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Ursula Piëch wird VW-Aufsichtsrätin

Ein Ehepaar im Kontrollgremium

Ursula Piech Foto: dpa

Ein Ehepaar im Aufsichtsrat: Ursula Piëch soll am Donnerstag (19.4.) von den VW-Aktionären in das Kontrollgremium von Europas größtem Autobauer gewählt werden. Sie dürfte künftig an der Seite ihres Mannes, Firmenpatriarch Ferdinand Piëch, über wichtige strategische Fragen im Konzern mitentscheiden.

18.04.2012 dpa

Es gilt als sicher, dass die 55-Jährige bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Hamburg zur Nachfolgerin von Tui-Chef Michael Frenzel gekürt wird. Sie hat die Unterstützung der Großaktionäre Porsche und Katar sowie des Landes Niedersachsen. Ferdinand Piëch kandidiert erneut für den Vorsitz des VW-Aufsichtsrats und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit für weitere fünf Jahre in dem Amt bestätigt. Der frühere Vorstandschef ist seit 2002 oberster Aufseher bei den Wolfsburgern.

Mit der Nominierung seiner Frau wolle Piëch für Kontinuität sorgen, hieß es zu der Personalie in Konzernkreisen. Die gelernte Kindergärtnerin spielt bereits eine starke Rolle. Sie ist Stellvertreterin ihres Mannes in Privatstiftungen, auf die er sein Firmenvermögen übertrug. Zudem setzt sich Ursula Piëch seit längerem mit den unternehmerischen Beteiligungen bei VW auseinander.

Piëchs Doppelfunktion sehen manche skeptisch

Ihre geplante Wahl sowie die voraussichtliche Verlängerung von Ferdinand Piëchs Mandat riefen bei einigen Anteilseignern jedoch auch Kritik hervor. Der Investmentfonds Hermes monierte nach einem Bericht der Financial Times Deutschland eine zu geringe Unabhängigkeit der Aufseher. Auch Piëchs Doppelfunktion als Aufsichtsratschef bei VW und der Münchner Tochter MAN sehen manche Beobachter skeptisch. Der mächtige Autoboss feierte am Dienstag seinen 75. Geburtstag. Er ist damit inzwischen fünf Jahre älter, als die Richtlinien für gute Unternehmensführung (Corporate-Governance-Kodex) eigentlich erlauben.

Ein Thema bei der Hauptversammlung dürften überdies die hohen Vorstandsgehälter werden. Für das Rekordgeschäftsjahr 2011 erhielt das Top-Management mehr als 70 Millionen Euro - fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Allein Konzernchef Martin Winterkorn strich über 17,4 Millionen Euro ein, der Großteil besteht aus erfolgsabhängigen Boni. Ein Aktionär fordert, Vorstand und Aufsichtsrats wegen der aus seiner Sicht viel zu üppigen Bezahlung die Entlastung zu verweigern.

VW-Umweltstrategie soll diskutiert werden

Im Rahmen des Aktionärstreffens sollen auch die VW-Umweltstrategie und voraussichtlich die Entwicklung bei der Tochter Audi diskutiert werden. Die Ingolstädter wollen nach Angaben aus Branchenkreisen für 860 Millionen Euro den italienischen Motorradbauer Ducati kaufen. Die Entscheidung über ein Audi-Werk in Mexiko sollte ebenfalls auf der Tagesordnung einer VW-Aufsichtsratssitzung am Mittwochabend stehen.

Dank des Rekordgewinns 2011 haben Eigentümer von VW-Aktien Aussicht auf eine höhere Dividende. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen ein Plus von 80 Cent je Papier vor. Pro Stammaktie sollen dann 3,00 Euro, pro Vorzugsaktie 3,06 Euro ausgeschüttet werden.

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