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US-Absatz

Markt schwächelt, Deutsche stark

Foto: ams

Die deutschen Autobauer haben im Juli dem Abwärtstrend auf dem krisengeschüttelten US-Markt erneut getrotzt. Daimler, Volkswagen und BMW legten gegen den Trend zu.

04.08.2008

Bei Audi und Porsche ging es beim Absatz zwar nach unten, aber deutlich geringer als bei den US-Konkurrenten, wie am Freitagabend (1.8.) bekannt wurde. General Motors (GM), Ford und Chrysler verzeichneten erneut deutliche Absatzeinbrüche. Beim japanischen Konkurrenten Toyota, inzwischen Nummer zwei auf dem US-Markt, gingen die Verkaufszahlen ebenfalls kräftig zurück.

Leasing belastet

Allerdings kommen auf die deutschen Autobauer im US-Markt neue Probleme zu. Nach Einschätzung von Experten steigen die Risiken im wichtigen Leasinggeschäft. Die deutschen Hersteller müssten wegen der massiv gesunkenen Gebrauchtwagenpreise allein in diesem Jahr mit weiteren Einbußen beim Wiederverkauf von zusammen mehr als 1,5 Milliarden Dollar (1,0 Mrd Euro) rechnen, warnt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Auch in Deutschland sei der Trend zum Wertverfall gerade bei großen Fahrzeugen schon zu spüren.

In den USA kämen 2008 insgesamt 2,2 Millionen Leasing-Fahrzeuge wegen auslaufender Verträge zurück, heißt es in einer am Wochenende veröffentlichten Studie von Dudenhöffers Institut an der FH Gelsenkirchen. Premium-Anbieter wie überwiegend die deutschen Autobauer verkauften in der Regel rund die Hälfte ihrer Wagen über Leasing. Bei US-Massenherstellern liegt die Quote mit 20 Prozent deutlich tiefer.

Daimler glänzt

Vor allem Daimler glänzte im Juli mit einem zweistelligen Plus: Die Stammmarke Mercedes-Benz legte gegenüber dem Vorjahresmonat um zwölf Prozent auf fast 21.000 Neuwagen zu. Einschließlich dem in den USA neu eingeführten Zweisitzer Smart stieg der Absatz sogar um ein Viertel auf über 23.000 Fahrzeuge. VW legte um vier Prozent auf knapp 20.000 Autos zu, BMW um zwei Prozent auf 29.000 Fahrzeuge. Dabei gewann aber nur der Kleinwagen Mini hinzu. Seine starken Zuwächse konnten den leichten Rückgang bei der Marke BMW mehr als ausgleichen. Bei der VW-Tochter Audi ging der Absatz dagegen um 4,5 Prozent auf 6.800 Fahrzeuge zurück. Porsche verkaufte in den  USA 3.100 Sport- und Geländewagen, drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Pickups brechen weiter ein

Einen herben Rückschlag verbuchte dagegen Marktführer GM: Der Absatz auf dem Heimatmarkt brach um 27 Prozent auf 235.000 Fahrzeuge ein. Damit litt GM deutlich stärker als die Hauptkonkurrenten Ford und Toyota. Die Japaner verkauften mit gut 197.000 Fahrzeugen zwölf Prozent weniger in den USA als ein Jahr zuvor, bei Ford ging der Absatz um 13 Prozent auf 156.000 Neuwagen zurück. Beide Unternehmen konnten damit trotz der Einbußen ihren Abstand zum Marktführer verkürzen. Bei Chrysler sank der Absatz mit 29 Prozent auf 98.000 Fahrzeuge dagegen noch stärker als bei GM.

Vor allem schwere Geländewagen und Pickup-Trucks verkauften sich weiter schleppend. Allein beim meistverkauften Ford-Modell, dem Pickup-Truck der F-Serie, brach der Absatz um ein Fünftel ein. Mit 45.000 Fahrzeuge verkaufte Ford allein von diesem Modell aber weiter mehr Autos in den USA als VW und Daimler zusammen. Chrysler verbuchte bei seinem Pickup-Truck Dogde Ram sogar einen Einbruch um mehr als ein Viertel auf gut 21.000 Wagen.

Punkten konnten die Autobauer dagegen mit Klein- und Kompaktwagen: Toyota Corolla, Ford Focus, VW Golf und der Mini von BMW verkauften sich deutlich besser als vor einem Jahr. Auch der Smart von Daimler kommt in den USA weiter gut an. Im Juli wurden hier von dem Zweisitzer fast 2.600 Wagen ausgeliefert. Seit Markteinführung im Januar lieferte Daimler 14.000 smart in die USA. GM verkaufte vom in den USA ebenfalls seit Januar angebotenen Opel-Schwestermodell Saturn Astra gut 1.500 Fahrzeuge.

Bei Mercedes-Benz legten vor allem C- und E-Klasse zu. Audi litt dagegen unter dem schwachen Absatz des Geländewagen Q7, dem zweitwichtigsten Modell auf dem US-Markt. Im Juli halbierte sich der Absatz auf 800 Fahrzeuge. Beim wichtigsten Modell A4 blieb der Absatz weitgehend stabil. In den USA verkauft Audi noch die alte Version des A4. Der in Europa bereits eingeführte Nachfolger soll hier ab September bei den Händlern stehen. Am Freitag gab Audi auch die US-Listenpreise bekannt: Ab 32.700 US-Dollar (20.900 Euro) wird der neue A4 hier zu haben sein.

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