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2010 wird schweres Jahr für Autobranche

Foto: dpa 6 Bilder

Die deutsche Autoindustrie stellt sich auf ein schwieriges Jahr 2010 ein. In Deutschland steht nach dem Absatzfeuerwerk durch die Abwrackprämie ein drastischer Einbruch bevor, der Weltmarkt wird trotz einer leichten Erholung nicht das Vorkrisen-Niveau erreichen.

02.12.2009

"Das Jahr 2010 wird die gesamte Automobilindustrie erneut vor enorme Belastungsproben stellen", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Mittwoch (2.12.) in Frankfurt.

Noch stützt die Abwrackprämie den Absatz

Die Verkäufe im Inland fallen 2010 voraussichtlich auf 2,75 bis 3,0 Millionen Fahrzeuge. Für das laufende Jahr rechnet der Verband vor allem dank der Abwrackprämie mit einem Absatz von mehr als 3,8 Millionen Fahrzeugen. Das ist fast ein Viertel mehr als 2008.
 
Insgesamt werde der Weltmarkt 2009 um fünf Prozent schrumpfen. Für 2010 erwartet der VDA einen Anstieg des weltweiten Autoabsatzes zwischen einem und drei Prozent. Die deutschen Exporte werden nach der VDA-Schätzung um etwa drei Prozent wachsen. "Wir erwarten, dass wir Deutschen im kommenden Jahr einen größeren Teil des Kuchens bekommen", sagte Wissmann. Aber frühestens 2011 werde der Weltmarkt wieder ein Niveau wie vor der Krise erreichen.

Autoproduktion sank deutlich
 
Die Autoproduktion im Inland sank im laufenden Jahr um elf Prozent auf 4,9 Millionen Einheiten. 2010 werde sie nur noch moderat zurückgehen. Da vor allem Kleinwagen verkauft wurden, brach der Branchenumsatz 2009 in Deutschland trotz des Absatzrekords um etwa ein Fünftel auf 261 Milliarden Euro ein. "Nachhaltig ist die Entwicklung in keinem Fall", warnte Wissmann. Europaweit sei man von einem selbsttragenden Aufschwung noch weit entfernt.
 
Nach dem Auslaufen der Abwrackprämie rechnet Wissmann nun damit, dass wieder mehr teurere Fahrzeuge verkauft werden. Das sei für die deutsche Industrie wichtig, da anders als in anderen Ländern hier die Hälfte der Produktion auf den Premiumbereich falle. "Ohne Premium könnten wir den hohen Beschäftigungsstand in Deutschland nicht halten. Denn nur hochwertige Fahrzeuge können bei hohen Lohnkosten und Sozialabgaben in Deutschland gebaut werden."
 

Export brach 2009 gewaltig ein

2009 sei ein ungewöhnlich schweres Jahr gewesen. Das habe sich auch in einem "sehr schmerzhaften Exporteinbruch" gezeigt, betonte Wissmann. "Wurden 2008 noch 4,13 Millionen Autos ausgeführt, so werden es in diesem Jahr nur 3,36 Millionen Einheiten sein - ein Minus von rund 19 Prozent." Damit werde deutlich, wie stark die exportorientierte Schlüsselbranche von der Entwicklung der Weltmärkte betroffen sei. Da die Lager inzwischen leergeräumt seien, werde sich ein Anziehen der Nachfrage nun direkt auf Export und Produktion auswirken.
 
Wissmann warnte vor verfrühtem Optimismus: "Für eine Entwarnung ist es noch zu früh, die Märkte sind nach wie vor in einem nervösen Zustand." Zumal die staatlichen Subventionsprogramme in vielen Ländern auslaufen.
 
Im November schob die Abwrackprämie drei Monate nach ihrem Auslaufen den deutschen Automarkt nochmals kräftig an. Die Zahl der Neuzulassungen stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 20 Prozent auf knapp 280.000 Fahrzeuge, berichteten der VDA und der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) übereinstimmend. Dank der staatlichen Finanzspritze habe der Automarkt in Deutschland in den ersten elf Monaten ein Plus von 25 Prozent auf rund 3,59 Millionen erreicht. Für das Gesamtjahr prognostiziert auch der VDIK 3,8 Millionen Neuzulassungen - das ist deutlich mehr als im Vorjahr mit 3,1 Millionen Fahrzeugen.
 
Während die Produktion zweistellig zurückging, sank die Zahl der Beschäftigten nach Wissmanns Worten nur um drei Prozent auf 726.000 im Durchschnitt der ersten neun Monate 2009. "Wenn die internationalen Märkte im kommenden Jahr wieder anziehen, kann sich dies stabilisierend auch auf die Beschäftigung auswirken", betonte Wissmann. Auch das Instrument der Kurzarbeit werde mittlerweile weit weniger genutzt als noch im Frühjahr. Im Vergleich zum Februar habe sich die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit auf rund 100.000 Menschen mehr als halbiert.

Wirtschaftskrise trifft Nutzfahrzeugsparte härter
 
Die Nutzfahrzeugbranche, die sich nicht auf staatliche Subventionen stützen konnte, wurde von der Wirtschaftskrise deutlich stärker getroffen als die Pkw-Hersteller. Der Inlandsmarkt geht den Schätzungen des VDA zufolge in diesem Jahr um 28 Prozent zurück, bei den schweren Lastwagen dürfte der Einbruch sogar nahezu 40 Prozent betragen. Darunter leiden unter anderem die deutschen Hersteller Daimler und MAN. Die Produktion werde im Gesamtjahr in der Gewichtsklasse über sechs Tonnen auf ein Drittel des Vorjahresvolumens schmelzen.

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