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Unfall mit Krankenwagen

Laut Urteil haften beide Parteien

Krankenwagen Foto: Siemens

Kommt es zu einem Unfall zwischen Pkw und Krankenwagen, müssen beide Parteien haften. Verhandelt wurde ein Fall, in dem der Autofahrer sowohl das Martinshorn als auch das Blaulicht des Rettungswagens zu spät bemerkte.

28.10.2013 auto motor und sport

Wie der Deutsche Anwaltverein (DAV) berichtet, ist es je nach Umständen möglich, beide Fahrzeugführer haftbar zu machen, sollte es zu einem Unfall zwischen Pkw und Krankenwagen kommen. Hört der Pkw-Fahrer das Martinshorn zu spät und nimmt er das Blaulicht erst mit Verzögerung wahr, dann trägt er im Falle einer Kollision eine Mitschuld. Gleichzeitig gilt für den Rettungswagenfahrer, dass er den Verkehr beobachten und darauf achten muss, ob andere Verkehrsteilnehmer ihn wahrnehmen. So entschied das Amtsgericht Villingen-Schwenningen in einem aktuellen Fall.

Rettungswagen weder gehört noch gesehen

Verhandelt wurde laut DAV ein Fall, in dem ein Pkw-Fahrer ein Rettungsfahrzeug aufgrund einer verschneiten Heckscheibe zu spät bemerkte. Das Martinshorn des Rettungswagens nahm er ebenfalls nicht wahr, da das Gebläse seines Autos wegen der winterlichen Bedingungen auf höchster Stufe lief. Als der Autofahrer den Krankenwagen schließlich bemerkte, fuhr er in einem Kreisverkehr an die Seite. Der Rettungswagenfahrer setzte dann allerdings zum Überholen an, noch bevor das Auto stand. So kam es zum Unfall zwischen Pkw und Krankenwagen.

Beide Fahrer müssen den Schaden tragen

Das Amtsgericht Villingen-Schwennigen entschied nun, dass beide Fahrer für die Schäden haften müssen. In der Urteilsbegründung heißt es, dass beide Beteiligten eine Teilschuld tragen würden. Dem Autofahrer sei anzulasten, dass er seine Heckscheibe nicht vor Fahrtantritt von Schnee befreit und den Rettungswagen daher zu spät bemerkt habe. Der Krankenwagenfahrer wiederum hätte erst überholen dürfen, wenn das Auto vor ihm zum Stehen gekommen wäre. Das Amtsgericht sieht bei diesem Unfall zwischen Pkw und Krankenwagen daher eine Schadenteilung von 50:50 vor.

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