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VDA-Präsident Matthias Wissmann

China wird für die Deutschen noch wichtiger

Foto: dpa

Warum China für Audi, BMW, Mercedes und Co noch mehr an Bedeutung gewinnen wird, erklärt VDA-Präsident Matthias Wissmann im Gespräch mit auto motor und sport.

21.04.2010 Harald Hamprecht

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, rechnet damit, dass "die Bedeutung des chinesischen Automarktes für alle deutschen Hersteller weiter zunehmen" wird. "Die deutschen Hersteller haben in China einen beachtlichen Marktanteil", sagte Wissmann. "Fast jedes fünfte Auto, das in China neu zugelassen wird, zählt zu einer der deutschen Konzernmarken. Rund 80 Prozent der Premiumfahrzeuge, die in China verkauft werden, sind deutsche Marken."

China wird für deutsche Autobauer immer wichtiger

Großes Wachstumspotential sieht Wissmann in der geringen Motorisierung des Landes. "China hat bei der individuellen Mobilität noch großes Potenzial: Während in Deutschland rund 500 Autos auf 1.000 Einwohner kommen, sind es in China erst 21. Außerdem nimmt die Nachfrage nach Premiumfahrzeugen überproportional zu. Davon profitieren vor allem unsere Unternehmen: Die deutschen Premiumhersteller hatten in den vergangenen zwölf Monaten in China Zuwächse von teilweise über 100 Prozent." Der Automarkt Chinas werde "mittelfristig noch weiter überproportional wachsen und damit wird auch die Bedeutung Chinas als Markt für deutsche Autos stetig zunehmen."
 
Schon heute ist die chinesische Produktion der Deutschen höher als die Exporte aus Deutschland ins Reich der Mitte: 2009 wurden rund 300.000 in Deutschland hergestellte Pkw nach China exportiert. "Das ist fast jedes zehnte Auto, das wir exportieren. Die Produktion deutscher Hersteller in China ist mit 1,14 Mio. Einheiten fast viermal so groß", erklärt ein VDA-Sprecher.
 
Noch gibt es Hürden im Geschäft mit den Chinesen: China hat zwar im Rahmen seines WTO-Beitritts die Einfuhrzölle bereits deutlich gesenkt. Doch darüber hinaus gibt es weiterhin nicht-tarifäre Handelshemmnisse. So bestehen etwa für Hersteller und Zulieferer sehr spezielle Anforderungen zur Produkt-Zertifizierung. "Unser hoher Marktanteil zeigt aber, dass unsere Unternehmen damit sehr gut umzugehen wissen. Wir begrüßen darüber hinaus jede weitere Liberalisierung", betont der VDA.

China bietet viel Wachstumspotenzial
 
Wie das Wachstum in China weitergeht? Der VDA rechnet für 2010 in China mit einem Marktvolumen von 9,4 Mio. Das entspricht einem Zuwachs von 12 Prozent. Dies dürfte - mit einer leichten Abschwächung - auch der mittelfristige Wachstumspfad sein.
 
Der Diesel spielt in China noch keine große Rolle. Derzeit liegt der Dieselanteil noch im niedrigen einstelligen Prozent-Bereich. "Wir rechnen jedoch mit einem Anstieg der Diesel-Neuzulassungen in den kommenden Jahren. Allerdings muss dafür auch in China der Dieselkraftstoff an der Zapfsäule qualitativ hochwertiger werden. Hier ist die chinesische Regierung gefordert", sagt der VDA-Sprecher.
 
Auch Die deutschen Zulieferer sind in China schon stark präsent. Bei ihren Tochtergesellschaften, Joint Ventures und Beteiligungsbetrieben arbeiten knapp 50.000 Mitarbeiter. China gehört mit 140 Fertigungsstätten bereits zu den wichtigsten Produktionsländern der deutschen Zulieferer.

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