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USA

Experten erwarten Auftrieb für Diesel

Foto: dpa

Seit Sonntag (15.10.) können amerikanische Autofahrer erstmals an den Tankstellen sauberen Dieselkraftstoff mit einem um 97 Prozent reduziertem Schwefelgehalt (Ultra Low Sulfur Diesel) kaufen.

16.10.2006

Damit wachsen auch die Hoffnungen der deutschen Autoproduzenten Volkswagen Audi, BMW und Mercedes-Benz, auf dem wichtigen US-Markt künftig mehr dieselgetriebene Wagen absetzen zu können. Bisher verkaufen sie in den USA jährlich fast eine Million der insgesamt 17 Millionen Autos (Benzin und Diesel). Allerdings bieten nur VW und Mercedes-Benz bisher Personenwagen mit Dieselmotoren an. Während in Europa inzwischen mehr als 50 Prozent der Autos mit Dieselmotoren verkauft werden, sind es in den USA nicht einmal zwei Prozent.

VW, Audi, BMW und Mercedes prüfen eine gemeinsame Dieseloffensive auf dem wichtigen US-Markt. "Wir arbeiten an dem Thema, aber das braucht noch Zeit", sagte ein VW-Sprecher. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Bei BMW hieß es, man arbeite weiter an der Einführung der Dieselmotoren in den USA. Es sei dabei aber wichtig, dass man die Abgaswerte in allen Bundesstaaten einhalte, die in den Bundesstaaten Kalifornien, New York, Maine, New Hampshire und Vermont schärfer sind als im Rest des Landes. Gerade aber die Ost- und Westküste sind für die deutschen Anbieter die Hauptmärkte. Der Durchbruch für Diesel-Autos wird wohl erst 2008/2009 kommen.

Diesel-Allianz in den USA

Nach einem Bericht der Branchenzeitschrift "Automobilwoche" wollen Mercedes-Benz, VW, Audi und BMW mit einer Allianz der Dieseltechnologie in den USA zum Durchbruch verhelfen und sich gegen die erfolgreiche Hybrid-Technik (Benzin/Elektromotor) von Toyota und Honda behaupten.

VW hat nach Darstellung der Volkswagen of America in den ersten neun Monaten dieses Jahres 24.592 Diesel-Autos verkauft, bei Gesamtauslieferungen von 182.174 Autos. Das war somit ein Diesel-Anteil von 13,5 Prozent. 2009 könne dieser Anteil bereits bei 30 Prozent liegen, betonte ein Firmensprecher. Die Mercedes-Benz of North America hat im Januar-September-Abschnitt bei einem Gesamtabsatz von 177.000 Autos nur 3.453 Diesel-Pkw verkauft, sagte eine Sprecherin.

Umweltschutzbehörde EPA hat sich durchgesetzt

Die Umweltschutzbehörde EPA hat sich nach jahrelangen Streitigkeiten gegen die Ölgesellschaften durchgesetzt, die jetzt das "Ultra Low Sulfur Diesel" (ULSD) anbieten müssen, das einen deutlich reduzierten Schwefelgehalt hat. Die Verfügbarkeit von sauberem Diesel ermögliche den Einsatz neuer Umweltschutz-Technologien in Pkw, Lkw und Bussen. Hierdurch solle die Luftverschmutzung durch die 13 Millionen Lkw und Busse mit Dieselmotoren um 90 Prozent reduziert werden. Nach vollständiger Umstellung erwartet die EPA eine jährliche Reduzierung des Stickoxid-Ausstoßes um 2,6 Millionen Tonnen und 110.000 Tonnen weniger Ruß in den Abgasen. Sie schätzt, dass jährlich 70 Milliarden Dollar an Krankheits- und Umweltersparnissen anfallen.

"Der neue Treibstoff wird helfen, Märkte für saubere Diesel-Pkw, - Pickups und -Lieferwagen zu öffnen", betonte die EPA. Sie benötigten 30 Prozent weniger Treibstoff als Autos mit Benzinmotoren. Allerdings kostet Diesel an den US-Tankstellen etwa zehn bis 20 Prozent mehr als Benzin.

Einen deutlichen Marktauftrieb für den Diesel erwartet auch J.D. Power. Die Marktexperten erwarten eine Steigerung des Diesel-Marktanteils von derzeit 3.6 Prozent auf neun Prozent im Jahr 2013 und auf 12 Prozent oder 2.2 Millionen Fahrzeuge bis 2015. Dabei geht J.D. Power von einer überdurchschnittlichen Steigerung bei den PKW aus.

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