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US-Markt

Bei Zulieferern droht Pleitewelle

Foto: Delphi

Für den Februar sagen Marktkenner in den USA eine Pleitewelle unter Autozulieferern voraus. Angesichts der angespannten Absatzlage bei anhaltend hohem Preisdruck,  werden mehr Zulieferer den je unter den Gläubigerschutz Chapter 11 fliehen.  

22.01.2007 Frank Volk

Auch vor hoch profilierten Zulieferermarken, macht die Pleite nicht halt: Dana, Dura, Delphi befinden sich bereits unter Gläubigerschutz, Visteon nur deshalb nicht, weil Ford auf seinen größten Zulieferer angewiesen ist. Gewichen ist inzwischen die Hoffnung, die Pleitewelle der Branche sei in den USA bereits vorbei. Branchenkenner rechnen vor allem im bevorstehenden Februar mit einer Massenflucht finanziell angeschlagener Unternehmen unter den Gläubigerschutz Chapter 11. Diese spezielle US-Variante ermöglicht es den Unternehmen - grob gesagt - unter Stundung der finanziellen Verbindlichkeiten und unter voller Beibehaltung der Geschäftstätigkeit seine Arbeit fortzusetzen.

Die US-Zulieferer leiden enorm unter den Absatzschwierigkeiten der "Big 3" GM, Ford und Chrysler. Alle drei großen Hersteller haben 2006 ihre Kapazitäten deutlich herunter gefahren und werden dies auch 2007 tun. Hinzu kommt ein enormer Preisdruck auf die Zulieferbranche. Große Kreise hat zudem die Delphi-Pleite Ende 2005 gezogen, die wiederum kleinere Zulieferer in Schwierigkeiten brachte.

Derzeit wird allerdings in den USA nicht nur über die schwierige Lage der Zulieferer diskutiert, sondern auch über die Rolle des Chapter 11. Industrieexperten kristisieren, dass das Chapter 11 zunehmend genutzt werde, sich gesund zu schrumpfen. Bestes Beispiel ist hier Delphi: Unter Chapter 11 hat sich das Unternehmen von Vorsorgeverpflichtungen in Milliardenhöhe und zudem 30.000 Arbeitsplätze abgebaut. Solchermaßen gesund geschrumpft, hat sich das Pleite-Unternehmen hübsch gemacht für eine kapitalschwere Investorengruppe.

In Kreisen deutscher Zulieferer wird das kritisch gesehen. Dass die in Konkurs befindlichen Unternehmen unter Chapter 11 weiter ganz normal ihr Geschäft führen können, sieht man als klare Wettbewerbsverzerrung.

Lage in Europa nicht vergleichbar

Dennoch könne man die Lage in Europa nicht mit der am US-Markt vergleichen, sagt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Die Krise der US-Zulieferer hänge ganz eng mit der Krise der US-Autobauer zusammen. In Europa gäbe es zwar auch einen hohen Preisdruck, durch die florierenden Exportgeschäfte sei aber eine Pleitewelle wie in den USA nicht zu erwarten.

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