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Unfall im Ausland

Unfall im Ausland: Schadenregulierung

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Europa sei Dank: Nach Unfällen in den Nachbarstaaten ist die Schadenregulierung stark vereinfacht worden. Was im Fall des Falles zu beachten ist.

22.10.2008

EU-KH-Richtlinie - der Name klingt sperrig, aber ihre Auswirkungen sind für Autofahrer mehr als hilfreich: Sie erlaubt seit einiger Zeit, Unfälle, die sich in einem anderen EU-Staat und in den EWR-Staaten Norwegen, Liechtenstein und Island ereignen, in Deutschland abzuwickeln. Auch die Schweiz hat das System übernommen. Sprachprobleme bei der Schadenregulierung und zum Teil jahrelanges Warten auf Entschädigung gehören endgültig der Vergangenheit an.

Ein Alltags-Beispiel: Ein Italiener fährt in Madonna di Campiglio über eine rote Ampel und rammt das Auto eines deutschen Touristen. Der Unfall muss nicht mehr direkt bei der italienischen Versicherung gemeldet und in Italien reguliert werden. Das Unfallopfer kann seine Schadenersatzansprüche in Deutschland bei einem Repräsentanten des italienischen Haftpflichtversicherers geltend machen. Das ist meist eine deutsche Versicherung. Sie wickelt den Vorfall so ab, wie dies in Deutschland üblich ist. Die Korrespondenz erfolgt in deutscher Sprache, und der Repräsentant zahlt auch den Schadenersatz.

Zentralruf der Autoversicherer hilft weiter

Allerdings bekommt das Unfallopfer nur das, was in dem Land üblich ist, wo sich der Unfall ereignete. Kosten für Sachverständigen-Gutachten oder Mietwagen beispielsweise werden in einigen EU-Ländern nicht erstattet. Wer den Auslandsunfall hierzulande regulieren lässt, muss sich zunächst an den Zentralruf der Autoversicherer (Telefonnummer 0180/25026) wenden. Dort kann für jedes Fahrzeug, das in der EU, in einem EWR-Land oder in der Schweiz zugelassen ist, über das Kennzeichen der jeweilige Haftpflichtversicherer, die Nummer der Versicherungspolice und der in Deutschland zuständige Regulierungsbeauftragte ermittelt werden.

Trotzdem sollten nach einer Karambolage im Ausland Name, Adresse und Kennzeichen des Unfallkontrahenten notiert werden, um denkbare Schreibfehler etwa beim Kennzeichen zu korrigieren. Am besten erfolgt das auf einem internationalen Unfallbericht, der bei jeder Versicherung zu haben ist und unbedingt ins Handschuhfach gehört. Sollte es dem Zentralruf der Autoversicherer nicht gelingen, innerhalb von zwei Monaten den ausländischen Versicherer zu ermitteln, können die Schadenersatzansprüche bei der Verkehrsopferhilfe e.V. geltend gemacht werden. Deren Kompetenzen und Aufgaben wurden auf die Länder, die der EU-KH-Richtlinie unterworfen sind, erweitert.

Klage im Heimatland

Die Verkehrsopferhilfe übernimmt auch den Fall, wenn die Bemühungen desRepräsentanten zu keiner zufriedenstellenden Reaktion des ausländischenVersicherers führen sollten. Kommt es zum Rechtsstreit, weil dieRegulierungsverhandlungen scheiterten, können Unfallopfer gemäß einerverbraucherfreundlichen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vordem für sie zuständigen Gericht im Heimatland Klage einreichen. Früherkonnte dies nur in dem Staat erfolgen, wo sich der Unfall ereignethatte.

Klage im Heimatland

Die Verkehrsopferhilfe übernimmt auch den Fall, wenn die Bemühungen desRepräsentanten zu keiner zufriedenstellenden Reaktion des ausländischenVersicherers führen sollten. Kommt es zum Rechtsstreit, weil dieRegulierungsverhandlungen scheiterten, können Unfallopfer gemäß einerverbraucherfreundlichen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vordem für sie zuständigen Gericht im Heimatland Klage einreichen. Früherkonnte dies nur in dem Staat erfolgen, wo sich der Unfall ereignethatte.

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