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Fiat 500 in den USA (Teil 2)

Einmal quer durch Texas

Fiat 500, USA Foto: Dani Heyne 8 Bilder

auto motor und sport kreuzt mit einem beflaggten Fiat 500 durch Amerika. In diesem Teil der Geschichte fahren wir von Abilene, westlich von Dallas nach Houston - einmal quer durch Texas

22.01.2013 Dani Heyne

Der freundliche Inder hinter dem Tresen des Motels schaut etwas fassungslos seinem Restauranttipp nach - wir hatten nach einem lokalen Geheimtipp gefragt und er uns "Dennys" geantwortet, eine Fast-Food-Kette mit über 1.600 Filialen in den Staaten. Dennys und Geheimtip gehören genau so wenig in einen Satz wie Fiat 500 und tiefe Sitzposition. Dazu später mehr, jetzt möchte der freundliche Inder nämlich erstmal was über das Auto wissen. Und warum zum Teufel wir keine Burgers bei Dennys mögen. Obwohl er uns mit seinem rollenden R ein Gefühl von Oberfranken beschert, kürzen wir das Gespräch ab: "Einer von uns ist Vegetarier." Da lächelt er wieder: "Achso, na dann gibt es ja da doch diese Pizza-Kette, die auch Burger ..." Wir danken, beziehen das Zimmer am Highway 83 und landen nach einer kurzen Runde durch das dunkle Örtchen tatsächlich in einem Burger-Laden. Merke: An Sonntagen um 21 Uhr haben die meisten Restaurants in den kleinen Städten schon geschlossen.

Texas ohne Filter

Den nächsten Morgen kündigt nicht der Hahn, sondern ein Truck mit defektem Auspuff an. Er donnert gefühlt mitten durch unser Zimmer. Etwas müde trotten wir in die Rezeption, um das kontinentale Frühstück zu genießen - eine kleine Tüte süßer Cornflakes, konzentrierter O-Saft und unbegrenzt Kaffee. Der Wachmacher muss sein, denn in zwei Stunden wollen wir eine Bullenauktion besuchen, Texas pur erleben. Der Fiat springt wie immer ohne zu Murren an, hupt zum Abschied und sprintet mit 45 mph nach Mason. In der kleinen Westernstadt scheint die Zeit einem anderen Takt zu folgen, hier gibt es keine Hochhäuser, keine Ampelkreuzungen. Das Zentrum bildet das alte Rathaus, im Viereck stehen flache Gebäude mit hölzernen Veranden. Hier und da sind noch eiserne Haken für das Anleinen der Pferde vorhanden. Obwohl wir an diesem Tag kein zweites kurzes Auto sehen, wird der 500 nicht mehr bestaunt als anderswo. Den meisten Texanern gefällt die Flagge. Im Büro des Sheriffs weiß man, wo die Auktion stattfindet, "drei Meilen östlich von hier". Wir geben dem Fiat die Sporen und schaffen es fast pünktlich ins Auktionshaus, vor dem sich 99 schwere Pickups versammelt haben. Die meisten mit Viehanhängern. Zwei Frauen begrüßen uns hinter einem Schalter freundlich, natürlich dürfen wir zuschauen. Kostenlos. Der Eingangsbereich des Auktionshauses ist übersichtlich, rechts der Empfangstresen, links eine Küche und zwei Räume mit Tischen. Frauen sind keine weiter zu sehen, dafür ein Dutzend Männer in blauen Jeans mit Bügelfalte, Karohemden, Cowboystiefeln und -hüten. 

Bullenauktion im First-Class-Sitz

Der Raum hinter den beiden Schwingtüren öffnet sich nach oben und unten, unten werden die Tiere durch einen Catwalk aus Sand getrieben, der mit hohen Gittern umzäunt ist. Ein- und Ausgangstor werden von zwei kräftigen Männern bedient, die Kautabak kauen. Hinter dem Laufsteg sitzen auf einer Art kleinen Tribüne der Moderator und zwei Helfer, er ruft im Sprechgesang Infos zu den Tieren in ein Mikrophone, die beiden Helfer notieren die Höchstgebote. Die Bieter sitzen gegenüber der Tribüne auf einer Reihe First-Class-Chefsesseln. Mit wachen Augen und ansonsten höchst cooler Art mustern sie die Tiere, heben den Finger, zucken mit der Augenbraue, kratzen sich am Ohr. All diese Zeichen kennt der Moderator und schwupps, schraubt sich der Preis für einen Bullen von 500 auf 3.700 Dollar. Der nächste bitte. Drei, vier Tiere pro Minute, manchmal ist es auch eine kleine Gruppe. Hinter den Typen in den Sesseln sitzen weitere Cowboys in einer Art Amphitheater. Auch diese bieten mit, nur nicht so oft. Hinter den Kulissen werden die Tiere in verschiedene Boxen getrieben - je nachdem, welchem Käufer sie nun gehören. Die Angst und den Adrenalinüberschuss kann man riechen.

Austin Powers?

Nach zwei Stunden haben wir das Prinzip verinnerlicht und müssen weiter, nach Austin, der liberalen Insel im sonst so konservativen Staate Texas. "Keep Austin Weird“ - Halt Austin eigenartig - heißt das Motto der Stadt, die an vielen Ecken sehr alternativ wirkt. Zudem genießt Austin den Ruf, Hauptstadt der Livemusik zu sein: In keiner anderen Stadt der USA finden sich so viele Musikclubs und Konzertangebote. Wir machen die Stichprobe und finden tatsächlich ein paar Bands, die am Montagabend auftreten. Weiter geht's zu Jennifer und ihrem Dobermann, die uns heute aufnimmt. Sie mag den Fiat, könnte sich aber nicht von ihrem Wrangler trennen, der kann nämlich auch Offroad - ein schlagendes Argument.

Am nächsten Morgen begrüßen uns die Wolkenkratzer von Houston, der Zwei-Millionen-Metropole, berühmt für die besten Tricks beim Ölfördern und die Nähe zum Golf von Mexiko. Houston Downtown ist bei unserem Besuch ziemlich ausgestorben, ein paar Typen im Anzug mit Kaffeebechern, ein paar Taxen. Vom Dach eines Wolkenkratzers wird die Ausdehnung und Macht der Stadt deutlich. Und in einem kleinen Automuseum erfreuen wild dekorierte Limousinen und Cabrios, die einmal im Jahr bei einer Parade zum Einsatz kommen.

Auf der weiteren Reise nach New Orleans passieren wir ein paar Ölfelder mit unzähligen riesigen Tiefpumpen, die aussehen wie überdimensionale Hämmer und sich bedächtig auf und ab schwingen. Dazwischen spannen sich malerisch schöne Baumwollfelder und Wiesen. Auf den Straßen dominieren große und kleine Pickups, auf den Tellern der vielen Steak-Restaurants landet leckeres Rind. Und der Fiat? Er wird gern und oft beäugt. Manche halten an, glauben nicht, dass wir darin mit so viel Gepäck bequem reisen können. Können wir aber - abgesehen von der hohen Sitzposition ...

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