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USF1

Neues Team Amerika in der Formel 1 ab 2010

Foto: USF1 37 Bilder

Als Marke "Made in America" will der neue Formel-1-Rennstall USF1 2010 durchstarten und die Fans mit ungewohnter Offenheit für sich gewinnen. Mit einer Mischung aus Optimismus und Patriotismus haben Teamchef Ken Anderson und der sportliche Leiter Peter Windsor am Dienstag (25.2.) in Charlotte das neue Team USF1 präsentiert.

25.02.2009 Powered by

Sowohl den PS-Anhängern als auch der Fachpresse sollen die Türen in der sonst abgeschirmten Formel-1-Welt offen stehen. "Wir wollen die Leute unterhalten, nicht nur mit unserem eigenen Fernseh-Kanal, sondern vor allem mit Einblicken in unser Team. Deshalb werden wir unsere Werkstatt-Tore für die Fans öffnen. Sie können zusehen, wie wir uns entwickeln und mit den Fahrern sprechen. Ich habe beim NASCAR gelernt, dass die Leute so etwas mögen", sagte der Sportliche Leiter, Peter Windsor, bei der Vorstellung des neuen Rennstalls.

Im Studio des Fernsehsenders "Speedtv" in Charlotte (North Carolina) wehte nicht nur eine überdimensional große US-Fahne. Auch ein Hauch amerikanischer Formel-1-Historie machte sich bei der Präsentation am Dienstag breit: Einspieler der Erfolge von Dan Gurney und Ex-Champion Mario Andretti erinnerten an glorreiche Zeiten.

Feuer bei den US-Fans entfachen

Den Verweis auf die 225.000 Fans beim US-Grand-Prix 2000 in Indianapolis ließ man sich auch nicht nehmen. "Das Gros der Technik in der Formel 1 kommt aus den USA. Zudem ist es bedeutend billiger, hier einen Rennstall zu stationieren als in Europa", sagte Teamchef Ken Anderson, der bereits bei Ligier, Onyx und Williams Erfahrungen sammelte.

Auch Windsor kennt sich in der Königsklasse aus, er war in Diensten von Ferrari und Williams. Und der Brite will einen neuen Weg gehen: Die Formel 1 sei bislang in den USA immer als zu technisch und unnahbar rübergekommen. Alles sei hinter verschlossenen Türen und im Geheimen passiert, kritisierte Windsor. Das werde USF1 ändern.

Konkrete Informationen fehlen noch

Ungeklärt ist die Motorenfrage, auch der Kampf ums Cockpit wird wohl noch einige Zeit dauern. 100 bis 120 Mitarbeiter, 50 Millionen Euro Budget - so die Rahmendaten. Ohne die Sparmaßnahmen der jüngsten Zeit wäre es nicht möglich, einen Formel 1-Rennstall in den USA zu stationieren, meinte Windsor.

"Wenn es einen Boom gäbe und das Geld nur so vom Himmel fallen würde, wäre es für Leute wie Ken und mich sicherlich schwer und man würde uns belächeln. Aber durch die Rezession hört man uns zu und nimmt uns Ernst. Denn die fetten Jahre mit den großen Budgets sind vorbei." Schon früh habe man sowohl FIA-Präsident Max Mosley als auch F1-Chef Bernie Ecclestone über das Vorhaben informiert.

Hilfreich wäre sicherlich, wenn in Nordamerika auch wieder ein Rennen stattfinden würde, nachdem Montréal und Indianapolis erst einmal aus dem Kalender verschwunden sind. Anderson: "Wir hoffen, dass mit unserem Team auch bald ein Grand Prix zurück in die USA kommt."

Nur ein US-Pilot?

Schon vor der offiziellen Vorstellung hatte sich Windsor eine überraschende Kehrtwende beim Thema Personal vollzogen. Danach könnte der ursprüngliche Plan, mit zwei amerikanischen Piloten an den Start zu gehen, für die ersten Saison abgeändert werden: "Es könnte sein, dass wir einen erfahrenen Fahrer für das Debüt-Jahr verpflichten, der nicht aus den USA kommt."

Auch mit Indycar-Pilotin Danica Patrick sei noch nicht verhandelt worden. Allerdings machte Windsor deutlich: "Sie ist definitiv auf der Liste. Sie ist eine Person, die wir uns anschauen." Allzuviel Hoffnung sollte sich Patrick aber noch nicht machen. Die Liste der Kandidaten scheint lang zu sein. "Wir schauen uns eigentlich alle Fahrer an."

Ein weiterer möglicher Kandidat ist Marco Andretti, dessen Großvater Mario Andretti 1978 Formel 1-Weltmeister wurde. "Es würde mich glücklich und sicherlich auch um einige Jahre jünger machen, wenn Marco für USF1 fahren würde", betonte Andretti, der sich "begeistert und gespannt" von dem Projekt zeigte. "Das sind die besten Nachrichten, auf die die Formel-1-Fans in Amerika und ich hoffen konnten."

Haug äußert sich skeptisch

Eher zurückhaltend reagierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Grundsätzlich ist es eine gute Nachricht, dass sich in Amerika ein Team für die Formel 1 formieren will. Ich kenne keine Details und hoffe, dass Hintergrund und Basisausstattung den hohen Anforderungen der Formel 1 genügen", meinte er.

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