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Elektroauto-Markt

Unter Hochspannung

Bernd Ostmann über ein neues Netz an Schnellladestationen und das Elektroauto-Wunderland Norwegen.

27.05.2014 Bernd Ostmann

Tesla hat vorgelegt – und Kritik geerntet. Die Amerikaner planen ein europaweites Schnellladenetz. Bis Ende 2014 sollen allein in Deutschland zwischen 40 bis 50 Schnellladestationen entstehen. "Unsere Devise lautet: Ein Tesla-Fahrer soll nicht mehr zum Autofahren brauchen als Sonnenlicht", erklärt Tesla-Gründer Elon Musk, "und selbst die daraus gewonnene Energie ist für unsere Kunden kostenlos." Reserviert sind die Solar-Ladestationen, an denen man binnen 20 bis 30 Minuten bis zu 80 Prozent der Batterie laden kann, allerdings nur für Tesla-Kunden und den passenden Tesla-Stecker.

Gerade hat man in Brüssel einen europaweiten Stecker nach deutschem Muster verabschiedet. Und so wetterte Bosch-Chef Volkmar Denner zu Recht: "Es wäre doch volkswirtschaftlich ein Unsinn, wenn jeder Fahrzeughersteller seine eigene Infrastruktur aufstellen würde. Viel sinnvoller wäre doch, wenn die Vielfalt an Ladesäulenbesitzern für den Kunden gar nicht relevant wäre, weil die Software im Hintergrund alles für ihn regelt."

400 Schnellladesäulen geplant

Auf der Hannover Messe präsentierte Wirtschaftsstaatssekretärin Brigitte Zypries jetzt das Gemeinschaftsprojekt SLAM: Bis 2017 sollen 400 Schnellladesäulen in Deutschland aufgebaut werden, in die der neue Europastecker passt. War es der Druck von Tesla? Ein Manager: "Wir wollen die Ladeinfrastruktur ja nicht Tesla überlassen." Hinter dem Projekt stehen verschiedene Hochschulen und Automobilhersteller, beispielsweise BMW, Daimler, Porsche, Volkswagen und als assoziierte Partner auch Audi und Ford.

Gleichzeitig hat Verkehrsminister Alexander Dobrindt den ersten Entwurf eines Elektromobilitätsgesetzes auf den Weg gebracht. Er möchte zwar E-Fahrzeuge künftig über Kredite der KfW-Bank fördern, aber keine direkten finanziellen Kaufanreize bieten. Dafür soll es andere Vergünstigungen geben, beispielsweise kostenlose Parkplätze in den Städten. Geplant sind auch spezielle Kennzeichen für E-Mobile und die freie Fahrt auf Busspuren. Hier findet der Vorstoß der Bundesregierung allerdings harsche Kritik der Opposition. Solche Kennzeichen seien europarechtswidrig: "Ein Elektroauto beispielsweise aus Frankreich könnte dann nicht die gleichen Privilegien in Anspruch nehmen wie die deutschen", erklärt Winfried Hermann, der Minister für Verkehr und Infrastruktur von Baden-Württemberg. Er präferiert eine blaue Plakette für E-Fahrzeuge, die man für umweltfreundliche Autos an der Grenze ausgeben könnte.

Ein zweites Problem sieht der Grünen-Politiker darin, dass E-Fahrzeuge künftig Busspuren benutzen können, um lautlos am Stau vorbeizusurren. Er befürchtet Schwierigkeiten für den öffentlichen Nahverkehr. Wenn die Idee nämlich Erfolg hätte, so die Sorge des Politikers, dann würden künftig umweltfreundliche Autos die Busspuren blockieren und den öffentlichen Nahverkehr behindern.

Model S in Norwegen auf Rang eins

Wer die Elektromobilität ernsthaft fördern will, der sollte sich am Beispiel Norwegen orientieren. Norwegen beherrscht den europäischen E-Mobilmarkt: Im Februar wurden in Norwegen 1.385 E-Autos verkauft. Deutschland kam mit 481 auf Rang zwei. Was machen die Norweger besser? Sie spielen das Thema E-Mobilität konsequent durch: Der E-Kunde spart bei der Kfz-Steuer und bei der City-Maut. Der E-Fahrer hat freie Fahrt auf den Bus- und Taxispuren. Er parkt nicht nur kostenlos in der City, er tankt seine Batterien auch kostenlos auf. Nur für die Schnellladung muss er bezahlen.

Der norwegische Staat lässt sich diese grüne Strategie angeblich nicht weniger als fünf Milliarden Euro kosten. Was natürlich Kritik erzeugt: nämlich den Vorwurf, diese Initiative würde die Reichen und Privilegierten noch zusätzlich bevorteilen. Kein Wunder: Im März war das 70.000 Euro teure Tesla Model S der Bestseller im norwegischen Markt. Das meistverkaufte konventionell angetriebene Auto, der VW Golf, schaffte es nur auf Rang zwei.

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