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US-Absatz - Amerikaner im Kaufrausch

Der Aufwärtstrend hält auch im März an

US-Flagge, US-Absatz Foto: dpa 93 Bilder

Die US-Amerikaner sind im Autokaufrausch. Im März hielt der Aufwärtstrend der Vormonate an. Die Hersteller verkauften nach Angaben des Marktforschers Autodata fast ein Viertel mehr Wagen als im Vorjahresmonat. Vor allem Ford, Nissan und Volkswagen konnten kräftig zulegen.

06.04.2010

Selbst der pannengeplagte japanische Branchenprimus Toyota legte dank der größten Rabattaktion der Firmengeschichte einen Spurt hin.

"Unsere Händler begrüßen jeden Tag neue Kunden", sagte Ford-Vertriebschef Ken Czubaby am Donnerstag (1.4.) in Dearborn. Das Unternehmen ist der einzige der drei großen US-Autobauer, der die schwere Krise im vergangenen Jahr ohne Staatshilfe überlebt hat. Der in Europa entwickelte Kompaktwagen Focus war auch im März einer der Verkaufsschlager. Parallel dazu laufen die Pickup-Trucks der F-Serie gut.

Trotz eines starken Wachstums von beinahe 40 Prozent auf 183.783 Wagen musste Ford die Führung auf einem der wichtigsten Automärkte der Welt wieder an General Motors abgeben. Im Februar hatte Ford den Erzrivalen überraschend überholen können. Nun legte GM um knapp 21 Prozent auf 188.546 Wagen zu. Vor allem die Nobeltochter Buick machte einen Satz. Bestseller war der Pickup Silverado von Chevrolet.

Toyota erkauft Absatzsprung mit hohen Rabatten

Toyota sorgte für eine dicke Überraschung, indem sich die Japaner wieder auf den zweiten Rang vorkämpften mit einem Plus von 41 Prozent auf 186.863 Autos. Zwar hatte Vertriebschef Jim Lentz bereits einen Absatzsprung vorausgesagt, aber nicht in dieser Größenordnung. Diesen Erfolg erkauften sich die Japaner aber teuer: Sie gaben hohe Preisnachlässe, boten eine Null-Prozent-Finanzierung samt kleinen Raten an und legten noch zwei Jahre Service oben drauf. In den beiden Vormonaten hatte die Rückrufwelle die Verkäufe auf ein Zehn-Jahres-Tief einbrechen lassen.

Bei Chrysler sieht es düster aus

Ganz düster sieht es bei Chrysler aus. Der Konzern, der schon in den vergangenen Monaten schlecht abgeschnitten hatte, verkaufte in einem boomenden Markt 8,0 Prozent weniger Autos, nämlich 92.623. Das war weniger als bei den japanischen Konkurrenten Honda oder Nissan.
Nicht einmal die üblichen hohen Rabatte konnten die Kunden locken. Chryslers Modellpalette gilt als veraltet. In vielen Wagen steckt noch Mercedes-Technik aus der schon vor Jahren in die Brüche gegangenen Liaison mit den Stuttgartern. Neue Modelle - diesmal mit Technik des italienischen Partners Fiat - kommen nicht vor Ende 2011.

VW und Mercedes legen zu

Dass neue Modelle der Schlüssel zum Erfolg sind, bewiesen Volkswagen und Mercedes. Der VW-Konzern (Porsche ausgeklammert) verkaufte mit 30.890 Stück 39 Prozent mehr Autos in den USA als im Vorjahresmonat. Verkaufsschlager ist und bleibt der in Deutschland eher unbeliebte Jetta. Den größten Sprung legte der Golf GTI hin. Daimler konnte immerhin um 19 Prozent auf 20.707 Autos zulegen. Vor allem die neue E-Klasse lief gut. Ohne den in den USA kaum Anklang findenden Smart hätten die Zahlen sogar noch besser ausgesehen.

Enttäuschend schnitt der Erzrivale BMW ab. Mit 21.687 Autos rollten kaum mehr BMW, Mini und Rolls Royce vom Hof der Händler als im März des Krisenjahres 2009. Nordamerika-Chef Jim O'Donnell machte dafür unter anderem das Auslaufen der alten 5-er Baureihe verantwortlich. Das neue Modell steht im Juni in den Schauräumen.

Die Volkswagen-Tochter Audi hat im März in den USA so viele Autos wie noch nie in diesem Monat verkauft. Der Absatz sei um 33,5 Prozent auf 8.589 Stück geklettert. Damit sei der bisherige Rekord aus dem Jahr 2007 übertroffen worden. Im ersten Quartal legten die Audi- Verkäufe um 34,8 Prozent auf 21.315 Fahrzeuge zu und übertrafen damit ebenfalls den Absatzrekord des ersten Quartals 2007.

Porsche verbesserte sich um 9,0 Prozent auf 1.905 Sport- und Geländewagen. In der Premiumklasse haben die deutschen Autobauer ihren festen Platz, den Massenmarkt teilen sich Amerikaner, Japaner und Südkoreaner untereinander auf.

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