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USA

Zukunft der US-Automobilarbeiter

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Nach der bahnbrechenden Einigung über einen neuen vierjährigen Tarifvertrag zwischen General Motors (GM) und der US-Automobilarbeitergewerkschaft UAW werden nun ähnliche Vereinbarungen bei Ford und Chrysler erwartet.

27.09.2007

US-Arbeitsmarktexperten rechnen damit, dass die Gewerkschaft wahrscheinlich erst mit Ford über einen entsprechendes Tarifabkommen verhandeln wird und dann mit dem kürzlich durch die US-Investmentfirma Cerberus Capital von Daimler übernommenen US-Autoriesen Chrysler. Die Tarifvereinbarungen mit Ford und Chrysler dürften Branchenkennern zufolge wahrscheinlich ganz ähnlich ausfallen wie die bei GM.

Genehmigung steht noch aus

Zuvor müssen die rund 74.000 General-Motors-Arbeiter noch über die neuen Tarifvereinbarungen abstimmen und sie genehmigen. Sie bringen GM Milliarden-Kostenersparnisse und den Mitarbeitern Arbeitsplatzzusagen und zusätzliche Investitionen in den amerikanischen GM-Fabriken. Die GM-Arbeiter waren am Mittwoch (26.9.) nach der Tarifeinigung zur zweiten Schicht an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Sie hatten zuvor seit Montag gestreikt.

Die GM-Aktien waren nach der Tarifeinigung mit der UAW (United Auto Workers) um 9,4 Prozent auf 37,64 Dollar in die Höhe geschossen. Sie waren damit insgesamt 21,3 Milliarden Dollar wert. Das "Wall Street Journal" verwies am Donnerstag auf Übernahmespekulationen für GM. Investoren glaubten, dass General Motors nach dem Chrysler-Kauf durch Cerberus nächster Kandidat sein könnte. "Dieser Deal wäre groß, und ohne ein ernsthaftes Auftauen der Kreditmärkte nur sehr schwer finanzierbar", erklärte die Zeitung jedoch.

Im Mittelpunkt des GM-Tarifvertrages steht ein neuer von der Gewerkschaft zu verwaltender Krankenkassen-Fonds. Er übernimmt die bei 51 Milliarden Dollar liegenden zukünftige Krankenversicherungs-Verpflichtungen für rund 340.000 GM-Betriebsrentner und ihre Angehörigen. GM wird ihn nach bisher noch nicht offiziell bestätigten Berichten mit 70 Prozent der Zukunftsverpflichtungen finanzieren, das hieße mit insgesamt 35 Milliarden Dollar.

Zukünftiges Lohnsystem durchgesetzt

GM hat auch ein zweigleisiges zukünftiges Lohnsystem durchgesetzt, bei dem neue nicht in der Produktion Beschäftigte nur etwa die Hälfte der den jetzigen Mitarbeitern gezahlten Löhne erhalten sollen. Außerdem hat die Gewerkschaft weitere weitreichende Zugeständnisse gemacht. Sie werden den Arbeitskosten-Abstand zu den Arbeitern in den US-Fabriken von Toyota, Honda und Nissan von 25 bis 30 Dollar je Stunde drastisch reduzieren.

Bei Ford gebe es Krankenversicherungsverpflichtungen für Betriebsrentner von 25 Milliarden Dollar. Ford müsste bei einem entsprechenden Investment wie bei GM hierfür 17,5 Milliarden Dollar aufwenden, schrieb die "New York Times". Dies werde den Druck für einen raschen Verkauf von Jaguar, Land Rover und Volvo verstärken. Ford hoffe, die Liste der Bieter für Jaguar und Land Rover bis kommenden Sonntag fertigzustellen und dann einen Gewinner im kommenden Monat bekannt zu geben. Ford prüfe noch, ob Volvo verkauft werden solle. Volvo könne bis Jahresende veräußert werden, schrieb die Zeitung.

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