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USA will Spritverbrauch senken

Knapp über vier Liter bis 2025

Dodge Pickup - GP Kanada 2011 Foto: Grüner

US-Präsident Barack Obama peilt zusammen mit 13 führenden Autobauern - darunter BMW - einen Durchschnittsverbrauch von neuen Pkw und Pickup-Trucks von 4,3 Litern bis zum Jahr 2025 an.

01.08.2011 dpa

Doch da gibt es ein Problem: Mit Trucks und schweren Geländewagen ist das Ziel kaum zu erreichen - aber gerade mit diesen Spritschluckern verdienen die "Big Three" der US-Autoindustrie ihr Geld. General Motors, Ford und Chrysler haben deshalb Ausnahmen durchgeboxt.

Pickup-Trucks mit Verbrauchsvorteil

Während Pkw ihren Verbrauch deutlich stärker drosseln sollen auf 3,8 Liter, dürfen sich die Dickschiffe immerhin 5,4 Liter genehmigen. Europas größter Autohersteller Volkswagen wetterte gegen die geplante Regelung als "ungerecht große Bürde" für Pkw. Daimler schlug in die gleiche Kerbe und sprach von einer "klaren Bevorzugung von großen Geländewagen und Pick-up-Trucks".
 
Das Problem der deutschen Hersteller: Sie verkaufen in der Mehrzahl Limousinen. Daimlers Verkaufsschlager waren im ersten Halbjahr die C- und E-Klasse, bei VW war es der Jetta und bei der Konzerntochter Audi der A4. Sie alle fallen unter die strengeren Verbrauchsvorgaben. Nur BMW unterstützt letztlich die Pläne Obamas. "Wir sind bereit für die Herausforderung", sagte US-Produktionschef Josef Kerscher.
 
Die Bayern haben den Vorteil, dass ihr auch in den USA beliebter Kleinwagen Mini den Flottenverbrauch senkt und dass sie bei der Entwicklung eines Elektroautos weit vorangeschritten sind. Wenn die neuen Sparziele tatsächlich greifen, wollen aber auch Daimler und VW vorbereitet sein: Die Stuttgarter, deren zweisitziger Smart in den USA zurzeit wenig Fans findet, bringt 2013 seine kompakte Mercedes A-Klasse in den Vereinigten Staaten auf den Markt. VW setzt auf den verbrauchsarmen, aber in den USA allgemein wenig beliebten Diesel.
 
Die Übereinkunft mit den Herstellen sei "der wichtigste Einzelschritt für uns als Nation, unsere Abhängigkeit von ausländischem Öl zu verringern", sagte Obama am Freitag (30.7.) bei der Vorstellung der Ziele. Mit dem Verbrauchsziel könnten US-Familien zudem zusammen 1,7 Billionen Dollar an Spritkosten sparen, hieß es.
 
Die Obama-Regierung hatte bereits vor zwei Jahren in einem ersten Schritt ehrgeizige Ziele für den Spritverbrauch der Autos in den USA festgelegt. Demnach sollen im nächsten Jahr verkaufte Pkw und Pickup-Trucks maximal 8,6 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, Wagen mit dem Baujahr 2016 dann höchstens 6,6 Liter.

Autobauer ziehen mit

Das Weiße Haus sprach mit Blick auf die weiterreichenden Ziele von einer "historischen Übereinkunft" mit der Autoindustrie. Innovative Technologien und Herstellungsprozesse würden "das Wachstums ankurbeln und hochqualitative Jobs in einer hochmodernen Industrie überall in Amerika schaffen", hieß es in Washington.
 
An der Vereinbarung beteiligen sich die großen US-Hersteller Ford, General Motors und Chrysler, sowie BMW, Honda, Hyundai, Jaguar/Land Rover, Kia, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Toyota und Volvo.

Noch sind die neuen Verbrauchsziele aber nur eine Übereinkunft zwischen Obama und den Autoherstellern. Die Pläne müssen noch in ein Gesetz gegossen werden. VW hofft, auf das Weiße Haus einwirken zu können. Die Wolfsburger wollen vor allem mehr Förderung für den Diesel herausschlagen. Doch selbst wenn das Unterfangen scheitern sollte, gibt es noch eine Hintertür: Auf halbem Wege will die Regierung schauen, ob die Verbrauchsvorgaben realistisch sind. Dann dürfte das Pokern erneut losgehen.

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