Unfallforschung mit SUV: Neue Studie deckt große Gefahren auf

Unfallforschung, Test, Versuch

Eine neue Studie hat das Unfallgeschehen mit Geländewagen unter die Lupe genommen. Alarmierendes Ergebnis: Bei Karambolagen mit normalen Pkw ziehen deren Fahrer oft den Kürzeren.

SUV sind bei Autokäufern beliebt, bereits jeder zehnte neu zugelassene Wagen in Deutschland zählt zu dieser Fahrzeuggattung. Eine Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer (UDV) ist jetzt der Frage nachgegangen, ob von SUV eine erhöhte Gefahr im Straßenverkehr ausgeht. Denn ihr Anteil steigt nicht nur im Bestand, sondern auch im Unfallgeschehen, zumal der Trend eindeutig zu größeren und schwereren Modellen geht.

So bringen viele Dickschiffe wie Audi Q7 oder Mercedes GL bereits ohne Zuladung über zwei Tonnen auf die Waage. "Die Analyse der amtlichen Statistik und sämtlicher Informationen aus der UDV-Datenbank sowie der Schadenstatistik erfolgte deshalb differenziert nach Bauart, Größe und Alter", sagt der Chef des Instituts, Siegfried Brockmann.

Eigene Crashtests der UDV

Außerdem wurden eigene Crashtests durchgeführt. Obwohl der SUV- im Vergleich zum Pkw-Bestand jünger ist, werden 61 Prozent als alt eingestuft, weil ihre Modelleinführung vor 2003 stattfand. Als groß gelten Baureihen mit über 1,55 Meter Spurweite, die einen Anteil von 46 Prozent haben. Immerhin verfügen 72 Prozent über eine selbsttragende Karosserie ohne separaten Rahmen, die bei einer Kollision mehr Energie aufnehmen kann.

Betrachtet man Unfälle mit Personenschäden, unterscheiden sich SUV nicht von anderen Personenwagen. Auch das Fehlverhalten der Geländewagen-Fahrer bei einem Crash ist vergleichbar: Unfallverursacher sind häufig mittleren bis höheren Alters, also 46 bis 65 Jahre. Die bekannte Risikogruppe der jungen Fahrer ist dagegen deutlich unterrepräsentiert. SUV-Besitzer sind häufiger selbstständig oder in leitenden Positionen. Darüber hinaus legen sie im Schnitt etwa 30 Prozent mehr Kilometer pro Jahr zurück als andere Fahrzeughalter in Deutschland.

SUV und Pkw bei Unfällen nicht kompatibel

Im Fokus der Unfallforscher standen ausschließlich Kollisionen zwischen SUV und normalen Pkw. Und diese Ergebnisse sind alarmierend: "Für Passagiere im Personenwagen besteht ein deutlich höheres Risiko für schwere oder gar tödliche Verletzungen als für die im SUV", sagt Brockmann. Dies treffe insbesondere auf große Geländewagen zu, was sich noch verschlimmere, wenn sie einen schweren, massiven Leiterrahmen haben. "Das ist ein eindeutiger Hinweis auf mangelnde Kompatibilität zwischen beiden Fahrzeuggruppen", so der Unfallforscher.

Bei Geländewagen dagegen ist das Risiko eines Umstürzens oder Überschlags als Unfallfolge doppelt so hoch wie beim Pkw. "Zum besseren Schutz der Unfallkontrahenten sollten SUV mit modernen Notbremssystemen ausgerüstet werden", fordert Brockmann.

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Brigitte Haschek

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