US-Absatz: Deutsche gegen den Trend

Die meisten deutschen Autobauer haben im Mai dem Abwärtstrend auf dem US-Markt getrotzt. Daimler, Volkswagen und BMW konnten ihre US-Verkaufszahlen gegen den Trend halten oder sogar leicht ausbauen.

Die US-Konkurrenten General Motors (GM), Ford und Chrysler verzeichneten dagegen deutliche Absatzeinbrüche, wie am Dienstagabend (3.6.) bekanntwurde. Auch bei Toyota, inzwischen Nummer zwei auf dem US-Markt, gingen die Verkaufszahlen zurück. Einen deutlichen Absatzrückgang meldete von den deutschen Autobauern nur Porsche.

Sowohl Volkswagen als auch die Daimler-Stammmarke Mercedes-Benz konnten die Verkäufe um 0,1 Prozent erhöhen, BMW legte einschließlich Mini sogar um 3,1 Prozent zu. Bei der VW-Tochter Audi ging der Absatz leicht zurück. Bei Porsche setzte sich dagegen der Abwärtstrend der vergangenen Monate fort: Der Absatz brach gegenüber dem Vorjahresmonat um 17 Prozent ein. Porsche verwies aber darauf, dass der Vorjahreswert der beste Mai-Wert gewesen sei, den Porsche jemals in Nordamerika erzielt habe.

GM weiter rückwärts

Bei Marktführer GM brach der Absatz auf dem Heimatmarkt dagegen um mehr als ein Viertel auf 272.000 Fahrzeugen ein. Grund war vor allem ein Rückgang bei den schweren Geländewagen und Pickup-Trucks, deren Verkaufszahl um mehr als ein Drittel absackte. Toyota konnte trotz ebenfalls sinkender Verkaufszahlen seinen Abstand zum Marktführer auf rund 15.000 Fahrzeuge verkürzen. Der Absatz der Marken Toyota und Lexus sank um 4,3 Prozent auf 257.000 Wagen. Auch Ford litt weiter unter dem schleppenden Verkauf seiner Pickup-Trucks, insgesamt gab der Absatz um 16 Prozent auf 218.000 Neuwagen nach. Bei Chrysler schmolz der Absatz um rund ein Viertel auf 149.000 Autos.

Smart erfolgreich

Die einstige Chrysler-Mutter Daimler konnte dank des in den USA neuen Zweisitzers Smart deutlich zulegen. Zu 21.785 verkauften Autos der Marke Mercedes-Benz kamen im Mai 2.695 Smart hinzu. Insgesamt legte der Absatz dadurch trotz stagnierender Mercedes-Verkäufe um 12,4 Prozent auf 24.480 Fahrzeuge zu. Daimler verkauft den Smart in den USA seit Mitte Januar. Bis Ende Mai wurden von dem Zweisitzer in den USA insgesamt 8.854 Fahrzeuge ausgeliefert.

Auch BMW profitierte im Mai von seinem Kleinwagen. Dank der starken Nachfrage nach dem Mini stieg der US-Absatz insgesamt auf 31.800 Fahrzeuge. Den Zuwachs verdankte BMW aber ausschließlich dem Mini, dessen Absatz um mehr als 50 Prozent auf 6.312 Autos in die Höhe schnellte. Die Marke BMW setzte mit knapp 25.500 Autos dagegen 4,6 Prozent weniger ab als vor einem Jahr.

VW gleichbleibend, Porsche im Minus

VW verkaufte im Mai wie im Vorjahr rund 22.000 Autos in den USA. Während beim wichtigsten Modell Jetta der Absatz um ein Fünftel auf 8.300 Wagen einbrach, legte das zweitwichtigste Modell Passat um knapp 19 Prozent auf 3.700 Fahrzeuge zu. Vom in den USA im Mai neu eingeführten Geländewagen Tiguan wurden im ersten Verkaufsmonat 680 Fahrzeuge abgesetzt. Der Golf-Absatz blieb nahezu unverändert bei knapp 3.900 Fahrzeugen. Audi setzte mit 8.500 Autos 2,9 Prozent weniger ab als ein Jahr zuvor.

Porsche verkaufte dagegen nur noch 2.800 Sport- und Geländewagen in dem Land. Einschließlich Kanada lag der Absatz bei 3.000 Fahrzeugen, ebenfalls 17 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Während der Cayenne um vier Prozent auf 1.244 Auslieferungen zulegte, brachen bei den Modellen 911 und Boxster die Verkaufszahlen deutlich ein. Der Absatz des 911 sank um fast ein Drittel auf 901, der Boxster-Absatz um ein Fünftel auf 859 Auslieferungen.

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dpa

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