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US-Autokrise

US-Autobauer legen Sanierungspläne vor

Foto: dpa

Mit einschneidenden Sanierungsplänen im Gepäck haben die krisengeschüttelten US-Autobauer abermals versucht, den Kongress von neuen Milliardenhilfen zu überzeugen.

04.12.2008

Die Chefs der Opel-Mutter General Motors sowie von Ford und Chrysler begannen am Donnerstag (4.12.) vor dem Bankenausschuss des Senats mit der Erläuterung ihrer Pläne für eine Neuausrichtung der ums Überleben kämpfenden Konzerne.

GM-Chef Rick Wagoner räumte in seiner vorab veröffentlichten Stellungnahme ein, sein Unternehmen habe "Fehler" begangen. General Motors habe nicht rasch genug in spritsparende Modelle investiert. Als Schlüsselelemente des Sanierungsplans nannte Wagoner unter anderem verstärkte Investitionen in umweltfreundliche Modelle wie den Chevy Volt, eine Verringerung von Marken, Modellen und Verkaufsfilialen sowie mit Blick auf die Arbeitskosten "volle Wettbewerbsfähigkeit" mit ausländischen Konkurrenten bis 2012.

Zuvor war bekanntgeworden, dass die Krise schlimmer ist als bislang bekannt. Statt wie bislang 25 Milliarden Dollar, fordern die drei Unternehmen nun 34 Milliarden Dollar an neuen Krediten.

Ungeachtet der am Dienstag vorgelegten Sanierungsprogramme gilt es allerdings weiter als fraglich, ob der Kongress die Milliardenhilfe schnell gewährt. In der Führung der Demokraten gebe es 'wachsende Besorgnis', dass sie keine ausreichende Mehrheiten für die Verabschiedung eines Rettungspakets bereits in der nächsten Woche finden, berichtete die 'New York Times' am Donnerstag.

Die Arbeitnehmer zeigten sich unterdessen zu Zugeständnissen bereit. Die Vereinbarungen mit den Unternehmen sollten überprüft und geändert werden, sagte der Chef der Autobauer-Gewerkschaft UAW, Ron Gettelfinger, am Mittwoch. Dazu zähle, Arbeitsplatzgarantien zu lockern und Zahlungen an einen Gesundheitsfonds zu verschieben.

Ford peilt nach den vorliegenden Plänen an, mit Unterstützung durch das Staatsdarlehen bis 2011 wieder profitabel werden. Über die nächsten sieben Jahre sollen außerdem 14 Milliarden Dollar investiert werden, um den Benzinverbrauch der Ford-Flotte zu senken. Chrysler will durch eine Kapitalspritze das Unternehmen stabilisieren und ebenfalls die Entwicklung spritsparender Modelle vorantreiben.

Die Vorstandsvorsitzenden wollen zudem für ein symbolisches Jahresgehalt von einem Dollar arbeiten. Als weitere Geste fuhren Ford-Chef Alan Mulally, GM-Vorstandsvorsitzender Rick Wagoner und Chrysler-Chef Robert Nardelli die mehr als 800 Kilometer von Detroit nach Washington in Hybrid-Autos. Bei der ersten Kongressanhörung vor zwei Wochen hatte es scharfe Kritik gegeben, weil die drei trotz der dramatischen Lage ihrer Konzerne Firmenjets benutzt hatten.


Politische Streitigkeiten über die die Finanzierung verhinderten bislang eine schnelle Lösung: Die Demokraten möchten die für eine Stabilisierung der Finanzbranche vorgesehenen 700 Milliarden Dollar anzapfen. Die Republikaner wollen dagegen auf ein bereits bewilligtes Kreditpaket von 25 Milliarden Dollar zurückgreifen, das eigentlich für die Entwicklung sparsamerer Autos gedacht ist.

Der größte US-Autobauer GM ersucht den US-Kongress insgesamt um neue Kredite von bis zu 18 Milliarden Dollar bis Ende 2009, vier Milliarden davon will die Opel-Mutter noch im Dezember haben. Der Konkurrent Ford braucht bis zu neun Milliarden, hofft aber, auf das Geld nicht unbedingt zugreifen zu müssen. Chrysler will die angefragten sieben Milliarden Dollar bis Jahresende.

Bei einer ersten Anhörung hatten sie noch 25 Milliarden an Krediten gefordert und waren im Kongress auf große Skepsis gestoßen. Führende Politiker hatten als Vorbedingung detaillierte Sanierungspläne verlangt.

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