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Unterwegs mit dem Mobilkran

Große Jungs spielen gern

asv 1814, Reportage Mobilkran Foto: Dino Eisele 10 Bilder

Einen Tag lang einen mobilKran beim Einsatz begleiten – davon träumen viele. Für Leser Hans-Jörg Eilers haben wir diesen Traum wahr gemacht.

17.10.2014 Bérénice Schneider

Der Container schwankt hin und her, als er gut drei Meter über dem Boden seinem neuen Standort entgegenschaukelt, getragen von einem Teleskopkran. Hans-Jörg Eilers steht in sicherer Entfernung, eine Warnweste über der Jacke und einen gelben Sicherheitshelm auf dem Kopf. Schweigend verfolgt er das Geschehen. Eilers ist Maschinenbauingenieur im Ruhestand, bis vor einigen Jahren war er in einem Unternehmen der Baubranche für die Maschineninstandsetzung verantwortlich.

Hauptausleger reicht bis 72 Meter hoch

Heute darf er als Gewinner einer Verlosung Mobilkräne im Einsatz bestaunen. Den Erlebnistag bei der Münchner Schmidbauer-Gruppe hatten wir anlässlich der Modellbau-Reportage in AUTO-Heft 1+2/2014 ausgelobt. "Mich interessiert alles, das mit Technik zu tun hat", sagt er und beobachtet mit zusammengekniffenen Augen, wie der 200-Tonnen-Mobilkran von Liebherr seine Last zwischen den übrigen Containern ablädt, die zusammen ein Übergangsschulgebäude ergeben werden.

Voll ausgefahren reicht der Hauptausleger 72 Meter in die Höhe. Damit der Kran auch dann noch kippsicher bleibt, sorgen rund 32 Tonnen Ballast für einen sicheren Stand.

Zwischenzeitlich hat ein Mitarbeiter den Container vom Traggestell gelöst, der Ausleger schwenkt zurück zum Transporter, wo schon der nächste mobile Schulraum wartet.

Nur 36 Tonnen Gewicht inklusive Balast

Rund zehn Kilometer weiter warten am Münchner Königsplatz antike Statuen darauf, verladen zu werden. Auf dem Vorplatz der historischen Antikensammlung steht ein 40-Tonner. Er gehört zur sogenannten City-Class der Mobilkräne. Wegen seiner geringen Größe eignet er sich für den Einsatz in Hallen und auf engen Baustellen. Immerhin wiegt er samt den 1,5 Tonnen Ballast nur 36 Tonnen – bei einer Fahrgestelllänge von 8,38 Metern und 2,5 Metern Breite. Seine maximale Hubhöhe beträgt dafür 44 Meter.

Die braucht er heute gar nicht; er hebt die in Holzkisten gesicherten Kostbarkeiten die rund 30 Stufen vom Museum herunter und in den Lkw. Eilers ist beeindruckt von der Präzisionsarbeit: "Das ist mal ganz was anderes als auf einer Baustelle." Eine Baustelle steht an diesem Tag auch noch auf dem Besuchsprogramm. Dort wird gerade ein 100-Tonner aufgebaut. Sein Fahrer manövriert ihn neben das entstehende Haus, dann verlegen Helfer Holzplanken, auf denen die Stützen später aufliegen. Da es zu regnen begonnen hat, sind die Männer innerhalb weniger Minuten schlammverschmiert. Der Kranführer darf seinen Einsatz in der Kabine abwarten und füttert derweil den Bordrechner mit Informationen über den Hub. Die Elektronik errechnet die nötigen Ballastwerte und die maximale Auslenkung.

Am Ende des Tages ist Hans-Jörg Eilers zufrieden, auch wenn er keinen der Kräne selbst fahren durfte. "Das kann ja nicht jeder", meint er, setzt den gelben Helm ab und schält sich aus der Warnweste.

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