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Ur-Porsche Egger-Lohner C.2

Historischer Wert des Ur-Porsche bestätigt

Egger-Lohner C.2 Foto: Porsche 11 Bilder

Um zehn Uhr platzte heute (10. März 2014) im Porsche Museum die Bombe: Nach wochenlanger Kritik vieler Medien an der Geschichte des Egger-Lohner C.2 besteht am historischen Wert des Fahrzeugs jetzt kein wesentlicher Zweifel mehr. Auch eine Markierung der Radnabe mit „P1“ stammt aus der Entstehungszeit des C.2. Das hat parallel eine Laboruntersuchung ergeben.

10.03.2014 Dirk Johae Powered by

Der Karlsruher Professor Kurt Möser widerlegt in wesentlichen Teilen die Darstellung des Technischen Museums Wien (TMW) sowie eines Gutachters. Bis 2010 stand das Egger-Lohner Elektromobil im Depot des TMW. Der renommierte Professor fand jetzt heraus: Es gibt im Museum gar keine Dokumente zur Einlieferung des C.2. „Es gibt aber Indizien für eine Einlieferung durch (Ferdinand) Porsche“, schreibt der Technikprofessor in seinem Gutachten.

Handschriftlicher Zettel ist echt

Ein Indiz ist der handschriftliche Zettel von Ferdinand Porsche selbst aus dem Jahr 1902. Diese Pappe mit der Aufschrift "Remisen-Hernals" hing zumindest bis in die 60er Jahre am Lenkrad des C.2. Das belegen Fotos aus der Exponatakte des TMW. Kurios: Das Museum hatte die Existenz eines solchen Zettels in einer Motor Klassik-Anfrage verneint.

Auch Porsches Leistung bei der Konstruktion bestätigt der Karlsruher Professor: "Die Zeichnung mit Porsches Signatur sprechen für eine wesentliche konstruierende und die Konstruktion überwachende Funktion Ferdinand Porsches." Dabei stützt er sich unter anderem auf eine Aussage von Porsches Mitarbeiter und Schwager  Ghislaine Kaes in einem Fernsehinterview von 1977.

Geschichte des "ersten Porsche" ist belegt

Es ist eine durch viele Quellen bis hin zur Biografie über Ferdinand Porsche von Reinhard Osteroth aus dem Jahr 2004 bekannte Tatsache, dass Porsches Zeichnungen zum Octogon-Elektromotor aus seinem Büro in der Vereinigten Elektrizitäts AG vom Sohn des Firmenbesitzers gestohlen wurden. Ernst Egger nutzte diese entwendeten  technischen Zeichnungen des leitenden Mitarbeiters Porsche, um damit selbst ein eigenes Patent anzumelden.

Auch mit den Gerüchten um die Geschichte räumt Professor Moser auf. Im Gegensatz zur Wiener Museum hält er es für sehr wahrscheinlich, dass der Egger Lohner C.2 nie an einen Kunden verkauft wurde. Vielmehr deuten viele Spuren auf den Einsatz des Mobils als Versuchsfahrzeug aus den jahren 1898/1899 hin: "Das im Porsche-Museum in Stuttgart ausgestellte Fahrzeug ist eng mit dem Karrierebeginn des Automobilkonstrukteurs Ferdinand Porsche verknüpft", so Professor Kurt Möser. "Dieser hat darin unter anderem seine erste Konstruktion, den Oktogon-Elektromotor erprobt."

Hohe, internationale Relevanz

Seine Einschätzung im Wortlaut: "Das in Stuttgart befindliche Fahrzeug 'C.2' kann ohne Vorbehalte als frühes und rares Zeugnis der Automobilgeschichte und als signifikante Sachquelle eingeschätzt werden. Es ist ein bedeutsames Artefakt für die Elektromobilität vor der Jahrhundertwende 1900 und ein industriegeschichtliches Sachdokument von hoher, auch internationaler Relevanz."

"Die Debatte um angeblich später eingeschlagene Zahlen sehe ich als wenig relevant für Datierungs- und technikhistorische Bedeutungsfragen", so Möser in seinem heute vorgelegten Gutachten. Dennoch hat Porsche auch die "P1"-Markierungen von einem unabhängigen Labor mit einem Rasterelektronenmikroskop untersuchen lassen. Dabei kam heraus: Die Markierung an der Radnabe hinten links ist echt.  Damit sind die in mehreren Medien aufgestellten Behauptungen, alle Markierungen seien erst nach 2009 eingeschlagen worden, eindeutig falsch. Ob allerdings Ferdinand Porsche damit seine Urheberschaft dokumentieren wollte oder das "P1" für „Prototyp 1“ steht, lässt sich nicht klären.

Wie es zu der fatalen Fehleinschätzung kommen konnte, lesen Sie In der neuen Ausgabe von Motor Klassik (4/2014) nachlesen, die ab dem 12. März am Kiosk erhältlich ist.

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