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Action auf der IAA

Unfälle, Überschläge und Fahren ohne Lenkrad

IAA 2013, Action, Roman Domes Foto: Tobias Grüner 36 Bilder

Anschauen kann man viel auf der IAA, sehr viel. Doch nur anschauen reicht nicht. Selbst ausprobieren heißt die Devise. Was muss man auf der Messe unbedingt erlebt haben? Wir sind gerutscht, wir haben Unfälle verursacht, und wir haben hier die Höhepunkte zusammengestellt.

16.09.2013 Roman Domes

Das Szenario ist Folgendes: Sie fahren in einem GT3-Boliden über die Nürburgring Nordschleife, es regnet, die Fahrbahn ist rutschig. Im Hatzenbach kommt das Fahrzeug zu sehr auf die steilen Kerbs und hebt ab. Es überschlägt sich und kommt auf dem Dach zum Liegen. Stille. "Abstützen am Dach und die Füße gegen das Armaturenbrett drücken, dann können Sie sich abrollen und aussteigen, wenn Sie noch am Leben sein sollten", sagt der Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes am Überschlagssimulator auf der IAA.

Überlebt haben wir, also kriechen wir mit hochrotem Kopf und Schwindelgefühl aus dem Gestell aus Sportsitzen und Sechs-Punkt-Gurten aus. Wer noch nie mit dem Auto Kopf gestanden ist, erfährt es auf diese Weise am Besten. Daher lohnt es sich auf jeden Fall, mal beim Deutschen Roten Kreuz vorbeizuschauen. Sie finden den Simulator in Halle 3.1 – etwas versteckt neben älteren Sanitäts- und Notarztfahrzeugen, die ebenfalls einen Blick Wert sind.

Wer ist der Schnellste auf der Mini-Rutsche?

Physische Kräfte wirken auch beim britischen Hersteller Mini, hier steht die Welt aber nicht Kopf. Die Attraktion ist eine spiralförmige Rutsche, die mit Live-Timing ein Redaktionsduell heraufbeschwört. Auf einer Rutsch-Matte schwingt sich einer nach dem anderen aus dem zweiten Stock möglichst schnell in den Tunnel hinab. Lichtschranken an Anfang und Ende der Rutsche messen die Zeit. auto motor und sport schaffte im zweiten Versuch eine Zeit von 3,02 Sekunden – gutes Mittelfeld. Vielleicht schaffen Sie es ja in weniger Zeit? Tipp: Vieeeeel Schwung holen. Die Rutsche finden Sie, genau wie den Messestand, in Halle 11. Dort ist auch BMW zu Hause.

Simuliertes E-Fahrgefühl bei BMW

Das etwas andere Erlebnis gibt es - ebenfalls in Halle 11 - beim bayrischen Hersteller BMW. Wenn man nicht bereits im Freigelände mit dem neuen i3 chauffiert wurde, hat man im BMW E-Drive-Simulator eine fast noch bessere Gelegenheit, die elektrische Art der motorisierten Fortbewegung zu er-fahren. Der Apparat erinnert an einen Bahnhofs-Passbild-Automat. Vor einem prankt ein riesiger 3D-Bildschirm, im Fußraum befinden sich Strom(gas)- und Bremspedal, aber nirgends findet sich ein Lenkrad. Reinsetzen, Vorhang zuziehen, Füße auf die Pedale und auf das Startsignal warten. Man lässt den rechten Fuß fallen und der Passbildautomat neigt sich analog der Beschleunigung nach hinten - spannend. Eine Warnung erscheint, wenn die maximal erlaubte Geschwindigkeit überschritten wird. Fuß kurz anlupfen und die Eigenarten der Rekuperation werden deutlich - das Fahrzeug bremst ohne Betätigung des Bremspedals relativ stark ab. Das ist zunächst ungewohnt, denn es fühlt sich an, als ob man in einem Auto mit Verbrennungsmotor bei einer steilen Bergauffahrt vom Gas geht - und das auf ebener Strecke. Das automatische Lenken - man hat ja kein Volant - ist anfangs auch etwas befremdlich. So entsteht ein völlig neues Fahrgefühl.

Ungewohnt auch die nächste Szene: Vögelgezwitscher, Stimmen, leichtes Surren, kein Straßenlärm - so könnte sich die E-Zukunft anhören. Schön, idyllisch ... Plötzlich ein lautes Hupen und die rotleuchtende Meldung auf dem Bildschirm: "Sie haben eine rote Ampel überfahren und einen Unfall verursacht!" Notiz: Nicht von der elektrischen Stille einlullen lassen und immer konzentriert sein.

