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US-Cars Basiswissen

US-Car-Lexikon - die wichtigsten Begriffe

US-Cars, Chevrolet Impala Lowrider Foto: Archiv 9 Bilder

Das kleine Lexikon erklärt die wichtigsten Begriffe rund um das Thema US-Cars, gewährt Einblicke in die Automobilgeschichte und räumt mit einigen Stammtisch-Mythen auf.

06.07.2012 Franz-Peter Hudek Powered by

AMC

Gemeinhin spricht man bei den US-Automobilkonzernen von den „Big Three“: Ford, General Motors und Chrysler. Von 1954 bis 1987 zählte noch die American Motors Corporation dazu, die uns prägnante Autos bescherte: zum Beispiel den sportlichen Javelin sowie die subkompakten Ulknudeln Pacer und Gremlin. Auch die Traditionsmarke Jeep gehörte zu AMC, und ab 1983 gab es sogar eine Fusion mit Renault. Einige deren Modelle wurden unter dem Label AMC vertrieben. Den vierten US-Hersteller, der nicht einmal bei mobile.de auftritt, schluckte Chrysler.

Beschleunigung

Das große Thema neben Hubraum und PS: Wie schnell beschleunigen sportliche US-Cars von null auf 60 Meilen (96,5 km/h), und wie schnell durchrennen sie die Viertelmeile (402,3 Meter) nach stehendem Start? Einige Werte von Serienautos aus den Jahren 1965 bis 1969, jeweils in Sekunden - Shelby Cobra 427: 4,5 und 12,5. Corvette L71 427: 5,6 und 13,8. Plymouth Cuda 440: 5,8 und 14,0. Oldsmobile 442 HO 455: 5,9 und 13,9. Zum Vergleich - BMW 2002: 11,3 und 17,9.

Bigblock

Nicht jeder großvolumige USV8 ist ein Bigblock. So wuchs der legendäre Chevy-Smallblock zwischen 1955 und 1970 von 4,3 bis auf 6,6 Liter Hubraum. Und der erste Chevy-Bigblock begann 1958 seine Karriere mit nur 5,7 Liter. Die Bezeichnung Bigblock meint nur die äußere Größe des Motorblocks. Einfache Regel: Bei Hubräumen von sieben Liter und mehr (ab 426 Cui) handelt es sich tatsächlich um einen Bigblock-V8.

Country Music

Auch Country und Western oder nur Country. Beliebter Live-Act bei US-Car- und Trucker-Treffen, den man mögen muss - und für manche der Hauptgrund ist, lieber zu Hause zu bleiben.

Frontantrieb

Die große technische V8-Verirrung: Front wheel drive. Im Luxusbereich gab es immer wieder Versuche, den Antrieb auf französisch zu gestalten: Cord L-29 von 1930 oder die gewaltigen Oldsmobile Toronado und Cadillac Eldorado. Ab Mitte der Achtziger hat sich in den USA der Frontantrieb mit V6-Motoren (Cadillac ausgenommen) durchgesetzt. Nur Pickups und die Sportcoupés Camaro, Corvette, Firebird und Mustang hatten noch Heckantrieb. Der V8-Mythos lag am Boden und lebt heute nur noch in den Klassikern oder nostalgischen Neuauflagen (Challenger, Camaro) fort.

Heckflossen

Typisches Design-Merkmal der Fünfziger. Erstes Auftreten 1948 bei Cadillac als noch bescheidener „Fishtail“, dann der Höhepunkt 1959 mit eingebauter Raketendüse. Jede Marke machte mit, sehr extrem Plymouth und Imperial (Luxusmarke von Chrysler), während Lincoln sich vornehm zurückhielt. Schlagartiges Ende der Exzesse von 1960 auf 1961, Cadillac ließ die Mode bis 1964 langsam auslaufen.

