US-Absatz: Weiter abwärts

Die hohen Benzinpreise und die Folgen der verheerenden Hurrikans haben den US-Automarkt auch im Oktober am Boden gehalten. Vor allem weil die Amerikaner weiter die Finger von den bis vor kurzem so populären großen und viel Sprit schluckenden Geländewagen ließen, sank der Absatz wie schon im September zum Teil sehr stark.

Deutsche Marken boten ein gemischtes Bild. VW schafft auch mit vollzogenem Modellwechsel keine Wende und verbuchte wieder ein saftiges Minus von 21,4 Prozent. Mercedes-Benz und BMW hielten die Verkäufe in etwa konstant. Lediglich der japanische Toyota-Konzern erzielte dank seiner sparsamen Autos einen kräftigen Zuwachs.

Die Autokonzerne litten einmal mehr darunter, dass der US-Markt auf Geländewagen und Pick-Ups ausgerichtet ist. Beim globalen Branchenprimus General Motors brach der Absatz im entsprechenden Segment Trucks um 30 Prozent auf knapp 143.000 Fahrzeuge ein, bei der amerikanischen Nummer zwei, Ford, um 31 Prozent auf fast 132.000. Bei VW und Porsche halbierten sich die Verkäufe der bauähnlichen Geländewagen Touareg und Cayenne nahezu auf jeweils gut 1.200 Autos.

VW weiter unter Druck

Der VW-Konzern, der in Amerika hohe Verluste schrieb, bekommt die Lage dort weiter nicht in den Griff. Obwohl die neue Passat-Limousine, die immer wieder als Hoffnungsträger genannt wurde, seit August ausgeliefert wird, sanken die Verkäufe des Modells im vergangenen Monat im Jahresvergleich um rund acht Prozent auf gut 4.000. Die seit Frühjahr erhältliche Jetta-Limousine konnte zwar um fast zwölf Prozent auf 7.510 Fahrzeuge zulegen, das Plus verpuffte jedoch angesichts Einbußen bei allen anderen Modellen. Mit 17.207 Autos im Oktober liegt VW nach zehn Monaten nun mit 180.193 Einheiten um 17,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die VW-Tochter Audi erhöhte den Oktober-Verkauf dank der guten Nachfrage nach A4- und A6-Modellen um 9,4 Prozent auf 6.659 Autos. Der Audi-Absatz legte seit Jahresbeginn um 4,6 Prozent auf 66.315 Autos zu.

Bei BMW lief das US-Geschäft im vergangenen Monat dagegen nur minimal schlechter als vor einem Jahr. Insgesamt wurden 25.585 Autos der Marken BMW und Mini verkauft, nach 25.807 im Oktober 2004. Der Absatz der Marke BMW sank um 0,8 Prozent. Seit Jahresbeginn stieg der Konzern-Absatz um 3,5 Prozent auf 251.226 Fahrzeuge.

Bei Mercedes-Benz lag der Absatz mit 18.349 Autos auf Vorjahresniveau. Auch Chrysler schlug sich mit einem Rückgang von drei Prozent auf 164.814 Fahrzeuge besser als seine US-Rivalen GM und Ford. Für den Daimler-Chrysler-Konzern ergab sich im Oktober ein Rückgang um drei Prozent auf 183.163 Fahrzeuge. Nach zehn Monaten liegt der Konzern um sechs Prozent im Plus mit 2,13 Millionen Autos.

Bei Porsche sank der Oktober-Absatz um 14 Prozent auf 2.729 Autos. Das lag allein am Erfolgsknick beim Cayenne, während der Boxster und der 911 zulegten. Der Zehnmonatsabsatz ist mit knapp 26.400 Autos noch leicht höher als im Vorjahr.

US-Marken weiter im Rückwärtsgang

Die großen US-Autobauer machten auch einen weiteren Grund für die herben Absatzrückgänge aus: Die Rabattschlacht im Sommer habe dazu geführt, dass ein Teil der Käufe vorgezogen worden sei. Die Konzerne hatten zeitweise allen Käufern Mitarbeiter-Rabatte gewährt.

Bei GM ging der Absatz im Oktober um 22,7 Prozent auf gut 257.600 Fahrzeuge zurück. Für die gesamten zehn Monate bedeutete dies ein Minus von 3,1 Prozent auf rund 3,84 Millionen. Ford verlor im vergangenen Monat mit knapp 200.000 Fahrzeugen rund ein Viertel des Absatzes und kam seit Jahresbeginn auf ein Minus von 3,6 Prozent bei fast 2,7 Millionen Autos.

Toyota streute zusätzlich Salz in die Wunden der US-Konkurrenz und sprach von "vielversprechenden" Marktbedingungen. Der Oktober-Absatz stieg um 5,2 Prozent auf gut 173.000 Fahrzeuge. Nach zehn Monaten liegt Toyota um 10,7 Prozent im Plus mit knapp 1,9 Millionen Autos. Mit dem spritsparenden Hybrid-Antrieb aus Verbrennungs- und Elektromotor verbuchte zum Beispiel der Toyota Prius im Oktober ein Plus von 68,6 Prozent auf fast 10.000. Seit Jahresbeginn hat sich der Absatz des Modells mit knapp 91.000 Stück mehr als verdoppelt.

Allerdings gab es im Oktober auch Ausnahmen, vor allem in exklusiven Nischen. So konnte GM den Absatz von Hummer-Geländewagen dank des Erfolgs des neuen H3 mit 5.640 Stück mehr als verdoppeln. Auch die zu Ford gehörende Marke Land Rover legte um 40 Prozent auf 3.753 Fahrzeuge zu.

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dpa

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