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US-Umweltgesetze - Porsche mit Abgasproblem

Ausnahmegenehmigung nur bis 2015

Porsche Cayenne 76 Bilder

Dem Sportwagenbauer Porsche drohen für seine spritdurstigen Fahrzeuge empfindliche Strafen in den USA. Die Fahrzeugflotte des Autobauers muss einem neuen Gesetz zufolge bis 2016 einen Durchschnittsverbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometern erreichen.

22.02.2010

Ausnahmegenehmigung bis 2015

Der Sportwagenbauer kämpft derzeit auf verschiedenen Wegen, um die von 2016 an drohenden schmerzhaften Sanktionen zu verhindern. "Wir gehen das Problem auf politischer und auf technischer Ebene an", sagte ein Unternehmenssprecher am Montag (22.2.) und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland". Hintergrund sind neue Grenzwerte beim Verbrauch, die im kommenden Jahr in Kraft treten - und die Porsche im Augenblick deutlich überschreitet.

Noch hat Porsche ein paar Jahre Zeit für eine Lösung. "Für die Modelljahre 2012 bis 2015 haben wir eine Ausnahmegenehmigung bekommen", sagte Porsche-Cheflobbyist Stephan Schläfli der Zeitung. Von 2016 an gelte diese aber nicht mehr. Eine Möglichkeit wäre nach Angaben des Porsche-Sprechers, eine Verlängerung für diese Ausnahmeregelung zu bekommen.

Neue Strafen wären nicht mehr bezahlbar
 
Falls dies nicht gelingt, müsste Porsche bis 2016 für die gesamte Fahrzeugflotte eine durchschnittliche Reichweite von 41,4 Meilen pro Gallone erzielen. Das entspricht etwa einem Verbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometern. Derzeit kommen die Stuttgarter lediglich auf 27 Meilen pro Gallone. "Um den Grenzwert zu erreichen, müssten wir den Verbrauch Jahr für Jahr um rund zehn Prozent senken", sagte Schläfli der Zeitung.
 
In dieser Richtung will Porsche auch große Anstrengungen unternehmen, unter anderem mit einem verstärkten Einsatz von Hybridantrieben. Auch wenn die Verbrauchsnormen 2016 nicht vollständig eingehalten würden, so sei dies vielleicht "zu 80 oder 90 Prozent möglich", sagte der Sprecher.
 
Schon seit Jahren zahlt Porsche Strafen dafür, dass die Sportwagen die Verbrauchsziele nicht erreichen. Bislang betragen diese aber nur wenige hundert Dollar pro Auto, die auf den Kunden umgelegt werden. "Mit dem neuen Gesetz liegt die Höchststrafe künftig bei 37.500 Dollar pro Auto", sagte Schläfli dem Blatt. "Das könnten wir nicht mehr zahlen."
 
Die Zuffenhausener setzen alles daran, noch etwas an der Gesetzesvorlage zu ändern. Diese soll im Mai veröffentlicht werden und tritt dann für das US-Modelljahr 2012 in Kraft, das etwa dem Kalenderjahr 2011 entspricht. "Derzeit laufen noch die Gespräche mit US-Politikern und Behörden", sagte der Porsche-Sprecher.
 
Ein anderes Schlupfloch in der Gesetzesvorlage kann Porsche trotz der geplanten Eingliederung in den VW-Konzern nicht nutzen. Zwar erlauben die Vorschriften, dass die gesamte Flotte eines Konzerns berechnet wird. Aber: "Der Gesetzentwurf schreibt das Modelljahr 2009 als Bezugsjahr fest", sagte Schläfli. In dem Jahr sei Porsche noch eigenständig gewesen.

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