Hemi

Legendärer Sport-V8 von Chrysler, der auch bei den Marken Dodge und Plymouth zum Einsatz kam. Die halbkugelförmig gestalteten Brennräume erleichterten den Gaswechsel und die Gemischverbrennung, erforderten jedoch wegen der V-förmig angeordneten Ventile einen großen technischen Aufwand. Die von 1964 bis 1971 angebotene Variante mit sieben Liter (426 Cui) Hubraum leistete 425 SAE-PS und erzielte im US-Rennsport viele Erfolge. www.hemi.com

Hubraum

Der Hubraum wird in den USA mit Cubicinches (Cui) angegeben. Der kleinste Serien-V8 (aus Leichtmetall) von Buick verfügte über 3,5 Liter (215 Cui) Hubraum und wanderte 1967 nach England zu Rover aus. Der größte Serien-V8 kam auf 8,2 Liter (500 Cui) und machte den Cadillac Eldorado (1970 bis 1978) zunächst zum Frontantriebs-Dragster - bis die Leistung von 400 SAE auf 190 Katalysator-DIN-PS schrumpfte. Einige klassische Hubraumgrößen in Cubicinches (Liter): 231 (3,8, Buick, auch mit Turbo), 301 (4,9, Pontiac, auch mit Turbo), 302 (4,9, Ford), 305 und 350 (5 und 5,7, GM), 400 (6,6, Pontiac), 426 (7, Chrysler Hemi), 427 (7, Chevy und Ford), 440 (7,2, Chrysler Corp.), 454 (7,4, Chevy), 455 (7,4, Buick, Oldsmobile und Pontiac).

Kompressor

Tuning-Instrument im Drag-Racing und beim Indy 500. Alle anderen historischen US-Rennserien wie Trans Am, Can Am und auch NASCAR in der Regel ohne Motoraufladung. Auch in Serienfahrzeugen sehr selten. Einige Ausnahmen: Turbo im Chevrolet Corvair, Pontiac Trans Am (mit V8 und V6) und Buick Regal. Kompressor (Supercharger) im Pontiac Bonneville SSEi ab 1993, in den V-Series-Typen von Cadillac und in der Corvette ZR1. Verchromte Kompressoren (mit aufgeschnittener Motorhaube) sind heute so mega-out wie Kettenlenkräder, High-Jackers und Plüschwürfelchen am Innenspiegel.

Lowrider

Beliebter, traditioneller Baustil für Custom Cars (US-Autos mit individuellen Umbauten), der in den USA vor allem von den Latinos gepflegt wurde. Die Karosserien liegen extrem tief über der Straße. Außerdem sind oft alle Chrom-Applikationen wie Türgriffe, Markenzeichen etc. entfernt. Dank einer eingebauten Hydraulik kann die Karosserie partiell angehoben werden und regelrechte Tänze aufführen

Pace Car Replica

Seit 1911 bis heute ist es für einen Fahrzeughersteller eine große Ehre, ein Modell als Pace Car beim 500-Meilen-Rennen von Indianapolis (Indy 500) einsetzen zu dürfen. Einige der Pace Cars waren auch bei den Händlern als Replicas im identischen Farbschema erhältlich. Die Stückzahl war jedoch mehr oder weniger stark reglementiert. Diese Autos sind heute als originale Indy 500 Pace Car Replicas sehr gesucht. Zum Beispiel Ford Mustang 1964 1/2 mit 225 Stück, Chevrolet Camaro SS 1969 mit 3675 Stück, Hurst/Oldsmobile von 1972 mit 631 Stück, Corvette 1978 mit 2500 Stück oder Pontiac Firebird Turbo Trans am von 1989 mit 1555 Stück.

