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Feinstaubwerte 2008

Plakettenverordnung brachte kaum Verbesserung

Foto: dpa

Zwar sind die Feinstaubwerte in Deutschland 2008 weiter gesunken, dennoch gibt es noch keinen Grund zur Entwarnung. An keinem anderen Messpunkt wurden die Grenzwerte so oft verfehlt wie in Stuttgart. Bereits im März hatten sich mehr Überschreitungen angesammelt, als im gesamten Jahr erlaubt gewesen wären.

21.01.2009

Für Günter Baumbach, Professor für Luftreinhaltung an der Universität Stuttgart, ist das keine überraschende Nachricht: "Die Belüftung ist durch die angrenzende Bebauung stark eingeschränkt. Zudem ist es ein echter Verkehrsknotenpunkt, den jeden Tag etwa 80.000 Fahrzeuge passieren. Hinzu käme eine Ampelkreuzung in unmittelbarer Nähe, an der die Autos beim Anfahren noch einmal zusätzlich Rußpartikel in die Luft schleudern. So kommt es rund um die Messstation besonders häufig zu dicker Luft.

Im vergangenen Jahr waren es 79 Tage, an denen die Konzentration von Feinstaub über der Grenze von 50 Mikrogramm (50 Millionstel Gramm) in jedem Kubikmeter Luft lag  per Gesetz erlaubt sind 35 Tage im Jahr.

NRW auf Platz zwei

Über diesen genehmigten Wert kamen neben der Station am Neckartor noch weitere 18 der insgesamt 421 Stationen in Deutschland, wie das Umweltbundesamt in Dessau berichtet. Darunter finden sich vor allem Messpunkte im Raum Stuttgart und in Nordrhein-Westfalen. So liegen mit Krefeld (74 Tage), Essen (68 Tage) und Dortmund (60 Tage) drei der fünf Stationen mit den meisten Überschreitungen im Ruhrgebiet.

Vor allem verkehrsnahe Stationen verzeichneten im vergangenen Jahr zu hohe Feinstaub-Werte. Bei 17 der 19 Stationen mit überschrittenem Grenzwert gilt der Verkehr als Hauptquelle für den gemessenen Feinstaub, bei zwei von ihnen die Industrie. Dagegen lagen die 18 Messpunkte, an denen die Grenze von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an keinem einzigen Tag überschritten wurde, zumeist in ländlicher Umgebung mit wenig Verkehr.

Umweltzonen noch im Spielbetrieb

Um zumindest die größten Feinstaub-Schleudern langfristig aus dem Verkehr zu verbannen, haben mittlerweile 32 Städte Umweltzonen eingerichtet, darunter Berlin, Köln und München. Autos dürfen in diesen Zonen nur dann unterwegs sein, wenn sie mit einer entsprechende Feinstaub-Plakette versehen sind. In Hannover gilt seit dem 1. Januar zusätzlich ein Fahrverbot für Fahrzeuge mit einer roten Plakette. Mit der Ausnahme von Hannover befinden sich die Umweltzonen noch im Spielbetrieb, daher hat sich seit ihrer Einführung die Luftqualität auch nur in geringem Maße verbessern können, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.

Dass die Umweltzonen also messbar zur gesunkenen Feinstaub-Konzentration im vergangenen Jahr beigetragen haben, ist unwahrscheinlich. Denn bis auf Hannover besteht in den Umweltzonen bislang nur die Plaketten-Pflicht, und auch daran halten sich längst nicht alle Autofahrer: "Dort, wo wie im Ruhrgebiet die Umweltzonen kaum überwacht wurden, fahren noch recht viele Fahrzeuge ohne Plakette herum ­ bei unseren Kontrollen im Dezember waren es in Gelsenkirchen noch mehr als elf Prozent", sagt Jürgen Resch. Wo der Verkehr allerdings intensiver kontrolliert werde, etwa in Berlin, fänden sich nur noch wenige Fahrzeuge ohne Plakette.

"Wir müssen die Belastung weiter senken, um in gesunder Luft leben zu können", sagte
der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, am Mittwoch (21.1.) zur Vorstellung der Feinstaubdaten. Der Grenzwert für Feinstaub wurde bei rund fünf Prozent aller Messstationen häufiger als die erlaubten 35 Tage im Jahr überschritten. Feinstaub stammt unter anderem aus Dieselfahrzeugen, Haushalten und der Industrie.

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