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Verhalten im Straßenverkehr

Wie wär es mal mit Höflichkeit?

Audi A3 2.0 TDI, Lenkrad, Cockpit, Marcus Peters Foto: Rossen Gargolov 40 Bilder

Immer mehr Verkehr auf immer weniger Raum setzt höfliches Benehmen und etwas Rücksichtnahme voraus - sonst hakt der Verkehrsfluss ja noch stärker. Immer öfter allerdings fragt sich Marcus Peters, warum die meisten Autofahrer das nicht hinbekommen.

28.11.2013 Marcus Peters

Eine der ehernen Regeln, die mir meine Eltern beigebracht haben, lautet: Man bedankt sich, wenn man etwas bekommen hat. So schlicht, so einfach - außer im täglichen Straßenverkehr. Da muss das Bedanken wohl so schwer sein, dass es kaum zu bewerkstelligen ist. Ein Beispiel: Auf meinem Weg zum Büro passiere ich einige Engstellen. Die Vorfahrt ist eindeutig geregelt. Dennoch gewähre ich häufig Entgegenkommenden den Vortritt, einfach nach der Art "Jeden Tag eine gute Tat." Alles, was ich erwarte, ist ein Handzeichen des Dankes. Oder einfach ein kurzes Lächeln. Doch meist kommt: nichts.

Das Heer der Stoffel wächst im Straßenverkehr

Stattdessen ziehen die Bevorteilten mit verkniffenen Gesichtern an mir vorbei, meiden den Blickkontakt im Straßenverkehr. Liebe Leute, was ist Euch denn gerade Schlimmes widerfahren? Gleiches gilt beim Einfädeln. Da tun wir Deutschen uns bekanntermaßen sowieso schwer, denn alle wollen zwar links vorpreschen, aber keiner rechts will anschließend jemanden reinlassen.

Ich fasse mich da an die eigene Nase und leiste immer häufiger mit einer Lücke Abbitte, damit sich sogar Spätbremser einfügen können. Sie nutzen ihre Chance - und damit ist die Angelegenheit für sie erledigt. Handzeichen und Rückspiegel-Kopfnicken? Fehlanzeige. So viel zu dieser Art mangelnder Höflichkeit im Straßenverkehr.

Im Bekanntenkreis höre ich von gleichen Erlebnissen; einige Freunde sind schon dazu übergegangen, niemandem mehr Nettigkeiten entgegenzubringen. Ihr Tenor: "Es bedankt sich doch sowieso keiner." Eine verständliche, aber falsche Reaktion. Denn auf diese Weise wird das Heer der Stoffel ja nur noch größer. Dabei setzt doch gerade der stetig zunehmende Verkehr und das damit verbundene Aufeinandertreffen von vielen Fremden auf engem Raum höfliches Benehmen schon deshalb voraus, um den Verkehrsfluss möglichst reibungsfrei zu halten.

Egoistische Einparker

Apropos viele Verkehrsteilnehmer auf engem Raum: Thema rücksichtsloses Parken. In Städten ist der Parkraum knapp, und da ist es alles andere als egal, wie man seinen Wagen platziert. Oft beobachte ich folgende Situation: Die Lücke ist groß genug, dass zwei Autos hineinpassen. Ein Kleinwagen blinkt, fährt hinein - und bleibt einfach mittendrin stehen. Prima, zwei Parkplätze zugestellt. Ich habe die Fahrer anschließend schon darauf aufmerksam gemacht, doch häufig in völlig verständnislose Gesichter geblickt. Die Ego-Parker sehen ihr Handeln nicht einmal als Unhöflichkeit an.

Ebenfalls täglich zu beobachten: die nicht minder egoistischen Ampel-Schnarcher. Sie zuckeln betont gemächlich los. So kommen statt zehn eben nur sechs Autos über die Grünphase. Oder sie fahren ohne ein Hupen erst gar nicht los, weil sie noch einen wichtigen Facebook-Post via Smartphone absetzen müssen. Klar, da kann man schon mal die Welt um sich herum komplett vergessen.

Immerhin gibt es manchmal auch Einsichtige unter ihnen. Hupt es doch neulich neben mir. Ich schaue rüber, der Fahrer gestikuliert. Ich lasse die Scheibe herunter und höre Folgendes: "Sorry, dass ich gerade an der Ampel gepennt habe - ich hab ’ne SMS geschrieben, mein Fehler!" Na also - geht doch!

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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