SAE-PS

Die Leistungswerte von US-Motoren wurden bis 1972 als „SAE gross horsepower“ angegeben, gelegentlich auch als „bhp“, was für „brake horsepower“ steht und damit das Messverfahren verrät: Die Maximalleistung in PS wie auch das maximale Drehmoment ermittelte man auf dem Motorenprüfstand ohne Nebenaggregate, Luftfilter und Schalldämpfer. So entstanden gigantische, oft über 400 PS hinausreichende, völlig praxisfremde Leistungsangaben. Die Hersteller gingen mit den PS-Zahlen ohnehin sehr grosszügig um. Bei einigen Sportmotoren waren die PS-Angaben jedoch nach unten geschönt, um die Versicherungstarife niedrig zu halten. Seit 1972 gibt es die PS-Angaben als „SAE net horsepower“, die etwa den DIN-PS entsprechen und um 15 bis 20 Prozent unterhalb den SAE gross-Werten liegen. Nach der Benzinkrise von 1973 mit ihren Sparmotoren und der Einführung von Katalysatoren im Jahr 1974 ging es mit den Leistungsdaten weiter bergab. Ein Beispiel: Pontiac 400 Cui (6,6 Liter) von 365 SAE-PS (1967) auf 180 DIN-PS (1978).

Station Wagon

Der Station Wagon oder auch Estate Car entspricht unserem deutschen Kombi und war bis zur Einführung des Mini-Vans durch Chrysler das beliebteste US-Familienauto. Die ab 1983 angebotenen sparsamen Dodge Caravan und Plymouth Voyager machten nach und nach die großen US-Kombi mit V8-Motoren überflüssig. Die letzten Überlebenden starben 1996: Buick Roadmaster und Chevrolet Caprice Estate Wagon.

Split Window

Wichtiges Karosseriedetail am Corvette Coupé von 1963: die geteilte Heckscheibe. Sie blieb dem 63er Jahrgang mit etwa 10 000 Einheiten vorbehalten. Wer darauf verzichtet, der spart schlanke 30 000 Euro und bekommt für rund 50 000 Euro ebenfalls eine gepflegte, ansehnliche C2-Corvette.

V8-Motor

Wie so viele technische Pionierleistungen im Automobilbereich kommt der erste Serien-V8-Motor aus Frankreich. Leon Levasseur schuf bereits 1903 einen leichten, wassergekühlten V8-Flugzeugmotor mit Benzineinspritzung. Den ersten V8 (3,5 Liter) in einem Serien-Automobil schreibt man Rolls-Royce in den Jahren 1905 und 1906 zu, doch die Briten kehrten zum Reihen-Sechszylinder zurück. Es entstanden nur drei Fahrzeuge. De Dion-Bouton baute ab 1910 einige Autos mit 7,7-Liter-V8. Der Motor wurde 1912 in New York gezeigt und war vermutlich das Vorbild für den ersten in Großserie produzierten V8 von Cadillac, der ab 1915 erhältlich war: Mit 5,15 Liter Hubraum produzierte er 70 PS. Heute leisten moderne US-V8, noch immer ausgestattet mit nur zwei Ventilen, einer zentralen Nockenwelle und Stoßstangen, bis zu 512 PS aus sieben Liter Hubraum (Corvette Z 06). Der erfolgreichste V8-Motor war der Smallblock von Chevrolet. Von 1955 bis 2003 entstanden rund 90 Millionen Einheiten.

Z 28

Bereits Ende 1966, im Einführungsjahr des neuen Camaro, konnten Sportfahrer das Z 28-Package mit getuntem 4,9-Liter-V8, Viergang-Schaltung, Scheibenbremsen und modifiziertem Chassis erwerben. Wie der Dodge Challenger T/A und Ford Mustang Boss 302 war der Z 28 speziell für die Trans Am-Rennserie entwickelt worden. Die Tradition der sportlichen Z-Modelle von Chevy beginnt 1963 mit der Corvette Z 06. Es folgte 1965 der Chevelle SS 396 Z16. Ab 1974 zeichneten sich die Z 28-Camaro vor allem durch ihre Optik aus, unterm Blech steckte Standardtechnik. PS-Rekord: Corvette Z R1 mit 647 PS.

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