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USA

Importeure überholen "Big 3"

Foto: ams

Seit langem war es erwartet worden, nun ist es passiert: Erstmals in der Geschichte haben Importeure auf dem US-Markt mehr Fahrzeuge verkaufte als die "Big 3" , bestehend aus General Motors, Ford und Chrysler.

25.07.2006

Die Entwicklung war seit langem absehbar, nur der Zeitpunkt war noch unklar. Jetzt wo es passiert ist, werten es die Kommentatoren des US-Automarktes dennoch als entmutigendes Zeichen für die darbende heimische Autoindustrie. Endzeittöne allerorten, keine Spur davon, wann und ob die amerikanische Autoindustrie zurück schlägt, sondern nur noch blanke Sorge, ob die Industrieriesen Ford und General Motor überhaupt nochmal die Kurve kriegen.

Anlass der aufkeimenden Endzeitstimmung sind statistische Zahlen, die das Institut Polk und Co. jetzt zum Autohalbjahr vorgelegt hat. Die Zahlen für den Zeitraum Januar bis Mai (komplettes Material für die ersten sechs Monate liegt noch nicht vor) schreiben das Niedergangsszenario der "Big 3" fort: Steigende Absatzzahlen bei den Importeuern, sinkende bei den heimischen Granden.

Diesmal aber mit dem historischen Ausrufezeichen versehen: Mit einem Marktanteil von 52,9 Prozent in den ersten fünf Monaten sind die Importeure deutlich an den GM & Co vorbeigezogen, die nur auf 47,1 Prozent kommen. Im selben Zeitraum des Vorjahres hatten die "Big 3" noch mit 51 zu 49 Prozent in Front gelegen. Allerdings sind aus den Polk-Zahlen die Mietautos heraus genommen worden, rechnet man diese ein, liegen die amerikanischen Marken immer noch vorne.

Derlei Rechenspielchen vermögen die Marktbeobachter allerdings nicht zu beruhigen. Die harte Währung für sie sind die Privatverkäufe, und da ist die Entwicklung klar: Lausige Qualität, eine lückenhafte Modellpalette und das Setzen auf die großen SUV treiben den Importeuren die Kundschaft zu.

Einen großen Einfluss auf das veränderte Kaufverhalten schreiben Experten außerdem dem Internet zu. So erlaube der Autokauf per Internet einen exakten Vergleich über die Ausstattungs- und Sicherheitsvarianten und da schnitten amerikanische Modelle oftmals schlecht ab.

Größter Verlierer des sich im Umbruch befindenden US-Marktes ist General Motors, größter Gewinner Toyota. Während GM, Anfang der 80er Jahre mit einem Marktanteil von über 40 Prozent noch Dominator des US-Marktes, in den ersten fünf Monaten ein Minus von 7,7 Prozent einfuhr, legte Toyota um 12,5 Prozent zu. Damit geht die Schere zwischen den um den Titel als weltgrößter Autobauer buhlenden Unternehmen weiter zusammen: Während General Motors jetzt noch auf 21 Prozent Marktanteil kommt, liegt Toyota bei 17,2 Prozent. Womit die Japaner Ford inzwischen deutlich abgehängt haben. Ford kommt noch auf 14,2 Prozent.

VW und BMW Kopf-an-Kopf

Dahinter schickt sich derweilen mit Honda die zweite japanische Autogroßmacht an, Chrysler zu überholen. Während Honda in den ersten fünf Monaten um 9,3 Prozent nach vorne fuhr, plumpsten bei Chrysler die Verkäufe um acht Prozent in die Tiefe. Unter dem Strich heißt das in Marktanteilen: Chrysler kommt auf 11,4 Prozent, Honda auf 11,2.

Ähnlich spannend geht es zwischen Volkswagen und BMW her, die hinter Nissan und Hyundai auf der Verkaufsrangliste der ersten Monate landen: VW hat in den ersten fünf Monaten um 14,5 Prozent oder 123.903 verkaufte Autos zugelegt, BMW um 8,9 Prozent auf 123.704.

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