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Vergessene Französische Marken der Retro Classics

Vive la France!

Retro Classics 2014 Foto: Kai Klauder 12 Bilder

Einer der Höhepunkte der diesjährigen Retro Classics ist die Sonderschau "Historische französische Marken" im Atrium am Eingang Ost. Bis in die sechziger Jahre zählten vor allem Luxus-Autos aus Frankreich zu den besten und renommiertesten Autos der Welt. Bis auf Bugatti hat keine der großen Marken überlebt.

15.03.2014 Franz-Peter Hudek Powered by

Automarken aus Frankreich kann man heute an einer Hand abzählen: Citroën, Peugeot, Renault... Doch dann wird es schon schwierig. Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg gab es jedoch auch wie in England und Deutschland viele andere kleine Hersteller, deren Namen heute fast vergessen sind. Der Grund: es waren in aller Regel keine Luxusmarken. Ganz anders in Frankreich. Bereits an den 24 in Stuttgart ausgestellten Klassikern kann man unschwer erkennen, dass es sich vor allem um schnelle und damit teure Autos handelte: Die meisten verfügen über sechs und acht Zylinder, einige davon sogar Sonderkarosserien berühmter Manufakturen. Das sicherte den Fahrzeugen der in Stuttgart präsentierten Marken das Überleben ­ wenn auch nur als wertvolle Sammler-Autos.

Hotchkiss: Vom MG zum Auto

Zum Beispiel Hotchkiss. Dieser Name erinnert vor allem an Panzer und Lizenzbauten des amerikanischen Willys-Jeep. Tatsächlich gründete der Amerikaner Benjamin Berkeley Hotchkiss 1867 in Frankreich zunächst eine Fabrik für moderne Armee-Waffen wie Artellerie-Geschütze und Maschinengewehre. Doch bereits 1903 entstand parallel dazu das erste Automobil, später auch die Kombination davon: Panzerfahrzeuge.

Wie viele andere Rüstungshersteller versuchte Hotchkiss nach dem Zweiten Weltkrieg mit zivilen Produkten zu überleben. So entstanden wieder robuste, leistungsstarke Automobile, die jedoch deutlich teurer als die Konkurrenz waren. Auch die Fusion mit Delahaye im Jahr 1954 brachte keinen Erfolg, sodass nach mehreren Verschmelzungen mit anderen Unternehmen der Name Hotchkiss 1972 endgültig von der Bildfläche verschwand.

Facel-Vega: Mit US-Power

Facel (Forges et Ateliers de Construction d’Eure et Loir) produzierte zunächst außerhalb von Paris Stanzteile aus Metall und fertigte daraus Küchenmöbel und andere Haushalts-Objekte. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte die Firma unter dem Namen Facel Métallon auch Karosserien her. Nach dem Krieg wagte Facel im Jahr 1953 mit Hilfe amerikanischer Antriebstechnik, die Chrysler lieferte, den Sprung zum Auto-Produzenten.

Die in Handarbeit gefertigten Coupés und Cabriolets verkauften sich ihren modern gestylten Karosserien hervorragend. Könige, Schauspieler, Politiker und wohlhabende Geschäftsleute bestellten sich die über 200 km/h schnellen Wagen. Auch der Schah Mohammad Reza Pahlavi, der marokkanische König Hassan II., Ava Gardner, Stirling Moss und Ringo Starr zu den Kunden von Facel. Der Schriftsteller Albert Camus kam 1960 als Beifahrer in einem Facel Vega Coupé ums Leben.

Dies sind nur zwei Beispiele für exotische Autos aus Frankreich, die in Stuttgart während der Retro Classics bewundert werden können. In unserer Fotoschau sind noch weitere Namen und eindrucksvolle Karosserien zu entdecken.


 

 

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