenwagen-Privileg hat im Unternehmen lange Tradition. Doch die 7.500 Nutzer mussten sich vor zwei Jahren kräftig umstellen: 2010 hat ihr Arbeitgeber eine Kilometergrenze eingeführt. Eine Kostenbeteiligung, die sich nach dem Kraftstoffverbrauch richtet, gibt es dagegen schon seit fast zehn Jahren. Schluckt das Wunschmodell mehr als sechs Liter – das entspricht 140 Gramm CO2 beim Benziner –, kommt eine progressive Steigerung der anfallenden Kosten für den Mitarbeiter in Gang.
"Damit ist ein Anreiz geschaffen, verbrauchsarme Fahrzeuge zu wählen", sagt Deutsche Bank-Sprecher Klaus Thoma. Das zeigt Wirkung: Die Zahl der Fahrzeuge mit Verbräuchen unter fünf Liter pro 100 Kilometer hat sich im Fuhrpark in den zurückliegenden beiden Jahren verdoppelt. "Es ist erklärtes Ziel, die Entwicklung umweltschonender Technik zu berücksichtigen und die Firmenwagenregelung in diesem Sinne ständig weiterzuentwickeln", so Thoma.

Mitarbeiter müssen Mehrverbrauch bezahlen

Ein Trend, der sich quer durch alle Branchen zieht. So legt die bei Thyssen-Krupp seit August 2011 geltende Dienstwagenordnung für jede der fünf einzelnen Fahrzeugkategorien CO2-Richtwerte fest, die nur begrenzt überschritten werden dürfen und an ein Malus-System gekoppelt sind. Das hat dazu geführt, dass der durchschnittliche CO2-Ausstoß der 4.259 Fahrzeuge starken Thyssen-Krupp-Flotte binnen eines Jahres von 162 auf 147 Gramm pro Kilometer sank.

Bei der Rewe-Gruppe sind beispielsweise für die Bezirksmanager Ford Mondeo 1.6 Econetic vorgesehen. Möchte der Mitarbeiter lieber den 25 PS stärkeren 2.0 TDCi fahren, so muss er für je 0,1 Liter Mehrverbrauch 150 Euro zahlen – also 900 Euro für 0,6 Liter mehr. Auch wenn die Wege unterschiedlich sind, marschiert die deutsche Wirtschaft mit ihren Dienstwagen-Gepflogenheiten in dieselbe Richtung – die Ampeln stehen auf Grün. Die Bayer AG etwa hat für ihre 1.200 Außendienstfahrzeuge eine CO2-Obergrenze von 155 g/km festgeschrieben. Bei den knapp 2.400 Autos für sonstige Mitarbeiter gibt es ein solches Limit nicht. Sie müssen aber zwischen besserer Ausstattung oder mehr Leistung entscheiden.

CO2-Werte der Flotten sinken

Energiekonzern RWE schafft seit 2009 nur noch Dienstwagen an, die vom Eco Test- Flottensiegel des ADAC mit vier oder fünf Sternen bewertet sind. Das Gros der aktuelle RWE-Flotte von knapp 2.000 Fahrzeugen ist mit vier Öko-Sternen unterwegs. Bei Hochtief feilt man derzeit noch an Regeln für einen ressourcenschonenderen Dienstwagenbetrieb. Fest steht jedoch schon, dass das obligatorische Fahrsicherheitstraining für dienstwagenberechtige Mitarbeiter um ein Spritspar-Training ergänzt werden soll. "Die aktuell neu bestellten Fahrzeuge weisen einen Durchschnittswert von 132 Gramm CO2 auf", sagt Hochtief-Sprecher Christian Gerhardus. "Wir sind auf dem richtigen Weg."

Bei der Telekom hat man sich zum Ziel gesetzt, bis 2015 auf einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß der Flotte von 120 g/km zu kommen. Vor zwei Jahren hatte das Unternehmen die Dienstwagenregel auf Grün getrimmt. Für jedes Gramm CO2 – bezogen auf einen Referenzwert der jeweiligen Fahrzeug-Kategorie – erhält der Mitarbeiter entweder einen Zu- oder Abschlag auf das Budget. Darüber hinaus setzt die Telekom im Service einige hundert Erdgasfahrzeuge ein.

Elektroautos im Kommen

Alternative Antriebe sind auch in vielen anderen Unternehmen ein Thema. Der Eon-Vorstand beispielsweise fährt Opel Ampera aus einem Firmen-Pool von 40 Elektroautos. Im Servicedienst der Deutschen Bahn rollen bereits 200 Elektroautos – vom Opel Ampera über Fiat 500 bis zu Mitsubishi i-MiEV. Sie werden grundsätzlich mit regenerativ produziertem Strom von DB Energie aufgeladen. Hausgemacht im wahrsten Sinne des Wortes ist auch der Strom, der die E-Autoflotte der Deutschen Bank antreibt: Die Rekuperation der Energie der Fahrstühle in den beiden Türmen der Zentrale an der Frankfurter Taunusanlage speist die Batterien von einem Dutzend E-Mobilen. Sie stehen den Mitarbeitern kostenfrei für Dienstfahrten im Stadtgebiet zur Verfügung.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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