US-Absatz: Deutsche mit Rekordzahlen

Die deutschen Automobilhersteller haben im Detroit-Krisenjahr 2006 einen US-Rekordabsatz von rund 900.000 Autos zu erwarten. Dies bedeutet voraussichtlich einen Zuwachs von etwas mehr als drei Prozent gegenüber 2005.

Dagegen leiden General Motors (GM), Ford und Chrysler im heimischen Markt unter rückläufigen Absatzzahlen und Milliardenverlusten. Mercedes-Benz, Audi und Porsche erwarten in diesem Jahr jeweils Rekordverkaufszahlen in den USA. Volkswagen hat erstmals seit Jahren wieder leicht zugelegt. BMW dürfte etwa auf Vorjahresniveau liegen und wird wahrscheinlich etwas mehr als 300.000 Fahrzeuge und Mini-Modelle im wichtigsten Auslandsmarkt absetzen (Vorjahr: 307.000 Stück). Mercedes-Benz dürfte um mehr als acht Prozent auf über 240.000 Autos, VW um etwa vier Prozent auf rund 233.000 Stück zulegen. Allerdings verliert VW im US-Markt weiterhin viel Geld und wird voraussichtlich erst 2008 oder 2009 in die schwarzen Zahlen kommen. Audi wird für das Gesamtjahr voraussichtlich mehr als fünf Prozent Neuwagenkunden hinzu gewinnen und 88.000 Autos ausliefern. Porsche wird wahrscheinlich rund 34.000 Sport- und Geländewagen in den USA verkaufen oder etwa sieben Prozent mehr als 2005.

Allerdings dürfte 2007 für die deutschen Autohersteller im wichtigen US-Markt noch schwieriger werden. Der Autoabsatz aller in- und ausländischen Anbieter wird 2007 in den USA von rund 16,5 Millionen auf nur noch 16,1 Millionen Autos fallen, schätzen die Autoexperten der Kreditrating-Agentur Fitch. Detroit geht hingegen auch im kommenden Jahr von etwa 16,5 Millionen Autos aus. Die sich deutlich abschwächende US-Konjunktur, weiter hohe Rabatte und Preiskämpfe sowie die immer härtere Konkurrenz von Toyota und anderen Anbietern aus Fernost werden sich negativ auf den Automarkt auswirken. Der Dollar ist innerhalb von Jahresfrist um rund zwölf Prozent gegenüber dem Euro abgesackt. Sollte der "Greenback" weiter fallen, wäre dies für die deutschen Anbieter ein schwerer Schlag.

Harte Zeiten für Detroit

General Motors (GM) und Ford durchleben wegen der Geschäftsmisere im nordamerikanischen Automarkt schlimme Zeiten. GM hatte 2005 einen Verlust von 10,6 Milliarden Dollar verbucht und sieht sich auch weiterhin gewaltigen Mittelabflüssen gegenüber. Ford hat in den ersten neun Monaten 2006 Verluste von sieben Milliarden Dollar registriert. Chrysler legte im dritten Quartal dieses Jahres 1,5 Milliarden Dollar drauf. GM und Ford bauen jeweils zehntausende von Stellen in Nordamerika ab und schließen Fabriken, um sich zu sanieren. Sie müssen außerdem ihren ehemaligen Teilesparten Delphi (GM) und Visteon (Ford) mit Milliardenmitteln unter die Arme greifen. Die dramatischen Umbauten bei Ford und General Motors werden sich auch 2007 und 2008 weiter fortsetzen. Hinzu kommen ab September nächsten Jahres die Tarifverhandlungen mit der amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft UAW. Ohne weitere umfangreiche Konzessionen der eigenen Mitarbeiter werden sich GM, Ford und auch Chrysler schwer tun.

Die großen Drei müssen aber vor allem mit neuen Erfolgsmodellen ein Comeback einleiten, um die rückläufigen Verkaufszahlen bei den großen Pickups und Geländewagen abzufedern. Sie haben mittelfristig nur Chancen, falls sie ihre Absatzzahlen auf dem heimischen Markt stabilisieren und dort mit ihren Autos wieder Geld verdienen.

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dpa

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