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Umweltfreundliche SUV

Neue Sparkonzepte

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Spaß vermitteln die SUV mehr beim Fahren als beim Tanken. Umweltgerechte Technik soll neue Antworten auf die Energiediskussion geben.

24.11.2008 Klaus-Ulrich Blumenstock

Umweltfreundlich und SUV – ist das nicht ein Widerspruch? Weil diese beliebte Autogattung meist schwerer und aerodynamisch ungünstiger ist und mit Allradantrieb prinzipbedingt ohnehin mehr Sprit konsumiert, wird sie von Öko-Extremisten als überflüssig verunglimpft. Doch auch der Markt reagiert inzwischen auf gestiegene Spritpreise: Deutlich geht der Trend vom großen und schweren SUV hin zum kompakteren. Natürlich sehen die Autoproduzenten den Handlungsbedarf und arbeiten mit unterschiedlichsten Techniken an der Optimierung des Umwelt-Images ihrer SUV.

Ford Edge: 2,5-Tonner mit Brennstoffzelle

Jüngstes Beispiel ist der Prototyp eines Ford Edge, ein 2,5 Tonnen schwerer Geländewagen, der mit „Hy-Series Drive“ zum Hybriden wird, und zwar zu einem der ganz besonderen Art. Denn der Edge fährt rein elektrisch mit jeweils einem 65-kW-Motor an jeder Achse. Die Energie bezieht er aus einer Lithium-Ionen-Batterie, die nur dann die Unterstützung eines Brennstoffzellen-Stacks in Anspruch nimmt, wenn ihre Ladung unter 40 Prozent sinkt. Formal ist solch eine Kooperation also ein Serienhybrid, bei dem die Brennstoffzelle der Reichweitenverlängerung dient.

Zudem kann die Batterie auch an der Steckdose aufgeladen werden, dadurch wird er zum Plug-in-Hybrid, dessen Ladung für die ersten 40 Kilometer und somit einen Großteil alltäglicher Strecken reichen soll. Wer zusätzlich die 4,5 Kilogramm Wasserstoff via Brennstoffzelle in elektrische Energie umsetzt, dem winkt eine Gesamtreichweite von 320 Kilometern – völlig emissionsfrei, wie Ford betont.

Land Rover mit Erad-Hybridtechnik


So weit ist Land Rover mit seiner Erad-Hybridtechnik noch nicht, die derzeit in einem Freelander erprobt wird und frühestens Ende 2009 zum Einsatz kommt. Aber immerhin 20 bis 30 Prozent Spritersparnis versprechen sich die Engländer von der Anordnung. Dieselmotor plus Kurbelwellen-Startergenerator ermöglichen die Start-Stopp-Funktion sowie das Rückführen überschüssiger Bewegungsenergie in die 288 Volt Li-Ionen-Batterie. Eine weitere 35-kW-E-Maschine treibt die Hinterräder an, versorgt aber über die Kardanwelle bei Bedarf auch die Vorderräder.

Clou der Land Rover-Lösung: Weil der Dieselmotor via Haldexkupplung auch entkoppelt werden kann, erlaubt Erad zwischen Diesel-, Elektro-, Front-, Heck- und Allradantrieb jede denkbare Kombination.

GM setzt auf Two-Mode-Hybrid

Das geht über das kaum weniger komplexe Two-Mode-Konzept hinaus, das der Hybrid-Kooperation von BMW, Daimler und GM entstammt. Der Two-Mode-Hybrid zielt primär dort auf Spritersparnis, wo SUV überwiegend fahren: auf der Straße. Zudem musste das System bauraumneutral im Gehäuse eines üblichen Automatikgetriebes unterkommen und zugleich dessen Funktionen übernehmen.

Während GM in USA bereits Hybrid-SUV offeriert, will BMW 2009 im X6 Active Hybrid seine Efficient Dynamics-Philosophie erstmals mit solch einem Two-Mode-Getriebe ergänzen, ebenso wie Mercedes im ML 450 Blue-Hybrid.

Flüssiggas, Brennstoffzelle und weitere Alternativen

Um CO2- und Schadstoff-Emissionen ihrer SUV zu minimieren, gehen zum Beispiel Subaru beim Forester oder Hyundai beim Tucson mit Flüssiggas-Varianten in die Offensive. Auch Kia plant Vergleichbares. Darüber hinaus fassen nach GM mit dem Equinox und Toyota mit dem FCVH zunehmend andere asiatische Hersteller den Brennstoffzellen-Antrieb ins Auge.

Kia erprobt sein Konzept auf Sportage-Basis, Hyundai geht nach Studien auf Tucson und Santa Fe-Basis jetzt mit dem Crossover- Konzeptfahrzeug i-Blue in die dritte Brennstoffzellen-Generation. 115 Liter Druck-Wasserstoff sollen 600 km Reichweite ermöglichen. Nissan geht bei seinem X-Trail FCV bereits von einer Serie in Kundenhand ab 2015 aus.

Beim Hybrid-Pionier Toyota ruht man sich nicht auf den Verdiensten des Vorreiters Lexus RX 400h aus. Kleiner ist auch für die Umwelt feiner, glaubt man bei Toyota und stellte jetzt den Urban Cruiser vor, einen kleinen Bruder des RAV4. Der hat zwar weder Hybrid noch Gasantrieb an Bord, emittiert mit seinem kleinen Diesel aber nur noch 133 g CO2/km. Auch bei Audi dämmert nun die Erkenntnis, dass schiere Größe – sprich der Q7 – nicht alles ist. Deshalb plant man jetzt eine Hybridversion des Q5, die in zwei bis drei Jahren kommen soll.

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