Im Jahr 1970, dem bisher schwärzesten Jahr der Unfallstatistik, starben noch 21.332 Menschen auf Deutschlands Straßen. Trotz der rückläufigen Zahlen verlieren durchschnittlich immer noch zwölf Menschen täglich ihr Leben im Straßenverkehr, erläuterte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes, bei der Vorstellung der Straßenverkehrsunfallstatistik 2008 in Berlin.
Die Ergebnisse der Straßenverkehrsunfallstatistik zeigen ferner, dass gegenüber dem Vorjahr im Jahr 2008 auch die Zahl der Verletzten wieder abgenommen hat, nachdem diese 2007 gestiegen war. 2008 wurden 6,4 Prozent weniger Verkehrsteilnehmer schwerverletzt und 4,9 Prozent weniger leichtverletzt. Insgesamt hat die Polizei im vergangenen Jahr 2,29 Millionen Unfälle aufgenommen. Dies waren 1,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei rund 86 Prozent aller Unfälle gab es ausschließlich Sachschaden, bei jedem siebten Unfall kamen Menschen zu Schaden.
Überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache nimmt ab
Die Unfallursache "nicht angepasste Geschwindigkeit" - über viele Jahre als Unfallursache Nummer eins - ist im vergangenen Jahr um 9,9 Prozent deutlich zurückgegangen. Dennoch sind sogenannte Geschwindigkeitsunfälle immer noch überdurchschnittlich für Verkehrstote verantwortlich. So waren im Jahr 2008 17 Prozent der Unfälle mit Personschaden für 38 Prozent aller Verkehrstoten verantwortlich.
Junge Fahrer mit höchstem Risiko
Das höchste Unfallrisiko weisen die Statistiker immer noch der Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren zu. Jeder fünfte Getötete und Verletzte gehört in diese Altersgruppe. Im Vergleich zu 2007 ist die Zahl der getöteten 18- bis 24-Jährigen in Deutschland um 8,7 Prozent auf 887 Personen gesunken. Vor allem in Personenkraftwagen kamen wesentlich weniger junge Menschen zu Tode: Die Zahl der tödlich verletzten 18- bis 24-jährigen Pkw-Insassen nahm um 14 Prozent oder 104 Personen ab.
Alkoholverbot für Fahranfänger zeigt Wirkung
Als wirksame Maßnahme bezeichnen die Statistiker auch das im August 2007 eingeführte Alkoholverbot für Fahranfänger. Im Jahr 2008 ging die Zahl der an Unfällen mit Personenschaden beteiligten alkoholisierten Pkw-Fahranfänger im Alter von 18 bis 20 Jahren um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Der durchschnittliche Rückgang bei allen Pkw-Fahrern lag dagegen bei 6,4 Prozent.
Einen besonderen Einfluss dürfte das Alkoholverbot auf die Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren ausgeübt haben. In dieser Altersgruppe, in der beispielsweise Führerscheine für Mofa, Moped oder ein Leichtkraftrad erworben werden können, wurden 2008 insgesamt sogar 19 Prozent weniger alkoholisierte Unfallbeteiligte gezählt als ein Jahr zuvor.