Audi und der Auto-Autopilot

Weiter geht’s zu Audi in die Räumlichkeiten auf dem Freigelände Agora. Diese Halle ist sowieso kaum zu übersehen. Dort kommt ein Fahrsimulator dem Thema "Autonomes Fahren" schon ziemlich nahe. Man setzt sich ans Steuer eines fiktiven Audi, vor einem drei riesige Bildschirme, die eine dreispurige urbane Landstraße zeigen. Neben mir ein freundlicher Audi-Mitarbeiter, der das System erklärt, bevor endlich losgefahren werden kann. Vorstellen muss man sich das wie eine richtige Autofahrt im richtigen Straßenverkehr.

Nun denn: Los geht’s auf freier Strecke, das Stauende ist noch meilenweit entfernt. Also das gleiche Spiel wie bei BMW, der rechte Fuß latscht das Pedal voll durch, mit leisem Motorsound, aber hochschnellendem Tacho kommt der Stau näher. Der Hinweis des Audi-Mitarbeiters: "Bremsen, auf der Spur bleiben." Gesagt, getan. Im Kombiinstrument erscheint dann der Hinweis "Stauassistent verfügbar", per Knopfdruck auf dem Lenkrad wird er aktiviert. Hände vom Lenkrad, Füße weg von der Pedalerie und siehe da, er hält automatisch genügend Abstand zum Vordermann und schließt bei Bedarf wieder auf. Mittlerweile hat mich der Messemitarbeiter schon in ein Gespräch verwickelt. Die Themen drehen sich um alternative Beschäftigungen beim Gefahren-werden als Fahrer.

Der Auto-Pilot steuert das Fahrzeug souverän - wie im Flugzeug, nur irgendwie greifbarer und ein bisschen alltagsrelevanter. Langsam löst sich der Stau auf. Ein Piepsignal ertönt und erinnert uns, dass es an der Zeit ist, das Steuer selbst wieder zu übernehmen. Das tun wir gerne.

Mercedes-Offroad-Challenge sorgt für weiche Knie

Ein weiteres Highlight ist zweifelsohne die Mercedes Offroad-Challenge, die man im Freigelände Ost findet. Die Zeit in der Warteschlange wird zur Ewigkeit. Ein bisschen Angst macht sich breit, als man die G-Klasse-Modelle beim Erzwingen der steilen Rampe beobachtet. Endlich ist es soweit: Schweißperlen auf der Stirn, Puls auf 180, dabei sind es lediglich knapp über zehn Höhenmeter. Der Fahrerplatz ist mit einem Mercedes-Ingenieur besetzt und das ist auch gut so.

Erstaunlich, wie leicht die seit der 1979 nahezu unveränderte G-Klasse die über 30%-Steigung erklimmt. Der V8 unter Haube brüllt nur ganz kurz auf, ansonsten helfen Drehmoment und Allradantrieb gegen die physischen Kräfte der schiefen Ebene. Der Fahrer hält mittendrin an und fährt nach ein paar, sich nach einer Unendlichkeit anfühlenden, Sekunden weiter. Der Geländewagen rollt auf eine Art Podest, das unter der Last des 2,5-Tonners quietscht und sich nach vorne neigt, wie eine Wippe auf dem Spielplatz. Der Weg nach unten wird so freigegeben. Die Bergabfahrhilfe wird aktiviert und der Offroader bremst sich mit teilweise stehenden Reifen nach unten. Die Offroad-Challenge gehört zum absoluten Pflichtprogramm auf der IAA.

Zu guter Letzt will aber der infantile Spieltrieb noch einmal ausgelebt werden. Die altehrwürdige Carrera-Bahn auf dem Freigelände West ist dafür absolut perfekt geeignet. Drei Redakteure, drei DTM-Autos und am Ende drei Verlierer, alle drei Autos haben es nicht bis ins Ziel geschafft und sind vorher, teilweise in hohem Bogen, von der Strecke abgeflogen.

Wir haben einen Tag voller Action hinter uns und sind ausgepowert. In unserer Fotoshow können Sie weitere Möglichkeiten der aktiven Teilnahme an der IAA 2013 in Frankfurt kennenlernen.

AusstellerAttraktionStandort
AudiAudi Staupilot-SimulatorFreigelände Agora
BMWBMW eDrive-SimulatorHalle 11
MiniMini Speed Slide-RutscheHalle 11
Mercedes-BenzMercedes Offroad-ChallengeFreigelände Ost
Mercedes-BenzMercedes Driving ExperienceFreigelände Ost
Deutsches Rotes KreuzÜberschlags-SimulatorHalle 3.1
CarreraDTM Carrera-BahnFreigelände West
HyundaiHyundai-Kids-Fahrschule (3-13 Jahre)Freigelände West
NissanNissan Gran Turismo Race-SeatHalle 8
Top GearTop Gear ExperienceFreigelände West
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