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US-Autokrise

Weißes Haus prüft Insolvenzverfahren für US-Autobauer

George W. Bush im Weißen Haus Foto: dpa

Die Krise der US-Autobauer spitzt sich weiter zu. Das Weiße Haus machte am Donnerstag (18.12.) deutlich, dass es auch die Möglichkeit von Insolvenzverfahren mit Gläubigerschutz prüft. "Dies wäre eine der Optionen", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, in Washington.

19.12.2008

Auf keinen Fall wolle Präsident George W. Bush einen "ungeordneten Zusammenbruch" in der Autoindustrie zulassen. Perino kündigte an, eine Entscheidung über das weitere Vorgehen stehe in Kürze bevor.

Sofortdarlehen an die Autobauer waren am Widerstand der Republikaner im Senat gescheitert. Das Weiße Haus hatte daraufhin grundsätzliche Bereitschaft zu einem milliardenschweren Notprogramm für die ums Überleben kämpfende Autoindustrie signalisiert. Seither prüfen Regierungsbeamte die Bücher der Konzerne. Unterdessen verschärfen die US-Autobauer General Motors (GM), Ford und Chrysler ihre Sparmaßnahmen weiter.

Ein Insolvenzverfahren nach US-Recht (Chapter 11) bietet notleidenden Unternehmen grundsätzlich die Chance zur Sanierung. Auf diese Weise warfen etwa fast alle großen US- Fluggesellschaften in der Vergangenheit viel Ballast ab. Allerdings lehnen die Autokonzerne einen solchen Weg strikt ab, weil sie fürchten, während eines Insolvenzverfahrens noch weniger Autos verkaufen zu können. Bei Chrysler stehen von diesem Freitag an alle Bänder einen ganzen Monat lang still. Die Opel-Mutter GM stoppte vorläufig die Bauarbeiten an einem Zukunfts-Werk für sparsame Motoren. Berichte über neue Fusionsgespräche mit dem ebenfalls von der Pleite bedrohten Konkurrenten Chrysler wies GM unterdessen zurück.    

Milliardenschweres Rettungspaket

Die US-Regierung will laut US-Medien noch vor Weihnachten das milliardenschwere Not-Rettungspaket für GM und Chrysler schnüren. US-Finanzminister Henry Paulson plane für GM und Chrysler rasche Notkredite von mehr als 14 Milliarden Dollar (9,7 Mrd Euro) aus dem zunächst für die Finanzbranche gedachten Rettungspaket. So sollen die Autobauer zumindest über das erste Quartal 2009 hinweg zahlungsfähig bleiben, berichtete die "New York Times". Andernfalls droht binnen Wochen die Insolvenz. In Deutschland hat die GM-Tochter Opel für diesen Fall bereits grundsätzlich nach einer Staatsbürgschaft über gut eine Milliarde Euro gefragt.

Der Chrysler-Mehrheitseigner Cerberus, ein Finanzinvestor, ergriff dem "Wall Street Journal" zufolge erneut die Initiative für eine Ehe mit GM. Erst vor wenigen Wochen hatte GM solche Verhandlungen abgebrochen, um sich auf seine Finanznöte zu konzentrieren. Es gebe seither eindeutig keine neuen Fusionsgespräche, sagte ein GM-Sprecher auf Anfrage am Sitz in Detroit.     Ein Zusammenschluss würde laut Experten zudem weitere Milliarden etwa für den Abbau von womöglich 40.000 Stellen kosten. Gemeinsam wären US-Branchenführer GM und die Nummer drei Chrysler der nach Absatz weltgrößte Autobauer vor dem japanischen Toyota-Konzern.

Cerberus sei bereit, Anteile abzugeben, so die Zeitung unter Berufung auf Insider. Mit dem Signal wolle Cerberus die Politik gnädig stimmen und zu den dringend nötigen Milliardenhilfen bewegen. Der deutsche Daimler-Konzern ist noch mit rund 20 Prozent an Chrysler beteiligt, eine komplette Trennung scheiterte bislang.    

Talfahrt setzt sich fort


Der steile Absturz des US-Automarkts setzte sich laut jüngsten Aussagen der Branche auch im Dezember praktisch ungebremst fort. Der zweitgrößte US-Hersteller Ford kündigte nun als neue Sparmaßnahme an, im Januar zehn Werke in Nordamerika für mindestens eine Woche zu schließen. So soll die Produktion wie geplant im ersten Quartal um fast 40 Prozent gestutzt werden. GM hatte bereits zuvor drastische Kürzungen der Fertigung um rund 30 Prozent angekündigt. Nun werden sogar befristet Bauarbeiten an einem neuen US-Zukunftswerk für sparsame Motoren eingestellt. Die Fabrik ist ein Herzstück für die angekündigte neue umweltfreundliche Modellpalette, zu der als Prestigeprojekt auch das Elektroauto Chevrolet Volt zählt.    

GM, Ford und Chrysler hatten ursprünglich für ihren Fortbestand 34 Milliarden Dollar an Krediten gefordert. Alle drei schreiben seit langem hohe Milliardenverluste

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