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USA

Neue Tarifverträge bei Ford, Chrysler & Co.

Nach Chrysler haben sich auch Ford und die amerikanische Branchengewerkschaft United Auto Workers (UAW) auf einen neuen vierjährigen Tarifvertrag geeinigt.

16.09.2003

Die Gewerkschaft ist auch mit dem Autoteilehersteller Visteon handelseinig geworden, dem Hauptlieferanten von Ford.

UAW-Präsident Ron Gettelfinger und Bill Ford, der Chef des zweitgrößten Autokonzerns der Welt, hätten den vorläufigen Tarifvertrag angekündigt, berichtete die "Detroit News" am Dienstag (16.9.) in ihrer Onlineausgabe. Sie gaben aber keinerlei Einzelheiten bekannt. Es steht jetzt nur noch eine Tarifvereinbarung mit General Motors und dem Autoteile-Anbieter Delphi aus.

Die Ford-Vereinbarung soll sich nach dem am Sonntag mit der amerikanischen Chrysler Group abgeschlossenen vierjährigen Tarifvertrag gerichtet haben. Hierzu wurden bisher auch noch keine offiziellen Detailangaben gemacht.

Die Tarifverträge müssen erst in Urabstimmung gebilligt werden, ehe sie wirksam werden. Der bisherige Tarifvertrag war am Sonntag ausgelaufen.

Chrysler-Mitarbeiter: 3.000 Dollar Bonus

Die Chrysler-Mitarbeiter sollen nach unbestätigten Presseberichten einen Bonus von jeweils 3.000 Dollar bei Ratifizierung des Tarifvertrages erhalten und jährliche Lohnerhöhungen von zwei bis drei Prozent in den drei folgenden Jahren. Die UAW-Fließbandarbeiter verdienen bisher im Schnitt 25,63 Dollar je Stunde.

Chrysler könnte im Rahmen des vierjährigen Tarifabkommens bis zu sieben Autoteilefabriken schließen oder verkaufen, berichtete die US-Wirtschaftsagentur "Bloomberg". Eine elektronische Teilefabrik von Chrysler in Huntsville (Alabama) solle an die Siemens AG verkauft werden. Die beiden Seiten verhandelten noch, erklärte ein Siemens-Sprecher "Bloomberg".

Mehr Spielraum bei Werksschließungen

Die Autokonzerne und Autoteilelieferanten drängten auf mehr Freizügigkeit bei der Schließung von Autofabriken und Teilebetrieben, um ihre hohen Kosten zu reduzieren. Die Gewerkschaft ist in fast keiner der von den japanischen und europäischen Autoherstellern betriebenen US-Autofabriken vertreten. Es sind nur rund ein fünftel der Mitarbeiter in der Autoteile-Branche gewerkschaftlich organisiert. Die UAW drängt deshalb auf einen besseren Zugang zu diesen Fabriken. Die Automobilarbeitergewerkschaft hat für ihre rund 300.000 in der Autoindustrie tätigen Mitarbeiter und fast 475.000 Pensionäre verhandelt.

Zu General Motors, Ford und Chrysler sowie Delphi und Visteon gehören auch Hunderttausende von Pensionären, die Betriebsrenten und Krankenversicherungen erhalten. Diese "Altlasten" in Milliardenhöhe haben die ausländischen Konkurrenten nicht. Sie haben auch im Schnitt viel jüngere Arbeitskräfte. Die Fremdanbieter haben in fast allen US-Fabriken eine höhere Produktivität. Die Unternehmen drängten angesichts der Eskalation der Krankenversicherungskosten auf höhere Eigenbeteiligungen ihrer Mitarbeiter, während sich die Gewerkschaft hiergegen massiv zur Wehr setzte

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