US-Autobauer: Staat soll helfen

Die verlustreichen US-Autobauer General Motors (GM), Ford und Chrysler drücken bei ihrem Ruf nach staatlichen Hilfen in Milliardenhöhe aufs Tempo.

Die Hersteller wollen sich laut US-Medien möglichst noch vor der Präsidentschaftswahl im  November zinsgünstige Kredite von bis zu 50 Milliarden Dollar (35 Mrd Euro) sichern. Nach dem Ende der Sommerpause in Washington haben die Konzerne in dieser Woche demnach ihren politischen Druck nochmals erhöht.

Ford-Chef Alan Mulally zeigte sich zuversichtlich, dass der Kongress schnelle und umfangreiche Hilfe genehmigen könnte. Mit den Krediten wollen die Autobauer die Entwicklung sparsamerer Autos finanzieren und schneller vorantreiben. Viele Politiker seien überzeugt, dass mehr Geld diesen Wandel beschleunigen könnte, sagte Mulally dem "Wall Street Journal" zufolge am Montag (8.9.). Die zwei Präsidentschaftsbewerber John McCain und Barack Obama haben im Wahlkampf ihre grundsätzliche Unterstützung signalisiert.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Hersteller im Rahmen eines Energiegesetzes 25 Milliarden Dollar (17 Mrd Euro) zugesagt bekommen, die allerdings noch nicht ausgezahlt wurden. Angesichts der rasanten Talfahrt besonders auf dem US-Automarkt wollen die Konzerne nun rund doppelt so hohe billige Kredite. Am Finanzmarkt müssten sie dafür wegen ihrer Schieflage weit höhere Zinsen zahlen als bei staatlich subventionierten Darlehen, die der US-Steuerzahler finanziert. Die Hersteller hatten immer wieder Insolvenzgerüchte dementieren müssen.

Die Unterstützung der öffentlichen Hand für die Autobranche wäre bereits die dritte große Rettungsaktion im Zuge der Kredit- und Konjunkturkrise in den Vereinigten Staaten. Mit staatlicher Hilfe wurde in diesem Jahr schon die notleidende Investmentbank Bear Stearns zwangsverkauft. Gerade erst übernahm der Staat zudem die Kontrolle der beiden größten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac mit enormen Geldspritzen von zunächst bis zu 200 Milliarden Dollar.

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dpa

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